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„Wie Sisyphos, bis man zerbricht.“ – Wenn Väter abgezockt werden.
#1
Auf Tichys Einblick ist ein meiner Meinung nach sehr guter und sehr ausführlicher Bericht über die Situation vieler entsorgter Väter erschienen.

Autorin ist Anabel Schunke.

Anbei der Link:

"Wie Sisyphos, bis man zerbricht." - Wenn Väter abgezockt werden.

Ich zitiere aus den Text:

Zitat:Während die deutsche Presselandschaft voll von Artikeln über alleinerziehende Mütter und ihre schwierige gesellschaftliche und finanzielle Situation ist, mangelt es zumeist an Aufmerksamkeit und damit einhergehend auch Empathie für das Schicksal der dazugehörigen Väter der Kinder. Im Gegenteil, nicht selten ergießt sich ein wahrer Shitstorm über all jene, die es wagen, am Bild der armen alleinerziehenden Mutter zu rütteln.

Etwas später:

Zitat:Es ist also auch nicht Sinn dieser Darstellung, von Schicksalen aus der Sicht von betroffenen Vätern, den Müttern per se ein wie auch immer ungerechtfertigtes Verhalten zu unterstellen oder ihr Verhalten überhaupt bis ins letzte Detail zu bewerten. Hierfür bräuchte es zweifelsohne auch die Sichtweise der anderen Seite, die bewusst außen vor gelassen wurde, da es hierbei weniger um eine finite Wahrheitsfindung, denn um eine Möglichkeit für Väter geht, ihre eigene Sichtweise auf die Dinge darzustellen, ohne den direkten Versuch, diese augenblicklich wieder zu entkräften.

Dies führt mitunter wie gesagt dazu, dass Fragen unbeantwortet bleiben, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie überhaupt beantwortet werden würden, befrügte man die andere Seite dazu. Denn während die Männer sich in diesen Fällen zumeist als sehr offen und kommunikativ erweisen, sind sich vor allem die dazugehörigen Mütter als außerordentlich unkommunikativ und deren Front mitunter als so verhärtet, dass der Versuch des Dialoges wenig Sinn ergibt.

Zitat:Im Fokus der Erzählung – und das stand zumeist im krassen Kontrast zum Verhalten der jeweiligen Kindesmutter – stand in aller Regel das Wohl des Kindes. Jene Fokussierung zog sich durch nahezu alle getätigten Aussagen, ob indirekt oder mit ganz direktem Verweis darauf. Ja, ich kann nicht beurteilen, ob diese Männer gute Partner, Ehemänner oder auch nur Bekanntschaften sind, aber ich maße mir an, nach diesen Gesprächen beurteilen zu können, dass es sich bei ihnen zumeist um gute Väter handelt, bei denen das Wohl des Kindes über allem steht. Ich habe darüber hinaus gelernt, dass dieses Problem ein gesamtgesellschaftliches ist. Dass es den Universitätsprofessor genauso treffen kann wie den Industriemeister. Und dass sich daraus noch ganz andere Probleme für die Gesellschaft ergeben können.

Die Autorin stellt einige typische Fälle vor; solche, wie man sie hier im Forum auch ständig lesen kann.
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#2
Sehr guter Artikel, danke. Die Beispiele kennt manN ja in aehnlicher Form leider nur zu gut aus diesem Forum.
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#3
Top!

Zitat:Was ich jedoch erfahren habe, ist viel über das Gefühlsleben, die Denkweise vieler betroffender Väter. Nicht alle Fälle konnte ich in diesen Beitrag aufnehmen, aber alle spielen in meinen Überlegungen eine Rolle. Kein Einziger hat von sich aus über seine Gefühle, darüber, wie es ihm dabei geht, gesprochen. Die eigenen Gefühle, sie kamen erst, wenn ich danach fragte, dann aber ungewohnt prägnant und offen. Die meisten Gespräche begannen mit einer sachlichen chronologischen Zusammenfassung dessen, was in den letzten Jahren im eigenen Leben passiert ist.

***Im Fokus der Erzählung – und das stand zumeist im krassen Kontrast zum Verhalten der jeweiligen Kindesmutter – stand in aller Regel das Wohl des Kindes. Jene Fokussierung zog sich durch nahezu alle getätigten Aussagen, ob indirekt oder mit ganz direktem Verweis darauf.***

Ja, ich kann nicht beurteilen, ob diese Männer gute Partner, Ehemänner oder auch nur Bekanntschaften sind, aber ich maße mir an, nach diesen Gesprächen beurteilen zu können, dass es sich bei ihnen zumeist um gute Väter handelt, bei denen das Wohl des Kindes über allem steht. Ich habe darüber hinaus gelernt, dass dieses Problem ein gesamtgesellschaftliches ist. Dass es den Universitätsprofessor genauso treffen kann wie den Industriemeister. Und dass sich daraus noch ganz andere Probleme für die Gesellschaft ergeben können.

Tue so viel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber. _CD

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#4
Super zu lesen und auf den Punkt gebracht!

Zitat:***Besonders in Bezug auf die eigenen Kinder lässt sich jedoch nach all meinen Erkenntnissen sagen, dass es hier der Mann ist, der eklatant benachteiligt und zum bloßen Bittsteller ohne eigene Entscheidungsbefugnis degradiert wird. Er ist derjenige, der in Bezug auf die eigenen Kindern bei einer Trennung oder, wenn er nie mit der Mutter zusammen war, einen Haufen Pflichten, aber kaum Rechte besitzt und der durch diese gesetzliche Schieflage zermürbt wird.***

All das, das muss man eigentlich gar nicht mehr extra erwähnen, schadet in immenser Weise nicht zuletzt auch den betroffenen Kindern. Denn bei aller Toleranz gegenüber den unterschiedlichen Familienmodellen, brauchen Kinder sowohl Mutter als auch Vater. Nicht jeder wird dieser Rolle gerecht oder will dieser Rolle gerecht werden, aber wieso machen wir jenen, die Vater sein wollen, das Leben hierzulande so schwer? Hier bedarf es eines Umdenkens. Sowohl beim Staat, als auch bei den Müttern.

Tue so viel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber. _CD

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#5
In der Tat, ein sehr guter Artikel!

Werde mal diverse alte Geschäftsnummern/Aktenzeichen der diversen Gerichte verwenden, um mit diesem Artikel Richterfortbildung zu erreichen .

Besonders von Bedeutung sind die gesellschaftlichen Konsequenzen.
remember
Don´t let the bastards get you down!

and
This machine kills [feminists]! 
(Donovan)
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