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Was kann ich tun? - Paul80 - 09-09-2026

Ich habe drei Kinder. Nach anfänglichem Wechselmodell zahle ich inzwischen den vollen Kindesunterhalt.

Vor einigen Monaten bin ich lebensbedrohlich erkrankt und musste mehrere Monate im Krankenhaus verbringen. Inzwischen geht es mir gesundheitlich wieder besser, aber die Situation mit meiner Ex und ihr Verhalten belasten mich zunehmend. Den Unterhalt musste ich natürlich auch während dieser Zeit weiterzahlen, obwohl ich krankheitsbedingt weniger verdient habe.

Auch wegen meiner Kinder mache ich mir immer mehr Sorgen. Eines der Kinder musste bereits die Klasse wiederholen. Die Kinder kommen häufig zu mir, weil sie es bei meiner Ex und ihrem neuen Partner nicht aushalten. Kleidung muss ich inzwischen komplett selbst vorhalten und kaufen, weil sie sich weigert, Sachen mitzugeben.

Trotz eines sehr guten Jobs habe ich mittlerweile kaum noch finanzielle Reserven. Nun verlangt sie zusätzlich, dass ich die Kosten für die Zahnspangen von zwei Kindern übernehme.

Meine erste Anwältin habe ich inzwischen in den Wind geschossen. Sie hat nur Dienst nach Vorschrift gemacht. Deshalb habe ich mir einen neuen Anwalt gesucht. Mit ihm habe ich bisher einen deutlich besseren Eindruck. Trotzdem scheue ich die weiteren Kosten, weil ich mir das auf Dauer finanziell nicht leisten kann.

Ich weiß momentan ehrlich gesagt nicht, wie ich mit der ganzen Situation am besten umgehen soll.


RE: Was kann ich tun? - p__ - 09-09-2026

Wie gehts dir jetzt? Wäre es dir wieder möglich, ein Wechselmodell zu leben?

Zahnspange zahlt die Versicherung. Wenn nicht, dann ist sie auch nicht medizinisch notwendig.


RE: Was kann ich tun? - Doktorand - 09-09-2026

Das mit der Zahnspange kann ich so unterschreiben. Zum Anfang einer Zahnspangenbehandlung muss man üblicherweise einen Eigenanteil zahlen, den man aber bei Abschluss der Behandlung zurückbekommt. Damit wird sichergestellt, dass die teure Behandlung durchgezogen wird. Meine Ex hatte darauf spekuliert, dass ich diesen Anteil zahle und Sie es sich für das eigene Konto nach Abschluss zurückholen konnte. Habe ich aber gleich alles mit dem Verweis auf die Versicherung abgeblockt. Gilt auch für Brille usw.
Ist ggf. auch ein vollständiger Wechsel der Kinder in deinen Haushalt möglich? Wie alt sind deine Kinder? So mit 12,13 Jahren und definitiv mit 14 kann ein Wechsel des Haushalts nicht mehr verhindert werden, da dann der Kindeswille zählt. Neue Partner sind meist sehr belastend für Kinder.


RE: Was kann ich tun? - expat - 09-09-2026

Gewöhn’ Dich erst mal an den Gedanken dass Deine Ex Dir finanziell und emotional auf unbestimmte Zeit das Leben zur Hölle machen kann. Das ist mal Fakt und damit muss man lernen umzugehen.

Das Wechselmodell wäre für Deine Kinder das Beste und für Dich eine große finanzielle Erleichterung. Musst Du mit Deinem Anwalt besprechen ob das eine realistische Option vor Gericht ist.

Ein motivierter und fähiger Anwalt kann den Unterschied machen. Aber Erfolg vor Gericht garantiert er nicht. Garantiert ist nur, dass der Gang vor Gericht ordentlich Geld kostet.

Such Dir einen Sport, Ausdauersport ist gut geeignet, wo Du den ganzen Stress abbauen kannst. Das wichtigste ist, dass Du gesund bleibst.

In meinem Fall hat ein Anwaltswechsel alles zum positiven verändert. Aber regelmäßige Rechtsanwaltskosten habe ich trotzdem weil die Mutter sich ständig einen neuen Schwachsinn einfallen lässt.


