Beiträge: 3
Themen: 1
Registriert seit: Dec 2025
Hallo,
ich bin noch neu in dem Thema aber fühle mich schon richtig angekommen.
- Kinder nur jedes zweite Wochenende, obwohl die Kinder (7, 4) sich selbst das Wechselmodell gewünscht haben.
- Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt übersteigen mein reales Monatseinkommen, da diese frühere Bonuszahlungen berücksichtigen, die ich nicht mehr bekomme
- Kompletter Freundeskreis weg
- Arbeit kurz vor der Kündigung, da ich kaum noch was leiste
- Zugewinnsausgleich und Rentenanwartschaftsausgleich erwarten mich noch
Meine Fragen als Neuling:
- Wie überlebt man das finanziell, wenn die Frau das Wechselmodell ablehnt?
- Am schlimmsten ist das Vermissen der Kinder. Wie kommt man damit klar
- kommt man da jemals wieder raus?
- Gehe ich recht in der Annahme, dass das Residenzmodell mit all seinen Folgen ein reiner Selbstmordkatalysator für Väter und Langzeitschädigung für Kinder ist?
Grüße
Kim Jon-Un
(Ich bin nicht selbstmordgefährdet, aber ich verstehe jetzt, warum die Selbstmordquote unter geschiedenen Vätern um 300% vs Durchschnitt erhöht ist.)
Beiträge: 22.505
Themen: 938
Registriert seit: Aug 2008
(30-12-2025, 10:15)Kim Jong-Un schrieb: - Wie überlebt man das finanziell, wenn die Frau das Wechselmodell ablehnt?
- Am schlimmsten ist das Vermissen der Kinder. Wie kommt man damit klar
- kommt man da jemals wieder raus?
- Gehe ich recht in der Annahme, dass das Residenzmodell mit all seinen Folgen ein reiner Selbstmordkatalysator für Väter und Langzeitschädigung für Kinder ist?
- man wird z.B. Aufstocker.
- Nie richtig. Wie und mit was, das ist individuell. Zum Beispiel positive Projekte betreiben, Gegengewichte, Gegenschwung.
- mit der Zeit, Schritt für Schritt.
- Das ist multifaktoriell. Verlust sozialer Beziehungen als Trennungskriegsfolge, finanzielle Zusammenbrüche, Stress und Folgen, Umgangsabbrüche, der Eintopf der Trennung hat für Männer viele giftige Zutaten.
Beiträge: 3
Themen: 1
Registriert seit: Dec 2025
Ich danke dir für deinen Kommentar.
Beiträge: 22.505
Themen: 938
Registriert seit: Aug 2008
Erzähl doch mal was über die Ereignisse, was bei dir ablief. Wie lief die Trennung ab, wieso sind Bonuszahlungen als Dauereinkommen gewertet worden?
Beiträge: 153
Themen: 37
Registriert seit: Aug 2010
Es gibt keine Patentrezepte, nur Ratschläge – P hat dir einige gute erste Gedanken mitgegeben.
Aus eigene Erfahrung kann ich sagen, dass ich größtenteils auf mein Herz gehört habe, aber rückblickend habe ich die Kinder wohl zu lange behalten. Es mag kontraintuitiv klingen, aber es wäre ratsam, pragmatischer vorzugehen und sich an (positive) Schadensbegrenzungsmaßnahmen zu beteiligen. Reduziere deine Erwartungen, deine Kinder mittel- bis langfristig zu sehen und/oder eine dauerhafte Bindung zu ihnen aufzubauen.
Obwohl ich wieder verheiratet und glücklich bin, hat der Verlust meiner Kinder unvorstellbaren Schmerz verursacht. Ich bin sicher, die Situation hat auch den Kindern geschadet, aber dafür müssen andere die Verantwortung übernehmen.
Bleib positiv, korrekt und höflich im Umgang mit anderen. Good luck!
(Google Translate)
Panto
Beiträge: 22.505
Themen: 938
Registriert seit: Aug 2008
Es ist das Ur-Problem, man befindet sich emotional in der Gegenwart, aber alle Ratschläge basieren auf einem anderen, viel späteren Zustand.
Die Kinder sind jetzt weg, was jetzt schmerzt, begleitet von den unbeherrschbaren Hoffnung, es könne sich ja doch noch was zum Guten wenden. Erst später weiss und fühlt man, dass es besser gewesen wäre, weniger festzuhalten und kontrollierter weiterzumachen.
Beiträge: 3
Themen: 1
Registriert seit: Dec 2025
Es macht mich so unglaublich traurig auf die Kinder verzichten zu müssen. Ich denke, dass es Ihnen bei Ihrer Mutter gut geht. Geld hat die Mutter ja jetzt genug, aber sie brauchen doch auch einen Vater. Und ein Vater braucht auch seine Kinder.
Und die ganzen finanziellen Themen: Einfach brutal alles.
Beiträge: 758
Themen: 111
Registriert seit: May 2017
(30-12-2025, 10:15)Kim Jong-Un schrieb: - Gehe ich recht in der Annahme, dass das Residenzmodell mit all seinen Folgen ein reiner Selbstmordkatalysator für Väter und Langzeitschädigung für Kinder ist?
Deine Einschätzung deckt sich leider mit vielen soziologischen Beobachtungen. Das deutsche Familienrecht ist historisch stark auf das Residenzmodell fixiert, ein paritätisches Wechselmodell zu erreichen schier unmöglich.
Väter geraten oft in eine „Besucherrolle“, während sie gleichzeitig die volle finanzielle Last tragen. Das führt zu Identitätsverlust und Isolation. Schlussendlich ist die Kombination aus dem Verlust des Zuhauses, der täglichen Nähe zu den Kindern und finanzieller Not extrem toxisch.
Beiträge: 55
Themen: 2
Registriert seit: May 2024
Wenn Sie sofort Hilfe brauchen, z.B. wenn Sie aktuell Suizidgedanken haben, gibt es Menschen, die Ihnen in dieser Krise helfen können. Sie können sich 24 Stunden am Tag, bundesweit, anonym und kostenlos, an die Telefonseelsorge wenden:
Telefon:
0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222
Telefonseelsorge:
116 123
Rund um die Uhr erreichbar!
Mo – Fr 17:00 – 1:00 Uhr
Sa, So und an Feiertagen 9:00 – 1:00 Uhr
Beiträge: 215
Themen: 5
Registriert seit: Apr 2023
(30-12-2025, 10:15)Kim Jong-Un schrieb: Meine Fragen als Neuling:
- Wie überlebt man das finanziell, wenn die Frau das Wechselmodell ablehnt?
- Am schlimmsten ist das Vermissen der Kinder. Wie kommt man damit klar
- kommt man da jemals wieder raus?
- Gehe ich recht in der Annahme, dass das Residenzmodell mit all seinen Folgen ein reiner Selbstmordkatalysator für Väter und Langzeitschädigung für Kinder ist? zu 1) Finanziell überlebt man es durch akzeptieren und ausnutzen aller Regelunen, die einem noch verbleiben. Höherer Selbstbehalt für geeignete Wohnung etc. Oder aufgeben.
zu 2) Kinder anrufen (ab dem Zeitpunkt eines Handys), oder einfach akzeptieren. Dagegen kannst nichts tun. Aber lass es auf jedenfall die Kinder wissen. Aber jedes zweite Wochenende ist zuwenig. Eine Klage auf angemessene Umgangsregelung wäre drin. Persönlich habe ich das Mehr and Freizeit durchaus genossen, nachdem ich die Fatalität erkannte.
zu 3) Das ist individuell: Von Versöhnung, über Kinder ziehen zu dir, bis absoluter Kontaktabbruch ist alles möglich. Das Ende ist spätestens Ende der Ausbildung, Schule oder Studium, von ein paar Randfällen abgesehen.
zu 4) Nein. Geringverdiener machen einfach auf arbeitslos, Besserverdiener sitzen das aus. Langzeitschädigung für Kinder würde ich maximal bestätigen, weil den Müttern ein fatales Anspruchsdenken gegeben wird, dass sich sich auf die Kinder überträg.
Beiträge: 12
Themen: 1
Registriert seit: Mar 2026
(05-01-2026, 04:14)Nintendo schrieb: zu 4) Nein. Geringverdiener machen einfach auf arbeitslos, Besserverdiener sitzen das aus. Langzeitschädigung für Kinder würde ich maximal bestätigen, weil den Müttern ein fatales Anspruchsdenken gegeben wird, dass sich sich auf die Kinder überträg.
Und die dazwischen?
Beiträge: 152
Themen: 7
Registriert seit: Jan 2021
Da würde ich mich einordnen, ich habe immer versucht das Licht am Ende des Tunnels nicht aus dem Auge zu verlieren, und eigentlich auch geschafft. Aber ja, es ist alles andere als ein einfaches Unterfangen. Ich fühle mich aber auch krass langzeitgeschädigt durch das ganze, aktuell zahle ich zwar nix, aber die Motivation mit dem geschafften und aktuell vorhandenem gut umzugehen ist auch auf der Strecke geblieben irgendwie, simpel gesagt kein Bock mehr, auch wenn ich dagegen arbeite.
Kurzum, ich finde wenn Optionen greifbar sind wenn man da durch ist sollte man versuchen durchzuziehen. Wenn nicht, sollte man aussteigen. Niemand arbeitet gerne für nix.
Beiträge: 215
Themen: 5
Registriert seit: Apr 2023
(Gestern, 07:21)Nuffü schrieb: Niemand arbeitet gerne für nix.
Absolut richtig. Und trotzdem würde ich es persönlich tun, denn was soll ich den ganzen Tag zu Hause? Und was soll ich mit Frauen anfangen, die sich für arbeitslose entsorgte Väter interessieren, die aufgegeben haben? Das wäre alles absolut nicht meine Welt.
Wichtig ist keine Kämpfe zu führen, die man nicht gewinnen kann. Unveränderbares akzeptieren. Die eigene Psyche und Gesundheit ist am wichtigsten. Dafür muss man einen Weg finden.
Das TrennungsFAQ hat es gut zusammengefasst
Zitat:Was ist das wichtigste im Trennungsstress?
In dieser Reihenfolge: 1. Kinder, 2. eigene Gesundheit, 3. Geld.
Vielleicht würde ich die eigene Gesundheit sogar an Stelle 1 Stellen. Denn wie soll ich ein guter Vater sein, wenn es mir selber immer nur schlecht geht?
Beiträge: 22
Themen: 4
Registriert seit: Apr 2024
Gegen die Mutter kommst du nicht an. Mehr als 40/60 wird nie drin sein. Die Privilegien der Mutter werden immer geschützt werden und werden nie hinterfragt werden. Die Frage ist, ob man sich das leisten kann? Wenn nein, lohnt ein Kampf für ein Wechselmodell ohnehin nicht. Es wird nie dazu kommen. Es wird nur Geld verbrennen und dich überlasten.
Dann muss man der Realität ins Auge sehen, und machen was geht oder eben nicht.
Ich würde die eigene Gesundheit an 1. stellen und den Umgang so darstellen, wie das ins eigene Leben passt und vor allem wie man eben daran Freude hat.
Beiträge: 22.505
Themen: 938
Registriert seit: Aug 2008
"Im Trennungsstress" bedeutet die heisse Phase der Trennung. Da stellen sich viele Weichen und da läuft vieles hoch. Deswegen die Reihenfolge Kinder, Gesundheit, Geld. In dieser Phase rentiert es sich am ehesten auch mal mehr Verschleiss zuzulassen. Langfristig und auf Dauer nicht.
Auch wer da aufgibt, etwas weil ein echtes Wechselmodell nicht erreichbar ist, steht weiterhin unter Stress. Das Unterhaltsrecht macht ihn fertig, das Leden nimmt ein anderes Gleis, psychisch herrscht trotzdem enormer Druck, viele mögliche sekundäre Baustellen poppen auf, von Wohnungssuche bis sozialem Absturz, weil gemeinsame Freunde sich abwenden.
|