Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Alltag einer Familienrichterin
#1
Alltag einer Familienrichterin: "Das macht mich traurig, fassungslos, hilflos, wütend"

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fa...57765.html

Forum ist offen ...
"Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, daß etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht." - Václav Havel
Zitieren
#2
Danke für den Hinweis. Das Geheule dieser Frau kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Wer hat sie denn zum Jurastudium gezwungen? Das Richteramt ist extrem begehrt. Man klagt über Überlastung - das ist ein peinlicher Offenbarungseid, dass der Satz überhaupt nicht stimmt, den sie da verteidigt: "Das System in Deutschland ist grundsätzlich gut". Der Dame möge mal in Erinnerung gerufen werden:

- Fast nirgends gibt es so eine hohe Richter- und Anwaltsdichte pro Kopf wie in Deutschland. Von wegen kaputtgespart - kaum ein Land leistet sich einen derart grossen Wasserkopf in Roben.
- Fast nirgends leistet man sich im Familienrecht Gesetze, die derart mies und untauglich sind, dass sie extreme Zahlen von Gerichtsvorgängen generieren. Und wer ist dafür verantwortlich?! Berufskollegen! Ihr selber seid es, ihr Juristen, die eure schmierigen Finger in Familienangelegenheiten hineindrängt! Sie merkt es selber: "Ich bin kein Psychiater, kein Psychologe, kein Sozialarbeiter" - zieht aber keine Kosequenzen draus.
- Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen kann sie den Job sehr leicht wechseln, wenn sie überfordert ist. Hopp und tschüss, arbeite eben als Anwältin.
Zitieren
#3
(15-10-2015, 14:04)p__ schrieb: - Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen kann sie den Job sehr leicht wechseln, wenn sie überfordert ist. Hopp und tschüss, arbeite eben als Anwältin.

Oder sie macht es ihrem Kollegen aus Halle gleich. Hartmut H. hatte sich eine Entscheidungsschwäche attestieren lassen und war Stand 2012 bereits 9 Jahre bei vollen Bezügen daheim. Was aus dem wohl geworden ist?
Zitieren
#4
Wahrscheinlich räumt er seither die ersten Preise ab für die grössten Kartoffeln im Kleingartenverein Halle und ist gefeierter Champion beim Wetttrinken.
Zitieren
#5
(15-10-2015, 14:34)p__ schrieb: Wahrscheinlich räumt er seither die ersten Preise ab für die grössten Kartoffeln im Kleingartenverein Halle und ist gefeierter Champion beim Wetttrinken.

Ich hoffe auf Leberzirrhose - nicht, dass der noch sein Ruhegeld bekommt.
Zitieren
#6
(15-10-2015, 14:54)raid schrieb: Liebe Richterin,
...
Das solltest Du aber nicht hier, sondern im SPON-Forum so äußern.
Hier wissen das alle schon.
"Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, daß etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht." - Václav Havel
Zitieren
#7
Welcher junge Vater ist an plötzlichen Herzproblemen in seiner 1 Zimmerwohnung verreckt?
Zitieren
#8
Noch ein sehr interessanter SPON-Forums-Beitrag:
http://www.spiegel.de/forum/panorama/alltag-einer-familienrichterin-das-macht-mich-traurig-fassungslos-hilflos-wuetend-thread-368201-9.html#postbit_36048853

Zitat:(...) Ich hatte 2014 die Gelegenheit, an einem Seminar zum Familienrecht an der Universität Augsburg teilzunehmen. Der vortragende, ein vorsitzender Richter des OLG München erklärte vor ca. 150 Anwälten, dass er von den Neuerungen im Familienrecht nichts hielte und er sagte wörtlich: Wenn Sie die Mutter vertreten, sind Sie in der komfortablen Position, dass Sie das Verhältnis der Eltern lediglich als konfliktbelastet darstellen müssen, dann bekommen Sie automatisch altes Recht. (...)
"Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, daß etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht." - Václav Havel
Zitieren
#9
Wenn die so viele Verfahren nicht "zu" bekommt ist es klar, dass über 100 Akten "scharf" sind.

Gutste sollte halt mal die Leute zügiger vorladen und ne Art Mediation durchführen. Dann wird nicht so viel geschrieben und die Leute sind beschäftigt!
remember
Don´t let the bastards get you down!

and
This machine kills [feminists]! 
(Donovan)
Zitieren
#10
@p...

