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Weihnachtsproblem
#1
Im Vergleich zu manchen hier wahrscheinlich ein eher kleineres Problem, aber ich bin im Moment recht ratlos.

Also, mit Ex habe ich 2 Kinder (w9, m7). Das Verhältnis zur Ex ist (wieder) recht gut, das mit dem Umgang haben wir auch einvernehmlich und ohne Gerichte hin bekommen.

In den letzten beiden Jahren haben wir es sogar geschafft, Weihnachten um der Kinder willen zusammen zu feiern. Das bedeutete, dass ich Heiligabend zur Ex fuhr, es gab die übliche Bescherung und ein gemeinsames Essen. Die Kinder haben das sehr genossen und deshalb habe ich es auch letztes Jahr mitgemacht, obwohl da der Neue der Ex auch dabei war. Lief trotzdem gut.

Soweit also alles ok. Jetzt habe ich seit ein paar Monaten selbst eine neue Beziehung, mit der alles auch gut läuft. Ich möchte nun die Frau auch zum diesjährigen Heiligen Abend mitbringen. Mit Ex auch schon abgesprochen, kein Problem für sie. Jetzt ist es aber so, dass sich unser Sohn querstellt. Gefragt warum, meint er nur immer wieder "Papa, du sollst für mich allein da sein!"

Er hat meine neue Freundin schon ein paar Mal gesehen und die Kinder verstanden sich eigentlich ausnehmend gut mit ihr. Aber Weihnachten will sie unser Sohn jetzt partout nicht dabei haben.

Was kann man da machen? (Der Freund der Ex wird auch dieses Jahr wieder dabei sein, sie wohnen mittlerweile auch zusammen, dagegen sagt unser Sohn aber nichts)
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#2
Nicht ganz einfach. Zunächst aber mal: Schön, dass es mit der Ex so gut klappt.

Ich nehme jetzt einfach auch mal an, dass dein Verhältnis zur Ex so gut ist, dass du ausschließen kannst, dass sie evtl. euren Sohn insofern beeinflusst hat? Damit sie dir nicht sagen muss, dass sie wohl ein Problem damit hat, dass du deine neue Freundin mitbringst?

Vermutlich hat dein Sohn einfach noch ein kleines Problem, deine neue Freundin so richtig der Familie zuzuordnen. Sie zu sehen und ein bisschen was zu unternehmen ist eine Sache - zu einem Fest wie Weihnachten ist es womöglich schwieriger, ein neues Familienmitglied zu akzeptieren. Eventuell hat er auch Angst, in Zukunft zu kurz zu kommen - Mama hat einen Neuen, Papa hat auch eine Neue. Ein wenig viel.
Allerdings, so hart das klingt: Da muss er durch. Rede mit ihm, versichere ihm, dass du immer für ihn da bist und ihn genauso lieb hast wie immer, aber erkläre ihm auch, dass jeder Erwachsene auch sein eigenes Leben lebt und es schlicht nicht möglich ist, dass du ausschließlich für ihn da bist. Er hat ja auch eine Schwester, insofern ist er es ja eigentlich gewohnt, "teilen" zu müssen.
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#3
Auch wenn's nicht leicht ist, du solltest deinem Sohn klar machen, dass es gemeinsame Weihnachten nur gibt, wenn es für alle gilt.

Vielleicht mit der Frage, wie es ihm gefallen würde, wenn er irgendwo, wo er hingehört und hin will, ausgeschlossen würde.

Weihnachten ist das Fest der Gemeinsamkeit. Alleine haben, kann er dich dann ein anderes Mal.(Am besten gleich einen festen Termin machen.)
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#4
Hi Theo,

wir lagen nun schon des öfteren "überquer", aber das heißt ja nicht, sich bei konkreten Themen auszuschließen.

