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Anwalt und weiteres Vorgehen
#1
Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich lese hier schon länger mit und jetzt hat es mich leider auch erwischt. Ich bin wirklich froh, dass es dieses Forum gibt.
Ich möchte erstmal nicht zu weit ausholen und versuche, mich kurz zu halten.
Ich habe schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass meine Frau die Trennung vorbereitet. Seit ungefähr 1,5 Jahren verschweigt sie mir immer wieder Schul- und Arzttermine meiner Kinder. Als Begründung sagt sie meistens, sie hätte es vergessen.

Jetzt wird die Situation konkreter. Meine Frau hat mir gesagt, dass sie sich trennen möchte. Die Gründe, die sie nennt, kann ich im Moment nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht schreibe ich später noch etwas mehr dazu.

Kurz zu meiner Situation:
  • Ich bin seit 13 Jahren verheiratet
  • Ich habe 2 Söhne, 10 und 8 Jahre alt
  • Ich arbeite Vollzeit
  • Meine Frau arbeitet Teilzeit, ca. 75–80 %
  • Wir haben ein finanziertes Haus
  • Das Verhältnis ist im Moment schwierig und angespannt
  • Bei der Betreuung der Kinder stellt sich meine Frau vor, dass ich die Kinder nur alle 14 Tage am Wochenende sehe
  • Ich wünsche mir eher eine 50/50-Betreuung bzw. ein Wechselmodell
Ich brauche jetzt dringend einen guten Anwalt oder eine gute Anwältin. Es geht mir vor allem um die Kinderbetreuung (ggfl. Durchsetzung Wechselmodel gegen Ex Willen), Scheidung und Haus, wie ich jetzt richtig vorgehe.

Kennt jemand einen guten Anwalt oder eine gute Anwältin im Raum Schwerte/Dortmund?

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe.

Liebe Grüße 
MadMan
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#2
Was Deine Frau Dir erzählt und was wirklich los ist, müssen nicht übereinstimmen. Wichtig ist die Trennung als Tatsache zu akzeptieren und sich entsprechend aufzustellen. Je weniger emotionale Energie Du in Deine Ex investierst, desto besser für Dich.

Sie hat die in den letzten 1,5 Jahren von Dingen ausgeschlossen die Eure Kinder betreffen. Und sie möchte Dich jetzt zum Besuchsonkel/Zahlvater degradieren. Somit ist von Anfang an hohes Konfliktpotential von ihrer Seite vorhanden.

Steht ihr beide im Grundbuch und bürgt ihr beide für die Kredite?
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#3
13 Jahre ist lang, damit kommst du bereits in den Bereich der sogenannten "langen Ehe", die zu besonderem Vertrauensschutz führt mit Folgen für z.B. den Ehegattenunterhalt.

Nicht bezahltes gemeinsames Haus, bereits schwieriges Verhältnis, da stehen jetzt grosse Veränderungen an... ich vermute, wenn einer auszieht, könnte der andere das Haus nicht allein halten?
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#4
(Gestern, 01:07)expat schrieb: Steht ihr beide im Grundbuch und bürgt ihr beide für die Kredite?

Ja, wir stehen beide im Grundbuch, und die Finanzierung läuft auf uns beide. Man merkt, dass sie sich Schritt für Schritt vorbereitet.

Mir fehlt aber momentan die Fantasie, wie man das durchkreuzen kann. Sie ist eigentlich sehr schlau, aber besitzergreifend, nachtragend und auch sehr rachsüchtig. 

Sie kann sich teilweise an Dinge erinnern, die schon zehn Jahre her sind. Leider ist mir das erst aufgefallen, als es schon zu spät war. Confused

Aber genau das macht sie auch so gefährlich.

Ich habe mir jedoch vorgenommen, für meine Seele einen Versuch zu unternehmen, alles fair und im Sinne der Kinder zu klären. Wenn das nicht klappt, hat die Wochenendbetreuung auch ihren Charme. Ich meine, dann hätte ich eine Vollzeitnanny für die Kinder für 1.000 € im Monat. Und der nacheheliche Unterhalt wird vielleicht bei 150 bis 200 € liegen, wenn ich alles ausreize wie Altersvorsorge usw.

(Gestern, 08:52)p__ schrieb: 13 Jahre ist lang, damit kommst du bereits in den Bereich der sogenannten "langen Ehe", die zu besonderem Vertrauensschutz führt mit Folgen für z.B. den Ehegattenunterhalt.

Nicht bezahltes gemeinsames Haus, bereits schwieriges Verhältnis, da stehen jetzt grosse Veränderungen an... ich vermute, wenn einer auszieht, könnte der andere das Haus nicht allein halten?


Das würde eine Zeit lang gehen, gegebenenfalls mit Untervermietung oder als WG auch länger. Das würde ich aber nicht favorisieren, wenn es kein Wechselmodell wird. Da möchte ich flexibel bleiben. Wer weiß, was die Zukunft bringt Confused 

Ein Haus kann man nicht mitnehmen, und es bleibt immer ein Klotz am Bein.
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#5
(Gestern, 09:57)MadMan schrieb: wir stehen beide im Grundbuch, und die Finanzierung läuft auf uns beide

Ist aber die typische Konstellation, auch ohne Trennungsabsichten.

