17-07-2026, 10:06
Falls ihr ein Kind habt, für das die Mutter unterhaltspflichtig ist, aber nicht zahlt, hier könnt ihr die Geschichte dazu erzählen: https://www.gofeminin.de/familie/kind/al...15439.html
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Mutter zahlt nicht?
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17-07-2026, 10:06
Falls ihr ein Kind habt, für das die Mutter unterhaltspflichtig ist, aber nicht zahlt, hier könnt ihr die Geschichte dazu erzählen: https://www.gofeminin.de/familie/kind/al...15439.html
„Die alltägliche Realität bewegt sich also plötzlich um das Minus auf dem Konto, um nicht bezahlbare Klassenfahrten der Kinder, um unerfüllte Kinderwünsche und die ewige Sorge, dass das Geld am Ende des Monats nicht reicht.“
Dann sollte die höchste Moralische Instanz aufhören den Mindestunterhalt (und darüber hinaus) bei Sozialhilfeempfängerinnen auf Vorschussniveau wegzuschleifen. Das wäre ja schonmal ein Anfang. Dass prozentual mehr Mütter keinen Unterhalt zahlen, wird natürlich geschickt verschwiegen, weil mit absoluten Zahlen jongliert wird.
26-07-2026, 18:27
Sehr geehrte Damen und Herren.
Ich bin Ihrem Aufruf gefolgt und hier ist meine Geschichte: Ich habe fünf Kinder, heute zwischen 16 und 25 Jahre alt. Von ihrer Mutter bin ich seit 16 Jahren getrennt, seit 14 Jahren geschieden. In all den Jahren habe ich Kindesunterhalt gezahlt. Insgesamt waren es in 15,5 Jahren rund 200.000 Euro. Das klingt erst einmal nach einer Zahl. Dahinter stecken aber viele Jahre, in denen finanziell kaum Luft war. Nach der Trennung fiel die Steuerklasse III weg, ich landete in Steuerklasse I und hatte zeitweise nach der Unterhaltszahlung noch rund 700 Euro übrig. Die Miete war da noch nicht bezahlt. Ich war zu diesem Zeitpunkt voll berufstätig. Damit meine Kinder und ich während der Umgangszeiten überhaupt vernünftig leben konnten, musste ich zusätzlich Sozialleistungen beantragen. Es ging nicht um Luxus, sondern darum, dass etwas im Kühlschrank war, wenn die Kinder bei mir waren. Diese Leistungen bekam ich nicht einfach. Über rund drei Jahre habe ich mehr als sechs Verfahren vor dem Sozialgericht geführt. Es ging unter anderem um die temporäre Bedarfsgemeinschaft. Dazu kamen die ständigen Nachweise gegenüber dem Amt, Kontoauszüge, Unterlagen, Erklärungen, immer wieder alles offenlegen. Gleichzeitig Vorgaben aus der Arbeitsvermittlung, obwohl ich voll gearbeitet habe. Man macht sich dabei komplett nackig, nur um seine Kinder an den Umgangswochenenden versorgen zu können. Die Belastung hat irgendwann ihren Preis gehabt. Zweimal war ich wegen mittelgradiger Depressionen in einer Rehabilitationsmaßnahme der Rentenversicherung. Bei den Unterhaltszahlungen gab es von der Mutter meiner Kinder in all den Jahren kein Entgegenkommen. Auch Jugendamt und Gerichte haben für mich keine pragmatische Lösung geschaffen. Vieles musste ich gerichtlich klären und immer wieder neu begründen. Ich habe trotzdem gezahlt. Monat für Monat. Dann hat sich die Situation komplett gedreht. Zwei Kinder waren inzwischen aus dem Haus. Im vergangenen Jahr zog die Mutter in die Schweiz zu ihrem neuen Lebensgefährten. Die Kinder blieben in Deutschland und kamen zu mir. Seitdem übernehme ich alles. Wohnen, Essen, Kleidung, Schule, Ausbildung, Fahrten, Versicherungen und den kompletten Alltag. Gerade in einem Alter, in dem Kinder finanziell nicht günstiger werden. Unterhalt von der Mutter gibt es nicht. Keinen Eurocent. Auf Briefe kommt keine Reaktion. Über soziale Medien ebenfalls nicht. Zu den Kindern besteht praktisch kein Kontakt mehr. Gleichzeitig sieht man Bilder aus ihrem neuen Leben in der Schweiz. Vor einiger Zeit habe ich gehört, dass sie möglicherweise geheiratet hat. Ob sie inzwischen einen anderen Namen trägt, weiß ich nicht. Die Kinder wissen es auch nicht. Die Unterhaltsbeitreibung wird dadurch nicht einfacher. Die Schweiz gehört nicht zur EU. Eine Durchsetzung ist grundsätzlich möglich, aber deutlich aufwendiger. Wenn aktuelle Anschrift, Einkommensverhältnisse und möglicherweise sogar der Name unklar sind, wird aus einem normalen Unterhaltsanspruch schnell ein internationales Verfahren. Genau das ist der Punkt, der für mich so schräg ist. Mehr als 15 Jahre lang war völlig klar, dass ich zahlen muss. Es spielte keine Rolle, wie viel mir danach selbst noch blieb. Es spielte keine Rolle, ob ich zusätzlich Sozialleistungen brauchte. Die Verpflichtung war da und wurde eingefordert. Heute leben die Kinder bei mir. Heute müsste die Mutter zahlen. Jetzt ist sie weg. Das Geld ist dabei nur ein Teil der Geschichte. Die Kinder haben über Jahre in einem dysfunktionalen Haushalt gelebt. Diese Jahre verschwinden nicht, nur weil sie jetzt bei mir wohnen. Ich übernehme nicht nur Rechnungen und Einkäufe, sondern versuche auch, Stabilität herzustellen und Dinge aufzufangen, die sich über lange Zeit entwickelt haben. Diese Kosten stehen in keiner Unterhaltstabelle. Ich habe kein Problem mit Kindesunterhalt. Eltern müssen für ihre Kinder Verantwortung übernehmen. Das gilt auch finanziell. Ich habe das 15,5 Jahre lang getan. Heute sind die Rollen vertauscht. Die Kinder leben bei mir, die Mutter lebt in der Schweiz und zahlt nichts. Für mich zeigt diese Geschichte vor allem eines: Unterhaltspflicht hat kein Geschlecht. Wer seine Kinder nicht betreut, muss sich finanziell beteiligen. Vater oder Mutter sollte dabei keine Rolle spielen. Die 200.000 Euro Unterhalt sind rückblickend fast noch der einfachere Teil der Geschichte. Was die Kinder aus den letzten Jahren mitgenommen haben und was jetzt aufgefangen werden muss, dürfte am Ende deutlich teurer sein. Nicht nur finanziell. Mit freundlichen Grüßen Tobias Weber
"Du Mama. Wenn Papa tot ist kauf ich mir meinen eigenen Ponyhof!" - CosmosDirect Lebensversicherung, 2007
Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Vater
26-07-2026, 19:04
Genialer Text. Vielleicht könnte man noch mit einbauen, dass Mutti noch mit Steuerklasse 2 belohnt wurde.
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