Generell finde ich es gut, dass du und Ex es (auch im Sinne eurer Kinder) so gut hin bekommen habt und ich wünsche euch, dass dies so bleibt. Aber zum Thema:

Vermutlich (meine Annahme) hat dein Sohn keine Probleme mit der neuen Freundin von dir, so wie auch hoffentlich mit dem Neuen der Mutter. Oft ist es aber so, dass der entfernt lebende "etwas Besonderes" ist und Weihnachten für Kinder sowieso etwas mit besonderem Zauber darstellt. Das ging uns wohl allen so.

Lange Rede kurzer Sinn: Kinder wünschen sich, dass die wirklichen Eltern mal zusammen sind und es ist für sie etwas ganz besonderes. Den Freund der Mutter 'müssen' sie akzeptieren und haben sich wohl auch mit der Situation arrangiert. Und nun kommst du mit 'ner Neuen an; das wird ja noch 'unsicherer'.

Vor dem Hintergrund, dass Kinder sich immer tief im Innersten eine "Wiedervereinigung" der Eltern wünschen, kann ich die Abwehrreaktion des Nachwuchses verstehen - und den solltest du nicht abwertend gegen dich und deine Freundin verstehen.

Denkbar wären andere Ansätze, denn den Gedanken, gemeinsam mit Allen zu feiern kann auch etwas Besonderes für deinen Sohn sein; wenn du es ihm schmackhaft machst.

Geh doch einfach -nur mit ihm alleine- in ein Café, lass ihn Kakao und Kuchen nur mit seinem Papi trinken und essen, und den Lütten erst mal reden und erzählen. Dann kann man (situativ abhängig) das Gespräch auf die Weihnachtsfeier lenken und zuhören.

Kinder sind sehr offen, wenn es um ihre Wünsche und Bedürfnisse geht und sie sich mit ihren Gedanken ernst genommen fühlen.

Abängig von dem, was dein Kleiner dann erzählt, würde ich reagieren und ihm erklären, dass deine Kinder immer das Wichtigste im Leben sind - aber es auch für dich schön ist, wenn Mami mit ihrem Freund, Papi mit seiner Freundin gemeinsam feiern und so eine ganz doll Große Familie sind.

Wenn Kinder Zusammenhänge begreifen und für sich verstehen, kann die Welt plözlich ganz anders aussehen und das, was erst bedrohlich erschien plötzlich sehr positiv wirken.

Das wäre meine Empfehlung dazu und ich wünsche dir ein gutes Händchen beim Gespräch; so du den Rat annehmen magst.

Viel Erfolg und euch Allen ein hoffentlich schönes Weihnachtsfest.

SgI
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#5
Danke für Eure Antworten.

Leider habe ich es nicht geschafft, den Lütten zu überzeugen.

Wir haben es jetzt so vereinbart, dass meine Freundin an Heilig Abend nicht mit mir fährt, sondern bei ihren Eltern verbringt. Der Kleine hat dann noch einmal seinen Papa für sich.

Am 1. Tag sind die Kinder dann mit meiner Ex bei deren Eltern und ich feiere mit meiner Freundin. Und am 2. Tag ist Kaffee und Kuchen bei meinen Eltern angesagt, da kommen dann die Kinder beide hin und auch ich mit meiner Freundin. Auf diese Weise ist noch einmal ein Übergangskompromiss erzielt worden. Freundin trifft die Kinder zwar nicht an Heilig Abend, aber am 2. Weihnachtsfeiertag.

Ich hoffe, das bewirkt ein langsames Gewöhnen und das Problem stellt sich dann nächstes Jahr nicht mehr.
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#6
klingt vernünftig.
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#7
(18-12-2012, 20:12)Theo schrieb: ...Ich hoffe, das bewirkt ein langsames Gewöhnen und das Problem stellt sich dann nächstes Jahr nicht mehr.

Schließe mich iglu an, guter erster Schritt im Sinne des Machbaren.

Und ich wünsche dir/euch, dass es auch(!) ein toller zweiter Weihnachtsfeiertag wird - und sich dein Nachwuchs im nächsten Jahr auf einen gemeinsamen Heilig Abend freut.

Danke übrigens für deine Rückmeldung zum Thread, Theo.

Mit guten Wünschen
SgI
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