Angenommen, ein Elternteil bleibt im Haus, der andere zieht aus und zahlt dann ortsübliche Miete: Wäre das finanziell für beide Eltern mit dem Wechselmodell vereinbar?
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#6
(Gestern, 10:11)p__ schrieb:
(Gestern, 09:57)MadMan schrieb: wir stehen beide im Grundbuch, und die Finanzierung läuft auf uns beide

Ist aber die typische Konstellation, auch ohne Trennungsabsichten.

Angenommen, ein Elternteil bleibt im Haus, der andere zieht aus und zahlt dann ortsübliche Miete: Wäre das finanziell für beide Eltern mit dem Wechselmodell vereinbar?

Je nach Maßstab würde das, glaube ich, gehen. Zusammen liegt das Nettoeinkommen bei ca. 6.000 € plus Kindergeld.
Das Haus kostet in Summe mit Nebenkosten ca. 2.200 € im Monat: Strom, Wasser, Gas, Grundsteuer, GEZ und Instandhaltung.

Eine Wohnung, je nachdem, was man nimmt, z. B. drei Zimmer im Umkreis von 10 bis 15 km bekommt man warm für ca. 800 bis 1.000 € hin.

Damit wären wir zusammengenommen bei ca. 3.200 € Wohnkosten. 6.500 € minus 3.200 € ergibt nach Adam Riese 3.300 €. Halbiert hätte jeder 1.650 €. Mein Gehalt ist zwar um den Faktor drei höher, aber wenn ich alles abziehe möglichen Unterhalt, Fahrtkosten usw.  relativiert sich das relativ schnell.
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#7
Da das Wechselmodell auch sonst höhere Kosten verursacht (etwa deutlich mehr Fahrten, Doppelanschaffungen etc.), wären die errechneten 1650 EUR äusserst mager und werden zu Auszehrungseffekten führen. Zu berücksichtigen sind auch Steuerklasse 1, Scheidungskosten, Neuanschaffungen wegen Umzug. Wenn dann noch unvorhergesehene Kleinigkeiten passieren, Krankheit, berufliche Dämpfer fällt zusammen, was auf Kante genäht ist. Ein Problem ist auch die Übernivellierung durch das Unterhaltsrecht, dann kommt ein Elternteil aus dem Gleichgewicht. Finde schon, dass die Frage offen ist, was in dieser Konstellation überhaupt finanziell machbar ist.
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#8
(Gestern, 11:15)p__ schrieb: Da das Wechselmodell auch sonst höhere Kosten verursacht (etwa deutlich mehr Fahrten, Doppelanschaffungen etc.), wären die errechneten 1650 EUR äusserst mager und werden zu Auszehrungseffekten führen. Zu berücksichtigen sind auch Steuerklasse 1, Scheidungskosten, Neuanschaffungen wegen Umzug. Wenn dann noch unvorhergesehene Kleinigkeiten passieren, Krankheit, berufliche Dämpfer fällt zusammen, was auf Kante genäht ist. Ein Problem ist auch die Übernivellierung durch das Unterhaltsrecht, dann kommt ein Elternteil aus dem Gleichgewicht. Finde schon, dass die Frage offen ist, was in dieser Konstellation überhaupt finanziell machbar ist.

Ja, das Haus ist für drei Personen schon groß: 240 m². Wenn man zwei Wohnungen in der gleichen Preisklasse nimmt, sieht die Rechnung für beide besser aus. Alternativ könnte man das Haus in zwei Wohnungen umbauen. Wenn der Wille da ist, findet sich sicher eine gute Lösung.

Verzichten müsste man, glaube ich, in jeder Konstellation. Jedes Jahr Urlaub wäre dann vermutlich nicht mehr drin. Bestenfalls wären es nicht mehr drei Wochen, sondern vielleicht nur noch eine Woche. Aber klar, es wird eine harte Zeit.
Ich hätte, je nach Ausgestaltung des Wechselmodells, noch Puffer für einen Nebenjob. Es ist halt vieles möglich, wenn perspektivisch die Sinnhaftigkeit gegeben ist und diese die Motivation aufrechterhält.
Die Mutter müsste natürlich mitspielen, was immer eine ungewisse Komponente ist
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#9
mad man...paß auf...deine bald-ex ist im grundbuch und im kreditvertrag, sie ist volljährig etc...ok...

also..wenn sie auszieht, 

a) lass sie den teil des kredits weiter bezahlen
b) wenn das haus so groß ist..überlege - eine einsiedlerwohnung für fachkräfte einzurichten, und ordentlich miete kassieren,
mit zusage von den säcken im sozialamt auf vollständige renovierung nach auszug, etc etc...hat ein freund von mir gemacht...
damit zahlt er seinen teil des kredits, des KU und für ex-alte
c) lass dich nicht einlullen von JA, VP und sonstigem mistpack - geh deinen weg, und schau wie es weitergeht

die kinder kannst du immer sehen...sag ihr good bye - die kinder können immer zu dir kommen

und wenn exe fragt, wer jetzt da wohnt...dann vermiete sie an die illegalen schutzsuchenden zu gang-bang events und kassiere mit, dann zeigst du ihr, was du von der ganzen situation hälst!

