Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
22. Deutscher Familiengerichtstag zu Ende
#1
Der 22. Deutsche Familiengerichtstag ist zu Ende.
Die letzten Jahre habe ich den Familiengerichtstag immer etwas ausführlicher durchleuchtet und kommentiert. Dieses Jahr habe ich keine Lust mehr dazu, ausserhalb der Juristen scheint das auch nicht Viele zu interessieren, obwohl der DFGT immer ziemlich gut zeigte, was läuft und laufen wird.

Wer sich interessiert: Die Ergebnise der Arbeitkreise sind jetzt online, siehe https://www.dfgt.de
Es ging um Elternunterhalt, Wechselmodell, Sorgerecht, Umgangverweigerung und viele andere Themen.
Zitieren
#2
Ich habe es auch nur überflogen.

Unterhalt rauf: Es wurde festgestellt, dass Unterhaltspflichtige keinen Arbeitsanreiz benötigen, da sie ja sowieso zur Arbeit verpflichtet sind. Deswegen sollte der SB generell auf den Wert für Nichterwerbstätige abgesenkt wird.

Umgang: Es wird festgestellt, dass sich Umgang nicht durchsetzen lässt. Das liegt aber nicht an den Gesetzen, sondern daran, dass sie nicht benutzt werden. Deswegen sollen die Gesetze nochmal geändert werden. Logisch oder?
Zitieren
#3
@beppo:
Danke für die Zusammenfassung. Offensichtlich stand das Wohl der Kinder wieder mal im Vordergrund.
Zitieren
#4
Ich findes das auch gut.
Dann kriegen die Kinder mehr und die Pflichtigen können sich das vollständig vom Jobcenter zurück holen.
Zitieren
#5
(26-07-2017, 19:05)beppo schrieb: Umgang: Es wird festgestellt, dass sich Umgang nicht durchsetzen lässt. Das liegt aber nicht an den Gesetzen, sondern daran, dass sie nicht benutzt werden. Deswegen sollen die Gesetze nochmal geändert werden. Logisch oder?

Ich denke auch, dass Umgang durchsetzbar wäre, davon aber unverständlicherweise kein Gebrauch gemacht wird. Kann ja auch gar nicht klappen, wenn Richter Ordnungsgeldanträge unter den Tisch fallen lassen oder Witzbeträge von 300 Euro ansetzen und somit Umgangstitel nicht durchsetzen bzw. Verstößte dagegen nicht scharf sanktionieren. Würde man beim ersten Umgangsboykott dem verweigernden Elternteil 25.000 Euro Ordnungsgeld auferlegen, dann wäre das Problem sehr schnell behoben. Ich bin da definitiv für die Hammermethode. Nur so kann man hartnäckige und nicht reflektieren wollende Mütter abschrecken oder natürlich auch alleinerziehende Väter, die einer Mutter den Umgang verweigern oder das Kind aufhetzen. Alles andere führt nur zu einem Dauerleid(en) der Kinder und dem Verlust eines Elternteils (für die Kinder).
Zitieren
#6
Jetzt musst du nur noch Jura studieren, dich beim Deutschen Familiengerichtstag anmelden und eine flammende Rede für diese Vorschläge halten, damit die Juristenschaft davon überzeugt wird und mitzieht.
Zitieren
#7
(26-07-2017, 22:19)p__ schrieb: Jetzt musst du nur noch Jura studieren, dich beim Deutschen Familiengerichtstag anmelden und eine flammende Rede für diese Vorschläge halten, damit die Juristenschaft davon überzeugt wird und mitzieht.

Das Problem an der Sache ist, dass zu viele diesen Bereich als Geldquelle (für sich) entdeckt haben. Darunter auch sog. Gutachter aka Möchtegernpsychologen, die genau wie Juristen mit dem sog. Kindeswohl ordentlich Geld scheffeln. 

In meinem Gutachten steht, dass die Mutter zwar (wortwörtlich) zur Schönfärberei neigt, ich aber im Gegensatz dazu dem Kind ggü. zu autoritär sei, ihn versuche zu sehr anzuleiten z.B. beim Zusammenbau eines Puzzleballs. Die Mutter hingegen sei nicht in der Lage sich gegen das Kind durchzusetzen, sie leite das Kind zu wenig an. Wohlgemerkt habe ich das Kind zum Zeitpunkt der Begutachtung bereits über 8 Monate hinweg nur noch sporadisch und 3 Monate lang gar nicht mehr gesehen, folglich ist mir der Kleine vor der Gutachterin gleich ausgeflippt, als ich nur zu ihm sagte, dass er den Puzzleball gerade falsch zusammensetzt. Also wer ist da wohl klar im Vorteil?