Bist Du sicher, dass wir in der Debatte weiterkommen, wenn wir erneut dem Juristenhass zujubeln?
Wer Deutschland für kapitalistisch hält, hält auch Kuba für demokratisch. G.W.
Zitieren
#11
(15-10-2015, 18:57)Pistachio 00 schrieb: Noch ein sehr interessanter SPON-Forums-Beitrag:
http://www.spiegel.de/forum/panorama/alltag-einer-familienrichterin-das-macht-mich-traurig-fassungslos-hilflos-wuetend-thread-368201-9.html#postbit_36048853

Ich finde das nicht. Um wie viel Uhr war das?

@raid
Mein Bekannter benutzt das Ordnungsgeld nur, um dem Gericht dauerhaft auf den Wecker zu gehen und die Sache in der Akte zu dokumentieren...
Zitieren
#12
@raid...

An welcher Stelle sollte deiner Meinung nach die Unterhaltsregelung ihren Platz haben?

Muss eine Regelung überhaupt noch sein, so das Wechselmodell gesetzlich eingeführt ist?

Wer sollte deiner Meinung nach den finanziellen Lebensbedarf bspw. deines Sohnes Sebastian decken?

Bessert sich das Vater-Mutter Verhältnis durch bestrafen? Kinder wollen immer ihre BEIDEN Eltern an ihrer Seite haben.
Wer Deutschland für kapitalistisch hält, hält auch Kuba für demokratisch. G.W.
Zitieren
#13
(15-10-2015, 18:57)Pistachio 00 schrieb:
Zitat:(...) ein vorsitzender Richter des OLG München erklärte vor ca. 150 Anwälten, ... : Wenn Sie die Mutter vertreten, sind Sie in der komfortablen Position, dass Sie das Verhältnis der Eltern lediglich als konfliktbelastet darstellen müssen, (...)
Ein 1A Hinweis darüber, wie die sich den Arbeitsalltag erleichtern, indem man einfach nur parteiisch ist. Kindeswohl, dafür haben wir gar keine Zeit, das ist unproduktiv. Die dadurch verursachten Kollateralschäden sind glücklicherweise nicht ihr Job. Darum kümmern sich dann Psychiatrien die immer mehr Zulauf erfahren. Bravo!
Zitieren
#14
Zitat:Das sind 109 Aktenmappen, der Zugang eines Tages.

Ich rechne mal kurz (das können einige Richter ja nicht wirklich):
650.000 (Neu-)Fälle pro Jahr. 1.500 Familienrichter:
650.000 / 1.500 = 433 (Neu-)Fälle je Richter

109 Mappen = 4 Arbeitstage / Jahr

Ist natürlich eine Milchmädchenrechnung ...
... ein halber Tag je Fall (bei unterstellten 230 Arbeitstagen und einigen Überbleibseln aus den Vorjahren) ist sicherlich nicht außerordentlich viel, drückt aber etwas anderes aus, als "ich beschäftige mich jede Stunde mit 14 Fallmappen" ...
Zitieren
#15
Pardon, ich hab das was in falschen Bezug gebracht. Mein Beitrag #16 ist hinfällig.

Interessant bleibt aber dennoch, wie Richter die Mär von konfliktbelasteten Situationen an die Anwaltskanzleien verkauft. Arbeiten sie problemorientiert und machen sich dann keine Sorge, wir schiessen den Vogel (Vater) dann für sie ab.
Zitieren
#16
Wenn die Damen und Herren Familienrichter Müttern nicht für jeden Blödsinn Verfahrenskostenhilfe hinterherschmeißen würden, wären die Fallzahlen sicherlich ein Viertel bis zur Hälfte geringer. Ebenso könnten sie viele Dinge auch im schriftlichen Verfahren regeln. Insofern selbst schuld.

Auf der anderen Seite ist es doch schon objektiv so, dass die Fallzahlen steigen. Ich würde unter diesen Bedingungen auch nicht Richter sein wollen zumal Gesetzgeber und Verwaltungen sehr gerne Dinge auf die Gerichte abwälzen unabhängig vom Familienrecht.

Vor dem Sozialgericht ist man bei einer Klage locker mit drei Jahren dabei und das nur für die erste Instanz.
Zitieren
#17
(16-10-2015, 13:30)the notorious iglu schrieb: Wenn die Damen und Herren Familienrichter Müttern nicht für jeden Blödsinn Verfahrenskostenhilfe hinterherschmeißen würden, wären die Fallzahlen sicherlich ein Viertel bis zur Hälfte geringer. 

Exakt.

Mittels VKH hat es meine Exe geschafft, unser Scheidungsverfahren fünf Kalenderjahre hinauszuzögern. Seit letztinstanzlich entschieden ist und keine VKH mehr gewährt wird, ist Ruhe.

Man hat meiner Exe VKH bewilligt bei einem regelmässigen monatlichen Einkommen (während der Trennungsphase) von 1.737.- €, für eine alleinstehende Person. Kindesunterhalt und Kindergeld kamen da noch oben drauf.
Bibel, Jesus Sirach 8.1

Zitieren
#18
Eine Antwort bezüglich des Artikels, die man nicht vorenthalten sollte. "united" hat es grob umrissen angedeutet. Aber hier hat wohl ein Insider mal Dampf abgelassen:

... im Jahr die Richterin 109 Akten täglich vorgelegt bekommt, dann stimmt etwas mit der Organisation nicht. Und weshalb sie in den Akten nachsieht, ob es noch andere die Familie betreffende Verfahren gibt ... da hat die Kollegin aber was nicht verstanden. 1. zeigen das in der Regel die Eheleute im Verfahren an, 2. ergäbe sich das viel einfacher aus der Datenbank des Computers und 3. wäre es die Aufgabe der Geschäftsstelle. Richtig ist, dass man nicht ausreichende Zeit hat, sich psychologisch in Vollendung in die Lage der Beteiligten versetzen kann. Das gilt aber z. B. noch viel ausgeprägter auch für den Strafrechtsbereich, auch und gerade für den Strafrechtsbereich mit Jugendlichen. Richtig auch ist, dass die Justiz grottenschlecht organisiert ist, was daran liegt, dass in der gesamten Verwaltung Richter das Sagen haben und es keine Fachleute gibt. Alles in der Verwaltung ist "learning-by-doing", und die meisten lernen es leider nie! Richtig ist, dass Pebbsy zur statistischen Erfassung der falsche Ansatz war, weil es genau genommen statistisch nur die Mängel erfasste, deswegen ist man ja schon seit längerem dabei, die Pebbsy-Zahlen zu prüfen. Richtig ist auch, dass die Juristenausbildung von vorn bis hinten nichts taugt. Sowenig, wie man als Richter etwas zu einer objektivierten Strafzumessung, zur Zeugenvernehmung, zum Umgang mit Parteien, zum Umgang mit Kindern in Scheidungs- und Sorgerechtsverfahren lernt, darf man sich über die Qualität der Arbeit nicht wundern. Andererseits muss man dann auch sagen, dass es genügend Richter gibt, die, würde man ihnen nur noch 1/4 der Akten zumuten, kein bisschen mehr in die Tiefe der Fälle einsteigen würde, kein bisschen aufmerksamer mit den Beteiligten umgehen, sondern bereits nach 1/4 der bisherigen Arbeitszeit nach Hause gehen würde. Man darf nicht vergessen, dass Richter keine feste Arbeitszeit haben. Ob die einmal die Woche oder jeden Tag 10 Stunden erscheinen, entscheidet allein der Richter, er muss nur im Wesentlichen mit seiner Arbeit fertig werden. Und die Qualität lässt sich schlecht messen, da sei schon die richterliche Unabhängigkeit davor. Wirklich unzumutbar waren die Verhältnisse für die Justiz, vor allem die Richter in den 70er und 80er Jahren, wo nach den damaligen Pensenberechnungen die Leute fortlaufend 1,5 Pensen (also jeder Richter für 1,5 Richter arbeiten musste), ohne Weiteres gab es aber auch Leute mit mehr als 2 Pensen. Da gab es Richter, die dann nach einem, zwei Jahren "Dienst nach Vorschrift" machten, heißt nur noch ein gutes Pensum bearbeiteten, was den Dienstherrn dazu veranlasste, gegen die Leute disziplinarrechtlich zu ermitteln. Man muss es sich Mal vorstellen: Der Dienstherr ermittelt, weil Leute sich an die von diesem vorgegebenen Vorschriften halten! Das, und nur das dokumentiert den maßlosen und unverschämten Umgang des Dienstherrn mit seinen Bediensteten. Natürlich ist der Dienstherr mit Disziplinarmaßnahmen im Ergebnis gescheitert, weil es eben Dienst nach Vorschrift war und die Überlastung der Bediensteten greifbar gegen die ihm obliegenden Fürsorgepflichten verstieß.
Zitieren
#19
Die Sache mit der Familienrichterin griff auch dieser Blog von "emannzer" auf:

https://emannzer.wordpress.com/2015/10/1...utschland/

Zu dem Einwurf von raid sollte man unbedingt dieses Buch noch empfehlen, dessen Autor ich letztens kennen lernte:

http://www.amazon.de/H%C3%A4nde-hoch-Unt...+unterhalt!