und..sag ihr, daß sie sofort mit den kindern ausziehen soll, damit du die wohnungen umbauen kannst...mal sehen, wie sie reagiert. das mußt du jetzt knallhart durchziehen, nicht mit nebenjob hier...blowjob da....shit...mach das, was du für richtig hälst, um zu überleben, scheiß auf die etikette!

so drastisch hats mein freund auch gemacht....ich habs erst nicht glauben wollen...

so mußt du mit ihr umgehen!

bb
netlover
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#10
Zitat:Alternativ könnte man das Haus in zwei Wohnungen umbauen.

Stell dir das nicht zu leicht vor. Ein Umbau einer finanzierten gemeinsamen Immobilie muss erst mal bezahlt werden. Noch mehr Kredite? Anschliessend wird einer Vermieter, vorausgesetzt es werden wirklich zwei Wohnungen. Aus eins mach zwei wird gerne unterschätzt. Auch separate Energie- und Wasserzähler müssen z.B. eingebaut werden oder überhaupt mal möglich sein. Bloss mit weniger Urlaub sind Scheidungsfolgen nicht zu stemmen. Der Arbeitsmarkt wird enger, eine Nebentätigkeit ist erstmal nur Wunsch.

Was ich eben meine ist, dass bei genauer Rechnung sich einige Optionen eventuell schon von selbst erledigen, denen braucht man dann nicht mehr hinterherzujagen.

Erfahrungsgemäss ist das finanzierte gemeinsame Haus bei Scheidungen immer der grösste Flurschaden und erfahrungsgemäss gelingt es nur selten, das zu halten. Viele versuchen es mit aller Kraft und scheitern dann doch. Wenn es knapp ist, sollte man sich da nicht verkrampfen.
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#11
(Vor 11 Stunden)p__ schrieb:
Zitat:Alternativ könnte man das Haus in zwei Wohnungen umbauen.

Stell dir das nicht zu leicht vor. Ein Umbau einer finanzierten gemeinsamen Immobilie muss erst mal bezahlt werden. Noch mehr Kredite? Anschliessend wird einer Vermieter, vorausgesetzt es werden wirklich zwei Wohnungen. Aus eins mach zwei wird gerne unterschätzt. Auch separate Energie- und Wasserzähler müssen z.B. eingebaut werden oder überhaupt mal möglich sein. Bloss mit weniger Urlaub sind Scheidungsfolgen nicht zu stemmen. Der Arbeitsmarkt wird enger, eine Nebentätigkeit ist erstmal nur Wunsch.

Was ich eben meine ist, dass bei genauer Rechnung sich einige Optionen eventuell schon von selbst erledigen, denen braucht man dann nicht mehr hinterherzujagen.

Erfahrungsgemäss ist das finanzierte gemeinsame Haus bei Scheidungen immer der grösste Flurschaden und erfahrungsgemäss gelingt es nur selten, das zu halten. Viele versuchen es mit aller Kraft und scheitern dann doch. Wenn es knapp ist, sollte man sich da nicht verkrampfen.

Ja, das Haus habe ich gedanklich eh schon abgeschrieben. Ich würde halt erst einmal drin bleiben, bis das Trennungsjahr vorbei ist, oder es, wenn möglich, vorher verkaufen. Ich sehe das Haus ohnehin mehr als Belastung denn als Mehrwert. Viel Arbeit und wenig Ertrag.

Klar, es steckt viel Blut und Schweiß darin. Die Kinderzimmer haben jeweils 50 m². Da werden sie sich noch umschauen, wenn die Bude nur noch 75 m² hat, wenn überhaupt. Oder es gibt eine bessere Alternative, aber das kann ich mir kaum vorstellen. Wer nimmt mit viel Geld eine Frau mit 44 und zwei kleinen Kindern. Aber vermutlich gibt es auch das.


Ich wollte das alles strukturiert mit einem Anwalt angehen. Ich weiß aber nicht, welchen ich nehmen kann. Alle stellen sich als die ultimativen Rechtsexperten dar, und die Antwortmails sind dann Texte von KI, die man für 30 € im Monat haben kann. Aber vielleicht kennt jemand noch einen, auf den man sich verlassen kann und der auch weiß, was er tut
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#12
Was erwartest Du bei Email-Anfragen? Ruf bei verschiedenen Anwälten an und lass Dir einen Termin für ein Vorgespräch geben. Dann bekommst Du ein Gefühl dafür, wie die jeweils ticken.
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#13
Ein Anwalt aus demselben oder angrenzenden Gerichtsbezirk. Geh mal zu einem vafk - Treffen, dort kann man gut nach Erfahrungen mit Anwälten fragen. Dort: https://dortmund.vaeteraufbruch.de - Grüsse vom Forum :-)
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