Man hatte förmlich den Eindruck, dass die Gutachterin nach einem Grund sucht mich ab Seite 35 schlecht reden zu können. Ich besäße im Übrigen auch zu wenig spielerische Feinfühligkeit für das Kind. Die Mutter habe eigentlich nur ein Hauptproblem und das sei der Umgang und meine nervigen Gerichtsanträge wegen Umgang. Zum Schluss hat sie noch empfohlen, dass der Vater (also ich) seine freiwillige Umgangaussetzung fortführen soll(e). Frewillig ist gut  Undecided

Was ich damit hier zum Thema sagen möchte, ist, dass der gesamte Bereich der Familiengerichtsbarkeit komplett für'n Popo ist. 1. benötigen wir keine Familienrichter und 2. auch keine Gutachter sondern lediglich Gesetze, die knallhart durchgesetzt werden. Und Unterhalt darf von einem Gericht schon gar nicht geregelt werden sondern rein von den Beteiligten unter sich. Und Umgang bzw. Kindesentzug gehört ins Strafrecht.
Zitieren
#8
Das Problem ist u.a., dass jeder Trottel Gutachter werden kann. Von Qualität keine Spur. Häufig keinerlei wissenschaftlich fundierte Begründung. Alles aus dem Bauch heraus, aber da man ja ExpertIn ist, gilt dies als fundierte Expertenmeinung.
Zitieren
#9
(26-07-2017, 19:05)beppo schrieb: Unterhalt rauf: Es wurde festgestellt, dass Unterhaltspflichtige keinen Arbeitsanreiz benötigen, da sie ja sowieso zur Arbeit verpflichtet sind. Deswegen sollte der SB generell auf den Wert für Nichterwerbstätige abgesenkt wird.

In welchem Papier steht das genau? Ist doch super, bringt mehr Geld für meine Kids und Krokodilstränen für meinen Sozialdezernenten. Zeigt m. E. aber auch ganz deutlich, daß aus den Mangelfällen aber auch wirklich gar nichts mehr rauszuholen ist.

(26-07-2017, 19:05)beppo schrieb: Umgang: Es wird festgestellt, dass sich Umgang nicht durchsetzen lässt. Das liegt aber nicht an den Gesetzen, sondern daran, dass sie nicht benutzt werden. Deswegen sollen die Gesetze nochmal geändert werden. Logisch oder?

Man möchte gerne etwas greifbares, einen Tatbestand (Umgangsverweigung) im Gesetzestext. Den kann man dann auch prima sanktionieren.
Konkrete Tatbestandsmerkmale umfasst die gesetzliche Regelung natürlich mal wieder nicht, so daß wie gehabt nach Gutsherrenart festgelegt wird, ob Umgangsverweigerung vorliegt. Ich sehe schon die richterlichen Begründungen im geistigen Auge vor mir:"...es kann hinten angestellt bleiben, ob in dem Fall x gegen y eine Umgangsverweigerung vorliegt, zumal der Gesetzgeber es unterlassen hat, entsprechende Tatbestandsmerkmale hinreichend zu konkretisierieren. Soweit der Prozessbevollmächtigte des Klägers die Auffassung vertritt, es fehle an einer aktiven Umgangsförderung durch den Betreuungselternteil, so wie es der §1684 Abs. 2 BGB in der Fassung v. xx.yy.zzzz vorsieht, so geht dies fehl. Denn die beklagte Partei hat glaubhaft versichert, die Kinder A und B stets wohlwollend zum Umgang mit dem Kläger animiert zu haben. Soweit der Kläger mit Schriftsatz v. xx.yy.zzzz vorträgt, das die Kinder von Verunglimpfungen des Klägers durch die Beklagte berichten und den Kontakt mit dem Kläger zeitweise sogar ablehnen, so liegt dies nach Auffassung der Kammer allein daran, daß der Kläger unzweifelhaft, durch sein wiederholt gezeigtes streitsüchtiges Verhalten in der Vergangenheit, maßgeblich dazu beigetragen hat. "
"Du Mama. Wenn Papa tot ist kauf ich mir meinen eigenen Ponyhof!" - CosmosDirect Lebensversicherung, 2007

Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Vater
Zitieren
#10
Du hast die Befähigung zum Richteramt....
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  23. Familiengerichtstag, diesmal am richtigen Ort p__ 23 8.149 11-04-2020, 01:18
Letzter Beitrag: Sixteen Tons
  Kurieren an Symptomen - der 21. Familiengerichtstag sorglos 7 4.670 11-12-2015, 16:35
Letzter Beitrag: p__
  Programm des 20. Familiengerichtstag im September beppo 47 33.216 22-10-2014, 00:01
Letzter Beitrag: Absurdistan
  19. Familiengerichtstag in Brühl p__ 17 15.892 23-09-2011, 00:43
Letzter Beitrag: Ibykus

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste