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Möglichkeiten zur besserung der finanziellen Situation über den AG
#1
Hintergrund: Mann lebt am Minimum, da Unterhaltsverpflichtungen für mehrere Kinder und dynamischer Titel nach DT. Eventuell gäbe es Chance auf einer Gehaltserhöhung, aber dies würde ihn in einer höheren Stufe in der DT einstufen, und ein Gerichtsverfahren wäre vorprogramiert.

Daher andere Strategie - die  vorhandenen Lebenskosten zum Teil durch den Arbeitgeber decken lassen. Welche Möglichkeiten hat er etwas über den AG zu bekommen, *ohne* dass dies dann unterhaltsrechtlich zu einer Steigerung des eigenen Einkommens gewertet werden kann? 

Zum Beispiel ein kleiner Firmenwagen der vom AG zur Verfügung gestellt wird. Kann das vor Gericht als "Geldwerter Vorteil" o.ä. fiktiv zum eigenen Einkommen angerechnet werden?

Und wie sieht es aus mit Zuschüsse für Mittagessen in einer Mensa?

Oder wenn man Vereinsmitglied ist, wo dann die Gebühren vom AG getragen werden?

Welche anderen Möglichkeiten hat man eigene Ausgaben über den AG zu finanzieren, ohne dass dies in der Gehaltsabrechnung auftaucht? Und falls es doch bekannt werden sollte, dass er Posten dann nicht als fiktives Einkommen vor Gericht ausgelegt werden kann?
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#2
Geldwerte Vorteile, die zu versteuern sind fallen auf und es wird garantiert versucht, die über den Unterhalt abzukassieren. Es gibt da enge Wertgrenzen fürs versteuern, z.B. die 44 EUR Grenze. Hier eine Liste, was so alles möglich ist, aber eben auch Folgen für den Unterhalt haben kann: https://karrierebibel.de/geldwerter-vorteil/

Unterhaltsrechtlich zu berücksichtigendes Einkommen sind eben auch solche geldwerten Vorteile.
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#3
Ich habe einige Zeit überlegt, was den größten Vorteil ohne Risiko bringen kann. Empfehlenswert ist hier ein sehr günstiger Firmenwagen mit einem Bruttolistenpreis von max. 12.000 Euro - Lada, Dacia, Aygo, Panda, uvm. Dann noch Diensthandy, etc. Am besten arbeitet man natürlich als Handwerker und hilft vielen Bekannten. Im nächsten Leben werde ich Elektriker oder Sanitär-, Heizungs-, Klimafachmann.
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#4
Mann kann sich da Gedanken machen wie man will. Fakt ist: es gilt das Prinzip der Unterhaltsmaximierung.

Wenn also der Familienrichter den Mann nicht über geldwerte Vorteile beim Einkommen abzocken kann, dann erfindet er einfach eine andere Quelle. Das nennt sich Einkommensfiktion.

Nach meiner persönlichen Erfahrung kannst du so viel oder so wenig verdienen wie du willst - es wird immer passend hingerechnet.

Der einzige Weg, nichts zu zahlen ist die freiwillige Aufgabe der eigenen Existenz. Mann fährt alles vor die Wand und führt künftig ein armseliges Leben am Rande des Existenzminimums. Irgendwann lässt man den Mann dann in Ruhe.
Bibel, Jesus Sirach 8.1

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#5
Aber das kann ja nicht das Ziel sein. Ich überlege auch schon seit geraumer Zeit, wie man am besten agiert. Nicht arbeiten? Für mich definitiv keine Option. Aber ja, der Punkt mit dem geldwerten Vorteil ist ein gefährliche Sache. Da sollte man sich schon erkundigen. Habe die eine oder andere Idee, die man als Selbständiger umsetzen könnte. Aber da kamen wieder diverse Strafvorschriften zu tragen... Ich sehe auf legalem Weg da auch so gut wie keine Möglichkeit...

Gesendet von meinem LG-H870 mit Tapatalk
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#6
Hmm... leider fällt alles woran ich gedacht habe unter den geldwerten Vorteilen. Eventuell bleiben nur die 44 Euro als Essens-Coupons oder so. Aber lieber wenig als nichts. Gibt es denn sonst keine Möglichkeit, dass man vom AG etwas bekommt, dies aber nicht direkt der Person zugeordnet werden kann? Kann das der AG irgendwie machen, so dass es zwar als Ausgabe der Firma deklariert wird, aber nicht direkt personenbezogen?
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#7
Manche Leute haben Fähigkeiten, die nach Feierabend gegen Bargeld verkauft werden.
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#8
Leider nicht in allen Berufen... Beispiele?
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#9
Der einzige mir bekannte Vorteil wäre der Dienstwagen, da der Richter versuchen wird dir einen Vergleich anzudrehen.
Ich hatte einen Arbeitgeber, der mir für 400€ einen Dienstwagen zur Verfügung stellte.
Meinen Ex war natürlich Empört.
Als mir die Richterin blöd kam und angefangen hatte an dem Dienstwagen rum zu rechnen fragte ich, was ich einen Vergleich eingehen sollte, wenn ich keinen Nutzen daraus ziehen kann. Vergleich=kompromisse; auch von der Gegenseite...--> volle 400 € wurden angerechnet.