RE: Was kann ich tun? - Paul80 - 09-09-2026

Ich bin nervlich oft am Ende. Wechselmodell kann ich mit meinem Job einfach nicht vereinbaren. Ich habe auch schon überlegt, die Stelle auf 80 % zu reduzieren, aber das geht wohl auch nicht ohne Weiteres, denn der Unterhalt bleibt wohl trotzdem gleich wenn man das nicht ausreichend begründen kann. So, wie es jetzt läuft, kann ich mir im Leben nichts mehr aufbauen. Kredit für das Haus abbezahlen, Unterhalt … da bleibt am Ende nichts übrig. Der Älteste wäre schon alt genug, aber dann müsste er die Schule wechseln.


RE: Was kann ich tun? - expat - 09-09-2026

Reduzieren klappt schon. Mach mal ein paar Monate auf Burnout oder eine Therapie wegen Depressionen dann ist das begründbar.

Mit Deiner Krankheitsgeschichte und drei Kindern ist 100% weiterarbeiten ohnehin auf Dauer nicht realistisch.

Das mit dem was Aufbauen kannst Du knicken, es sei denn Du verdienst wirklich extrem gut. Das scheint aber nicht der Fall zu sein, wenn Dir die Kosten einer Zahnspange Kopfzerbrechen bereiten.

Auf 80% zu reduzieren + Wechselmodell würde ich mal ernsthaft durchspielen. Da stehst Du vermutlich besser da als aktuell.

Für Deine Kinder wäre nach Deiner Schilderung wohl auch besser wenn sie mehr Zeit beim Papa hätten. Und um die Kinder sollte es ja in erster Linie gehen. 

Unter einem Dach mit einem bekloppten Stiefvater zu leben ist nicht lustig. Dass Deine Ex den Kindern das zumutet sagt alles über ihre Qualitäten als Mutter.


RE: Was kann ich tun? - Alimen T - 10-09-2026

(Gestern, 21:44)Paul80 schrieb: Ich bin nervlich oft am Ende. Wechselmodell kann ich mit meinem Job einfach nicht vereinbaren. Ich habe auch schon überlegt, die Stelle auf 80 % zu reduzieren, aber das geht wohl auch nicht ohne Weiteres, denn der Unterhalt bleibt wohl trotzdem gleich wenn man das nicht ausreichend begründen kann. So, wie es jetzt läuft, kann ich mir im Leben nichts mehr aufbauen. Kredit für das Haus abbezahlen, Unterhalt … da bleibt am Ende nichts übrig. Der Älteste wäre schon alt genug, aber dann müsste er die Schule wechseln.

Unbezahlter Urlaub wäre auch ein Thema .
Langfristig lohnt sich der Prozess für das Wechselmodel . 
Wenn man es schafft die Hälfte vom Kindergeld zu bekommen, winken
bei 3 Kindern rund 15000€ im Jahr die du auf dem Konto mehr hast als vorher 
Dank nicht bezahlten Unterhalt und Klamotten kaufst du ja jetzt auch schon .


RE: Was kann ich tun? - Nappo - 10-09-2026

Eine lebensbedrohliche Krankheit... Offensichtlich "ausgeheilt", während du hier die Diagnose verständlicherweise nicht heraus posaunen möchtest, muss nicht zwingend also bedeuten, das nun alles in Butter ist. Zudem der psychische Druck, der sich nun zeigt und der der Gesundheit nicht gerade zupass kommt.

Wie alt die Kinder sind, hast du noch nicht gesagt, fest steht aber, dass man diesen Zustand oft nicht bis zum Ende aller Unterhaltspflichten aufrecht erhalten kann. Um wirklich eine Strategie aufzubauen, müsste man über eben diese Details reden. Alter der Kinder. Tatsächlicher Gesundheitszustand und die Frage, warum du gerade beim Anwalt bist, denn er soll ja offensichtlich irgendetwas relevantes für dich tun.

Offensichtlich willst du deinen Job weiter machen. Nicht nur wegen der Verpflichtungen, sondern eben auch wegen des notwendigen Lebensbedarfs und eben auch wegen der Darlehensrate für das Haus. All das zusammen gerechnet, ergibt den Hamster im Hamsterrad.

Dann ist da noch das Thema der eventuellen Geschwistertrennung. Am Ende aber die Frage: Wie deutlich kommunizieren die Kinder, dass "zuhause" etwas schief hängt? Wenn z.b. der Älteste eindeutig (!) sagt, er möchte zu dir - was ich mal herbei spekuliere - dann ist ein Schulwechsel zu verschmerzen und kommt trotzdem dem Kind entgegen aufgrund dessen Willens und dir im Übrigen auch i.S. Kindesunterhalt.

Solche Situationen kennen leider keine Grauzonen. Immer nur das Extreme. Der Versuch, die Situation durch- und auszuhalten oder eben das scharfe Schwert über Aufenthaltsbestimmungsrechte "zu reden", oder aber notgedrungen schlicht in den Sack zu hauen.

Das Letztere ist schwierig, denn selbst wenn du den Job vollends schmeißen müsstest, z.b. aus gesundheitlichen Gründen, würde der Verkauf des Hauses anstehen und der Erlös nach Abzug des Darlehens wird liebend gerne von der Gegenseite als gefundenes Fressen aufgezehrt.

Und dann stellt sich die Frage, an welcher Front man angreifen sollte und angreifen will. Die eine Front wäre zu sagen: Die Kinder sollen zu mir. Zumindest diejenigen, die es wünschen. Dann kehren sich die Unterhaltspflichten um, und eine Jobreduzierung ist nicht nur möglich, sondern eben auch notwendig zugleich.

Hat diese Front keine Aussicht auf Erfolg, bleibt nur noch eine andere, denn das derzeitige Konstrukt ist ja dauerhaft kaum machbar. Und dann würde sich die Frage stellen: Kann und will ich meinen Job weiter so ausüben? Bei einem Ja, könnte ein Hausverkauf für finanzielle Entlastung sorgen - sofern ein entsprechendes Guthaben nach Abzug des Darlehens verbleibt. das ist natürlich eine Grundvoraussetzung.

Du würdest in eine kleinere Mietwohnung ziehen, es dir gemütlich machen, und hättest die Darlehensrate nicht mehr am Hals. Denn oft ist es ja so, dass zwar beim Unterhalt die Darlehensraten Anrechnung finden, aber der Wohnvorteil dann das Ganze wieder zunichte macht. Das alles ist ein Rechenexempel, das letztlich hier ohne Zahlen natürlich nicht ausdiskutiert werden kann.

Denn wenn du aber weiterhin den Unterhalt aus laufendem Unterhalt zahlen könntest, bliebe der Vermögensstock erst einmal unangetastet, außer die Erträge daraus.

Ich würde mich aber erst einmal auf die Angelegenheit stürzen, wie das mit den Kindern dort weiter gehen soll. Denn wenn sie - teilweise oder eben alle - zu dir wollen, dann ist eine Reduzierung des Jobs ohnehin nötig, möglich und für dich entlastend zugleich.

Die meisten Rechtsanwälte - die Allermeisten! - sind im Familienrecht bezüglich der Väter eher zaghaft. Und das ist diplomatisch ausgedrückt... Die verwalten irgendwann nur den Staus-Quo, versuchen ein wenig den Unte5rhalt zu "optimieren" und zucken dann mit den Schultern.

Erst vor Kurzem bekam ich eine (erneute) E-Mail eines Freundes und Kunden, der sich immer mal meldet und mir auch von anderen Vätern und deren Zustand erzählt, die sich bei ihm im Bekannten- und Freundeskreis befinden. Da waren gleich mehrere Fälle, die mich stutzig machten, weil da "ein Anwalt" vor Gericht Fälle erfolgreich durch kämpfte, bezüglich derer ich auch erst mal gezuckt hätte und die Erfolgschancen irgendwo auf 10% eingeschätzt hätte.

Dann habe ich mir die Buben Anwälte mal angeschaut (sind zwei Brüder) und einen Vater dorthin geschickt. Die Sache ist natürlich noch offen. Alter Schwede. Die Beiden haben das Messer zwischen den Zähnen.

Aber, und das ist ja dann meistens der Fall, das muss man sich leisten können, denn die nehmen dir pauschal 6.000 € weg. Bei einem anderen Mandanten hat das aber dann auch gereicht und er musste nichts mehr nachzahlen.

Geh nochmal in dich. Überlege mal, wo wirklich der Schuh drückt, was wirklich gelöst werden muss und ob da wirklich Chancen bestehen, die halbwegs realistisch sind. Einerseits ist das alles ein Nadelöhr wo man durch muss. Andererseits muss man es halt versuchen.