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Kuckuckskinder vom Aussterben bedroht?
#26
(09-10-2014, 10:02)Simon ii schrieb: Wieder ein Bereich, in den sich der Staat einmischen würde.
Der Staat mischt sich mit der derzeitigen Regelung auch in die Elternschaft ein. Er verlangt unter Drohung mit utopischen Kosten, dass ein Vater seine Vaterschaft ohne DNA-Beweis anerkennt.
(09-10-2014, 10:02)Simon ii schrieb: Was hingegen abgeschafft werden muß - und das dringend! - ist das Verbot eines privaten DNA-Tests.
Soll der ohne das Wissen der Mutter erlaubt sein, und im Falle von Scheinvaterschaft dem Scheinvater erlauben, seine Anerkennung der Vaterschaft zu widerrufen und Forderung nach Schadensersatz gegen die Mutter begründen?

Ich fände es gut, wenn ein DNA-Test für jedes der Eltern zum Standard erklärt würde. (Es gibt auch Scheinmütter. Schon König Salomo soll mal über so einen Fall geurteilt haben.) Meinetwegen kann es eine Ausnahme für den Fall geben, dass beide Eltern einen DNA-Test ablehnen. Das muss dann aber auf den Urkunden, die bezüglich Abstammung ausgestellt werden, vermerkt sein. Weiterhin muss eine spätere Anfechtung der auf diese Weise entstandenen Scheinelterschaft durch das Scheinelter oder durch das andere Elter abgelehnt werden.
(09-10-2014, 10:28)wackelpudding schrieb: dass 10% bis 20% Kuckkuckskinder
Ich habe dazu schon viele Zahlen gelesen. Das Spektrum geht von 2% bis 20%. Ich vermute, dass das an der Definition von Kuckuckskind liegt, dass es dabei darum geht, ob der Nichtvater glaubt, der Vater zu sein?
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#27
(09-10-2014, 16:34)Das Nerdliche Orakel schrieb: ...dass es dabei darum geht, ob der Nichtvater glaubt, der Vater zu sein?

...ob ein nicht leiblicher Vater glaubt, der leibliche Vater zu sein.
Wer nicht taktet, wird getaktet...
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#28
@wackelpudding
Ich habe in meinem ganzen Beitrag "biologischer Vater" gemeint, wenn ich Vater geschrieben habe. Sonst wäre auch der Begriffe "Scheinvaterschaft" sinnlos und ein DNA-Test kein Beweis der Vaterschaft.
Ich hätte die Wortakrobatik auch auf Kosten der Verständlichkeit weitertreiben können, und statt "Mutter" "angebliche Mutter" und statt "Elter" "angebliches Elter" schreiben können.

Aber wo wir schon dabei sind. Muss ein "nicht leiblicher Vater" rechtlicher Vater sein? Meinst du "(nicht leiblicher) Vater" oder "nicht (leiblicher Vater)"?
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#29
Müssen muss Mann so was nicht. Es kann ihn niemand dazu zwingen. Auch wenn Du es gerne so hättest. Zumindest in Bezug auf KU. Da soll deiner These nach der Nichtvater zum Vater mutieren. Ansonsten soll er Nichtvater weiter Nichtvater sein.
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#30
(11-10-2014, 11:52)Dzombo schrieb: Müssen muss Mann so was nicht.
Es geht hier um die Definition von Kuckuckskind.
Muss jemand, der glaubt, der biologische Vater eines Kindes zu sein, obwohl er es nicht ist, der juristische Vater dieses Kindes sein, damit dieses Kind ein Kuckuckskind ist?
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#31
Zitat:Es geht hier um die Definition von Kuckuckskind.
Muss jemand, der glaubt, der biologische Vater eines Kindes zu sein, obwohl er es nicht ist, der juristische Vater dieses Kindes sein, damit dieses Kind ein Kuckuckskind ist?

Ja, das ist wohl die Definition von Kuckuckskind.
Wobei ich inzwischen glaube, die Mehrheit der nicht biologischen, aber juristischen Vätern, weiß sehr wohl Bescheid, bzw. ahnt etwas.
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#32
@Zuschauer
Das ist nur eine Version. Wikipedia schreibt
Zitat:Kuckuckskind bezeichnet ein Kind, dessen Vater nicht sein biologischer Vater ist, weil die Mutter es mit einem anderen Mann zeugte und das Kind und seinen sozialen Vater im Glauben ließ, miteinander blutsverwandt zu sein.
Demnach soll es dort ein (nicht der, sondern ein; denn davon kann es mehrere gleichzeitig geben) sozialer Vater sein, und die Mutter muss nich nur ihn sondern auch das Kind im Glauben gelassen haben. Das zweite ist sehr wackelig, insbesondere wenn das Kind noch sehr jung ist.
Ich finde außerdem die Wortwahl beeindruckend. Da steht "im Glauben lassen" statt "belügen".