Auf die andere Frage: Es wird Dir kein legaler Weg bleiben um an Geld zu kommen, welches Dir nicht angerechnet wird.
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#10
Schlussendlich kommt es natürlich drauf an, was man verdient. Bei einem hohen Verdienst hat man das Problem, dass man auch dementsprechend viel Unterhalt + Mehrbedarfe bezahlen muss. Bei einem Kind ist alles noch entspannt, ab zwei wird es aber zur finanziellen Belastung, die einen schnell zusammenklappen lässt. Nicht jeder verdient im Spitzenbereich sondern die meisten verdienen irgendwas zwischen 1.500 brutto und 4.500 Euro brutto - nicht jeder ist Arzt oder arbeitet als Facharbeiter bei einem Autobauer wie z.B. Audi. Im Übrigen ist in Deutschland jeder Dritte so arm, dass er sich nicht mal unerwartete Ausgaben in Höhe von knapp unter 1.000 Euro leisten kann (Link weiter unten). Wenn man bedenkt, dass bei zwei Kindern der reine Unterhalt schon fast 1.000 Euro ausmacht, dann wird das Ganze evtl. fassbarer. Davon bezahlt man sich ein kleines Häuschen ab.

Angenommen man verdient tatsächlich 4.500 Euro brutto jeden Monat, dann bleiben davon netto ca. 2.400 Euro übrig. Bei zwei Kindern zahlt man dann ca. 800 Euro Unterhalt + etwaige Mehrbedarfe. Evtl. fällt sogar noch Exenunterhalt an. Es bleiben also Pi mal Daumen 1.500 bis 1.600 Euro übrig - realistisch betrachtet eher weniger. Gerichtskosten bei Umgangsproblemen (wie in meinem Fall), etc. kommen mit Sicherheit auch noch dazu. Nun lebt man villt. ländlich, muss zur Arbeit kommen, möchte die eigenen Kids abholen und schon benötigt man ein Auto. Welches Auto kann man sich noch leisten, wenn man 1.500 Euro übrig hat? Miete muss natürlich auch gezahlt werden. Und hier lebt man noch nicht in einer Großsstadt, wo die Miete alleine schon 700 bis 1.000 Euro jeden Monat ausmacht - selbst für kleinste Wohnungen.

Ich rechne für ein günstiges Auto pro Monat 300 bis 400 Euro (Abzahlung, lfd. Kosten, Reparaturen, etc.) - Spritkosten sind hier noch nicht dabei. Selbst wenn man für ein sehr günstiges Auto mtl. 400 Euro inkl. Spritkosten rechnet, dann bleiben von den 1.500 Euro netto nicht mehr viel übrig. Und natürlich die Zitterei, dass nichts größeres am Auto kaputt geht. Ergo war für mich logisch und überlebenswichtig, dass mir ein Fahrzeug finanziert wird. Wie auch sonst soll ich zur Arbeit kommen und meinen Verpflichtungen nachkommen. Selbstredend benötige ich kein Luxusauto, vor allem, wenn ich weiß, dass das Damoklesschwert "Unterhalt" über mir schwebt. Familienrichter kapieren halt nicht, dass gerade für einen Unterhaltspflichtigen ein KFZ überlebenswichtig ist, alleine schon, um zur Arbeit zu kommen.

Noch perfider wird es, wenn man wie die meisten deutlich weniger als 4.500 Euro verdient. Der Kindesunterhalt bleibt bis auf wenige Euro nahezu gleich, aber die Belastung dadurch steigt proportional extrem an. Bei einem Verdienst von brutto 3.500 Euro bleiben netto nur noch 2.100 Euro, der Unterhalt beträgt aber nach wie vor fast 400 Euro pro Kind. Etwaiger Mehrbedarf kracht hier auch noch besonders gewichtig rein, weil der Kindsvater ja noch lange nicht am Selbstbehalt kratzt. Nach Abzug des Unterhalts bleiben also gerade mal 1.300 netto übrig. Was bitte will man hiermit noch anfangen? 100%ig hat man noch Gerichtskosten zu tragen, darf sich an den Kitakosten, etc. beteiligen, folglich am Schluss evtl. noch 1.100 Euro netto von einem brutto in Höhe von 3.500 Euro übrig bleiben. Miete weg, Essen weg, und für ein Auto bleibt kein Geld mehr übrig.

Ergo als Unterhaltspflichtiger immer wenn möglich ein sehr günstiges Firmenfahrzeug finanzieren lassen, damit das wenigstens safe ist. Sry, mir wird gerade übel, wenn ich mir vorstelle, was für ein armes Schwein man eigentlich ist, wenn man für zwei Kinder Unterhalt zahlen darf. Und obendrein sieht man keines davon :-( So ist es verständlich, dass ein Vater nicht die Energie hat einem Job nachzugehen, in dem er die Leistung für einen 3.500 bis 4.500 Euro Job erbringen muss. Außer er kann natürlich eine ruhige Kugel als Beamter schieben.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/me...53142.html
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