13-06-2026, 16:15
(13-06-2026, 14:23)michael_fra schrieb: 4) welche Alternativen gibt es denn vielleicht noch? Habt ihr hier Ideen?
Da Madame einen reichen Liebhaber genommen hat, mit dem sie zweifellos auch zusammen leben will, wird ihr Weg sie eher weg aus der Wohnung und in das Chateau ihres neuen Lovers führen. Dass du gehst und der Lover dann dort in eure ehemalige Ehewohnung einreitet, ist unwahrscheinlicher.
Das Sorgerecht gibt es nicht 50:50, sondern entweder gemeinsam oder alleiniges Sorgerecht. Beides steht nicht zur Disposition, es bleibt wie es jetzt ist: Gemeinsam. Und damit ist sehr viel weniger Recht und Möglichkeit verbunden, wie du vielleicht jetzt noch denkst. Das Sorgerecht ist vor allem das Recht, sich zu einigen. Wenn Teile davon wirklich strittig werden, verlierst du diese Teile blitzschnell. Berührt, kaputt, wie ein Schmetterlingsflügel.
Anzustreben ist ganz klar das echte Wechselmodell, echte 50% der Jahres-Betreuungstage. Alles andere ist drittklassig oder katastrophal unterklassig. Da der BGH einen brutalstmöglichen, irren Schlag auf Trennungsfamilien, Kinder geführt hat, mit dem rücksichtsloses Abkassieren und Entrechtung selbst bei 45:55 Betreuung, ist von all diesen "fast-Wechselmodellen" unter den gegebenen Umständen abzuraten, ausser ihr Eltern seid euch wirklich hochharmonisch einig und regelt das komplett unter euch und schafft das auch, was aber meist immer nur kurzfristig funktioniert und auch keine Rechtssicherheit hat. In der faq steht einiges dazu unter "Wechselmodell", lies das mal.
Den folgenden Abschnitt hasse ich, weil ich ihn schreiben muss, er logisch ist aber trotzdem von frisch Getrennten IMMER abgelehnt wird. Später dann, wenn die Erkenntnisse und die Realität eingesickert ist und Folgen haben, wird das regelmässig bereut. Also eigentlich sinnlos. Nur, damit du später darauf zurückblicken kannst: Wenn das echte Wechselmodell partout nicht funktioniert, würde ich die Kinder ziehen lassen und Standardumgangsonkel werden, alle 14 Tagen ein Wochenende. Nicht mehr, keine Extratage, nicht mit Extrabetreuung. Ja, ich weiss, immer ganz furchtbar undenkbar für die frisch Getrennten. Aber:
- Die Kosten sind deutlich niedriger wie ein Fast-Wechselmodell, für das du bestensfalls ein oder zwei Stufen DD ermässigt bekommst. 60:40 zehrt Leute unterhalb sehr guter Einkommen schnell aus, macht sie fertig. Volle Pflichten, volle Kosten.
- Madame Ex, sofern sie kein weiteres Kind bekommt wird schnell feststellen, dass die Vollzeit plus Lover plus Kinder (für die dann SIE verantwortlich ist und nicht der neue Liebhaber!) ebenfalls ziemlich belastend wird. Das führt gar nicht so selten zum Zerbrechen der neuen Liebschaft. Es kann sehr gut sein, dass SIE es ist, die plötzlich selber ein Wechselmodell fordert.
- Das Überlassen der Kinder kannst du als ganz grosse Nummer verkaufen (was es ja auch ist) und darin einwilligen, wenn eine Trennungsfolgenvereinbarung unterschrieben wird, die alles regelt was sonst vor Gericht geht und sie die Wohnung flugs verlässt. Also Einigung beim Versorgungsausgleich, beim Zugewinnausgleich, beim Unterhalt, bei der Ehewohnung. Dann sehr schnell die Scheidung, das geht wenn man sich über den Trennungszeitpunkt übereinstimmend einig ist. Und glaub mir, die Dame rückstandsfrei schnell loszuwerden spart dir viele Jahre deines Lebens und deiner Nerven. Du kannst dann auch ohne untragbare Lasten selber neu anfangen. Auch hier, was das wert ist merkst du erst durch Missachtung.
Das als Hinweis. Diskussion drüber wenig sinnvoll, ich weiss ja dass du das jetzt nicht tun willst. Keiner will da rational vorgehen, jetzt regiert Emotion und durchläuft die üblichen Phasen.