Um die Quote an Kuckuckskindern zu ermitteln, muss man sich erst einmal darüber einigen, was ein Kuckuckskind ist, und das ist gar nicht so leicht.
Hier ein Beispiel: Gräfin Rotz gebärt ein Kind. Graf Rotz erkennt die Vaterschaft an. Er weiß, dass das Kind nicht von ihm ist. Der Stallknecht glaubt, dass das Kind von ihm sei, und ist jetzt besonders fleißig, weil er sich darüber freut, dass sein Kind die Grafschaft erbt. Allerdings ist das Kind vom Kammerdiener.

Eine brauchbare Definition ist, dass ein Kind ein Kuckuckskind ist, wenn der biologische Vater und der erste rechtliche Vater nicht identisch sind. Damit erwischt mann allerdings auch die Kinder, wo der Vater vor der Geburt gestorben ist, und die Mutter vor der Geburt wieder geheiratet hat, also sogar den traditionellen Idealfall. Diese Definition ist brauchbar, weil man es objektiv überprüfen kann. Den "Glauben des Vaters" kann man nicht objektiv überprüfen.
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#33
(12-10-2014, 20:41)Das Nerdliche Orakel schrieb: Ich finde außerdem die Wortwahl beeindruckend. Da steht "im Glauben lassen" statt "belügen".

Wikipedia ist eh feministisch angehaucht. Habe mir kurz überlegt den Artikel zu bearbeiten und anstelle von "im Glauben lassen" schlichtweg "täuschen/vortäuschen" zu schreiben, aber das würde dort eh zensiert werden.

Interessant ist der unterschiedliche Augenmerk der beiden möglichen Formulierungen:
Zitat:"Die Mutter täuscht das Kind und den ..."
(Hier ist der negative Bezugspunkt eindeutig die Mutter)
versus:
Zitat:"..das Kind und den sozialen Vater im Glauben lassen"
(Hier nicht)
Wir wissen alle, daß die Hälfte aller Ehen mit der Scheidung enden. Aber die andere Hälfte enden mit dem TOD! Wir haben also nochmal Glück gehabt
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#34
@L3NNOX
Genau das habe ich gemeint. Wikipedia interessiert mich nicht. Der dort stehende Satz
Zitat:Gemäß einer britischen Studie über zwischen 1950 und 2004 durchgeführte Verwandtschaftsuntersuchungen beträgt die Quote der sogenannten „Vaterschaftsdiskrepanzen“ im Median 3,7 Prozent.
passt sicher nicht zu der dort genannten Definition von Kuckuckskind.
Ich finde es nur bedauerlich, dass da Zahlen von zwei bis zwanzig Prozent herumgeistern. Das würde ich gerne konkretisieren. Den Anteil der Kinder, wo biologischer Vater und erster rechtlicher Vater nicht identisch sind, müsste man leicht feststellen können, indem man eine representative Stichprobe von ein paar tausend Menschen überprüft. Wenn rechtliche Vaterschaft eine notwendige Voraussetzung für Kuckucksvaterschaft ist, wäre dieses Ergebnis eine obere Grenze für den Anteil von Kuckuckskindern.
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#35
Da gab es doch IMHO eine Studie, die das unfreiwillig festgestellt hat. Es ging um was völlig anderes (Erbkrankheiten o.ä.) und dazu sollten Probanden Genmaterial von sich und ihrem Vater einsenden. Im Labor war dann die Überraschung groß, weil etwa 15% der Proben nicht brauchbar waren, weil die Einsender definitiv nicht verwand waren!
Wir wissen alle, daß die Hälfte aller Ehen mit der Scheidung enden. Aber die andere Hälfte enden mit dem TOD! Wir haben also nochmal Glück gehabt
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#36
@L3NNOX
Ich kenne die Studie nicht. Bitte finde heraus, was das war, und gibt einen Link darauf! Das, was du schreibst, klingt nach representativ.
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#37
Eine Befragung von ein paar Tausend zufällig ausgewählten Leuten nach ihrem Vater wäre interessant. Die Anweisung muss lauten: Gib von dir und von dem, der nach deiner Kenntnis dein biologischer Vater ist, Genmaterial ab! Das soll dann anonymisiert ausgewertet werden.
Es wird folgende Kategorien geben
  1. Der Kandidat gibt keine Antwort.
  2. Das Material des Kandidaten passt zusammen
  3. Das Material des Kandidaten passt nicht zusammen.
Interpretieren müssen das dann, wie immer, andere.
Wer weiß, warum die, die keine Antwort gaben, das taten, insbesondere, ob unter denen besonders viele oder beonders wenige sind, die sich besonders sicher darüber sind, wer ihr biologischer Vater sei?
Und dann sind da noch die Scherzkekse. Wenn mich jemand nach einer Wahl fragt, was ich gewählt hätte, und welcher Abstmmung ich sei, werde ich angeben, dass ich NPD gewählt hätte und Türke sei.
Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast! Und das sage ich, weil ich jahrelang als Datenkrake gearbeitet habe. Mein Meisterwerk war damals etwas mit "Spontangeburt eines Einlings" bei über 80-jähigen Männern.
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