Die Geschichte bewegt. Und sie zeigt und belegt, das Gerichte Urteile fällen, weil sie sonst Angst haben, das "100 radikale Frauen" vor Gericht zum Krawall machen erscheinen.

Soviel zum Thema, die Juristen sprächen "Recht". Schamlos, sich dann als Richter sogar noch zu beschweren.
Zitieren
#20
(15-10-2015, 15:56)Gualterius schrieb: Welcher junge Vater ist an plötzlichen Herzproblemen in seiner 1 Zimmerwohnung verreckt?

Ich würde heute garantiert noch in Vollzeit arbeiten und von einer Behinderung, respektive Schwerbehinderung keine Ahnung haben, wenn die Trennung und deren finanzielle Folgen meine Gesundheit nicht dermaßen angeschlagen hätten, dass ich nun als voll erwerbgsgemindert gelte. Rückwirkend bis 2003!!!

Inzwischen koste ich den Sozialträgern (Krankenkasse und Rentenversicherung) weitaus mehr, als ich an Kindesunterhalt mangels Masse jemals bezahlt habe.

Nun bin ich sicher kein Einzelfall und die Dunkelziffer, was die Suizidrate betrifft ist relativ hoch.

lg

Robert
Gottes Mühlen malen langsam, aber klitzeklein.

Zitieren
#21
Nun,

ich habe über 40 Jahre lang Einkommenssteuern und Sozialabgaben bezahlt in Deutschland, Steuer zuletzt zwischen 30.000 und 35.000 Euro jährlich, Sozialversicherungsbeiträge über der Beitragsbemesseungsgrenze. Und das mindestens seit 1985.

Die Verurteilung zu Lebenslänglich(er Unterhaltspflicht für meine versoffene Ex) hat mich veranlasst, Deutschland zu verlassen und die letzten Jahre anderswo zu verbringen. Einkommenssteuern habe ich seit Juni 2014 keine mehr bezahlt, weder in Deutschland noch in meinem derzeitigen Aufenthalts-Land. Verdienst immer noch fünfstellig.

Wenn Richter rechnen könnten, dann hätten sie in meinem Fall entschieden, meine Exe per Transferleistungen zu alimentieren und mich weiter machen zu lassen. Das wäre diesem Staat billiger gekommen. Jetzt haben sie weder meine Steuereinnahmen, noch meine Sozialversicherungsbeiträge. Und meine Exe arbeitet natürlich nichts mehr, die darf der Staat füher oder später voll alimentieren.
Bibel, Jesus Sirach 8.1

Zitieren
#22
Opportunitätskosten interessieren Familienrichter grundsätzlich nicht.
Zitieren
#23
Wo bist du? Austriake klingt so nach Österreich. Aber da zahlst du ja auch an den Staat. Also wo? Fernost?
Zitieren
#24
(21-10-2015, 12:24)p__ schrieb: Opportunitätskosten interessieren Familienrichter grundsätzlich nicht.

Schon klar "p".

Nun sollte es die Politik langsam interessieren. Aber die hat momentan Wichtigeres zu tun.

lg

Robert
Gottes Mühlen malen langsam, aber klitzeklein.

Zitieren
#25
(21-10-2015, 13:02)Gualterius schrieb: Wo bist du? Austriake klingt so nach Österreich. Aber da zahlst du ja auch an den Staat. Also wo? Fernost?

Natürlich zahle ich an den Staat, aber nicht mehr an den Staat der mir diese Sch..sse eingebrockt hat. Sondern an einen anderen Staat eben. Dieser Staat braucht aber noch einige Zeit, bis er ausgerechnet hat, was er von mir haben will.
Bibel, Jesus Sirach 8.1

Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Alltag im Jugendamt Mercedes_AMG 1 2.206 19-09-2018, 00:23
Letzter Beitrag: Nappo

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste