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Hallo in die Runde,
ich suche Erfahrungen/Einschätzungen zu folgender Situation:
Grundschulkind, Verhalten wird als „auffällig“ gesehen. Schule und Mutter tendieren stark in Richtung ADHS und sehen vor allem Medikation gegen ADHS als Lösung.
Die Mutter war bereits allein beim Arzt und hat ihre Sicht geschildert.
Die Schule hat zusätzlich einen Bericht verfasst, der aus meiner Sicht auch deutlich in Richtung ADHS formuliert ist.
Der Arzt hält diese beiden Angaben + "Tests" offenbar bereits für ausreichend.
Meine Fragen:- Warum ist für Schule und Mutter vorteilhaft ein Kind als ADHS-Kind abzustempeln? Für die Schule habe ich "verstanden", dass sie damit ein ruhiges Kind vormittags kriegt...
- Wie kann man sich dagegen wehren? Angeblich würde eine zweite Fachliche Meinung auch viel Gewicht zu der Schul-Meinung geben...
Vielen Dank vorab.
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Gestern, 17:02
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 17:04 von expat.)
Das ist für kleine Kinder und insbesondere Jungs widernatürlich, den ganzen Tag still und brav zu sein. Morgens in der Schule, nachmittags bei der faulen Mutti die sich auf dem Sofa den Hintern platt sitzt.
Würde alternativ empfehlen das Kind zweimal unter der Woche zum Sportverein zu bringen. Und am Wochenende sowohl Samstag als auch Sonntag was körperlich forderndes zu unternehmen.
Den Bewegungsdrang des Kindes mit Medikamenten zu unterdrücken ist Missbrauch.
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Gute Punkte, danke expat.
Allerdings habe ich verstanden, dass die Medikation nur vormittags wirkt – das scheint die Mutter auch zu wissen.
Muss ich befürchten, dass die Medikation auf Wunsch der Mutter sogar weiter erhöht wird, nach dem Motto: „Es wirkt noch nicht“?
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Gestern, 17:44
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 17:44 von expat.)
Ich würde alle Register ziehen, damit es hier gar nicht erst zu einer Medikation kommt. Das sind starke Psychopharmaka, die wirken nicht nur morgens.
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Die Mehrheit der Kinder dürfte heutzutage in Städten und in Wohnungen leben. Sportunterricht wird in den Schulen auch immer weniger, entfällt sogar meistens. In der Klasse muss man ruhig sitzen. Ok, das mussten wir früher auch, aber wir sind auch zu Fuß in die Schule gegangen und hatten jeden Tag Turnunterricht. Anschließend nach der Schule ging es in den Wald und auf die Wiese. 5 Stunden Bewegung am Tag war normal. Wie soll das ein Stadt- und Wohnungskind bekommen?
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Gestern, 19:06
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 19:07 von NurErzeuger.)
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Der Schulbericht nennt allerdings zusätzliche typische ADHS-Merkmale wie z. B. Konzentrationsprobleme und geringe Ausdauer, wodurch die "Diagnose" aus meiner Sicht in eine klare Richtung gelenkt wird; anstatt zuzugeben, dass sie sich nicht genug um das Lernen der Kinder kümmern... wie in einem Artikel "Warum es so viele ADHS-Fehldiagnosen gibt und was Lehrer damit zu tun haben" (Juni 2024) beschrieben wurde. Kern des Artikels: Lehrkräfte haben realen Einfluss auf Wahrnehmung und Umgang mit ADHS; Erwartungen und Einschätzungen von Lehrern können sich auf Bewertung und Unterrichtsgestaltung auswirken. Etc.
Die Mutter steht gegenüber der Schule in einem konflikthaften Verhältnis, da sie (aus meiner Sicht teilweise berechtigt) auch in anderen Punkten mit der Schule unzufrieden ist. Gleichzeitig unterstützt sie jedoch das Kind mit ADHS einfach so zu etikettieren und erhofft sich offenbar Hilfe durch eine mögliche Medikation.
Ich bin damit nicht einverstanden, meine Haltung ist einfach als mangelnde Kooperation und als Verharmlosung des "Problems" des Kindes eingestuft...
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Vielleicht hat das Kind wirklich ADHS?
Der Schule würde ich schon vertrauen. Die können es in Vergleich zu anderen Kindern gut einschätzen. Besser als Eltern auf jeden Fall.
Gegen Schule, Ärzte und die Mutter anzukämpfen halte ich für nicht angebracht. Ist ein sinnlose Kampf.
Du kannst einfach auf Medikamente verzichten, wenn er bei dir ist.
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Vor 9 Stunden
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Vor 9 Stunden von expat.)
@nintendo
steile these.
die schulen schaffen es seit 50+ jahren nicht, den ihnen anvertrauten kindern ausreichend bewegung zu verschaffen. aber für eine empfehlung wie man das nicht ganz neue zappelphilipp-symptom mit psychopharmaka lösen kann, sollen sie qualifiziert sein. woher nimmt das lehrpersonal die kompetenz, um langzeitfolgen dieser sedierung einzuschätzen?
wie sehr institutionen das kindeswohl im blick haben, lässt sich ja hervorragend in den jugendämtern betrachten. die sind, genau wie die grundschulen. komplett frauen-dominiert.
auch die ärzte sind vor allem profitgetrieben. es wird alles mögliche verschrieben und verordnet, solange es nur gewinn bringt.