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Plane Trennung und Scheidung nach kurzer Ehe mit 1 gemeinsamem Kind
#51
(17-12-2014, 00:05)Corleone schrieb: Halte ich für rechtlich sehr zweifelhaft... 
Es geht mir doch auch darum, Trennung und Scheidung schnell durchzuziehen.

Da aus gesetztlicher Perspektive ein Trennungsjahr durchaus auch in ein und derselben Wohnung "stattfinden" kann, ist Dein Zweifel unbegründet. Natürlich ist das trotzdem ein recht konstruierter Ratschlag, aber es zwingt Dich niemand, Deinen Wohnsitz zu ändern!

In Bezug auf den 7/24h-Streit habe ich ein deja-vue. Ich hatte mal eine dreimonatige Beziehung mit einer Frau, die mich in den letzten Tagen tatsächlich nicht hat schlafen lassen, um "Gespräche" mit mir führen zu können. Auch der "Auszug" auf mein Sofa führte nicht zum gewünschten Ergebnis. Tagsüber, während ich arbeitete, hat sie den Schalf dann nachgeholt.... Fast besinnungslos vor Schlafbedarf hat sie mich immer wieder wachgerüttelt. Das ist Terror auf höchstem Niveau, absolut unerträglich!
Natürlich ist das mit Deiner Situation nicht vergleichbar, da ich SEHR viel leichter Konsequenzen ziehen und umsetzen konnte. Aber Du wirst sehen, dass gesunder Schlaf und halbwegs geordnete Verhältnisse in Deinem neuen Zuhause Dich sehr schnell wieder zu Kräften kommen lassen. Gehe das jetzt an, es wird Dir helfen!
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#52
(16-12-2014, 23:49)Corleone schrieb: Was die Reserven, also das Vermögen angeht, frage ich mich weiterhin, ....
Alle diese Überlegungen machen nur Sinn, solange zu de facto und de jure "zusammenlebst". Die Ehewohnung bleibt die Ehewohnung während des Trennungsjahrs. Insofern macht @netlovers Vorschlag duchaus Sinn.

(16-12-2014, 23:49)Corleone schrieb: ... ob es nicht sinnvoll ist, wenn sich das Vermögen jetzt durch Investitionen/Ausgaben schmälert oder ich mich ggf. moderat verschulde.
Die ausschließliche "Inverstition" in deinen neuen Haushalt, wird man u.U. arg zusammenstreichen. "Reserve"anschaffungen für den bestehenden Haushalt weniger. Es ist ja nicht verboten z.B. 2 Waschmaschinen zu besitzen. Was innerhaltb der Ehe "investiert" wurde, geht eher durch. Auch wenn Einkommensteile durch Zins/Tilgung für Immobilienerwerb während des Zusammenlebens "nicht zur Lebensführung zur Verfügung standen", dürfte das den TU positiv beeinflussen. Daher hat das "Zusammenleben" eine größer Bedeutung, als du derzeit siehst. Die (emotinale) Entlastung durch Rückzug wird einen hohen Preis haben.
# Familienrechtslogik: Wer arbeitet, verliert die Kinder. Wer alleinerziehend macht, kriegt alles. Wer Kindeswohl sagt, lügt #
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#53
Frohes neues Jahr zusammen!

Ich bin mitten im Umzug. Dauerhaftes Getrenntleben ist damit noch nicht vollzogen, der Trennungszeitpunkt noch nicht eingetreten - kommt aber sehr bald.

(11-12-2014, 14:32)sorglos schrieb: Wahrscheinlich sollte man sofort mit Jahreswechsel die Steuerklasse 1 wählen - dann wird es weniger hart.

Welche Steuerklasse empfiehlt sich generell während des Getrenntlebens? Nach Rücksprache mit meiner Steuerberaterin, die unsere Verhältnisse kennt, empfahl sie die Steuerklassenkombination IV / IV. Hierbei hat sie aber noch nicht genau darauf geachtet, in welche Stufe ich beim Kindesunterhalt falle. Fraglich ist, ob ich allein zur Minimierung der Unterhaltsleistungen die schlechtere Steuerklasse I wählen sollte. Ich glaube, unterjährig machen die Steuerklassen I oder IV bei mir gar nicht so viel Unterschied im Nettoeinkommen (das für den Unterhalt herangezogen wird), aber bei StKl. IV zahle ich "zu viel" Steuern (da kein Single, sondern noch verheiratet), und kann es mir nachher ggf. zurückholen.
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#54
Zwischen der Steuerklasse 1 und 4 gibt es keine Wahlmöglichkeit.

Die 4 gibt es nur solange, die Voraussetzungen für eine gemeinsame Veranlagung vorliegen.
Wenn nicht, bleibt nur die 1.
Und vom Ergebnis her sind 1 und 4 sowieso praktisch identisch.

Während des Getrennt lebens empfiehlt sich auf jeden Fall sofort 4/4 zu wählen, da 3/5 nur Streitpotential bringt.

Am Ende wird sowieso neu gerechnet wenn gemeinsam veranlagt wird.
Dann werden die Vor- und Nachteile der Klassen 3 und 5 wieder einkassiert und neu verteilt, sodass zwischen 3/5 und 4/4 kein Unterschied mehr besteht.
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#55
@beppo:
Danke für die Rückmeldung. Die Kombination 3/5 steht nicht zur Debatte, das schließe ich aus. Momentan bin ich allerdings noch in Steuerklasse 3 und muss für die neue Arbeitsstelle eine Steuerklasse angeben und mich somit kurzfristig entscheiden und die entsprechenden Schritte (beim Finanzamt) in die Wege leiten.

Falls du das mit "Voraussetzungen für eine gemeinsame Veranlagung" meinst: Es bestand im Steuerjahr 2015 an wenigstens einem Tag noch ein gemeinsamer Haushalt und ein Zusammenleben. 2015 ist das Jahr der Trennung.

Wenn ich das richtig sehe, bin ich also nicht gezwungen, in Steuerklasse 1 zu wechseln. Vielmehr könnte ich - mit meiner Noch-Ehefrau - Steuerklasse 4/4 wählen. Die wird wahrscheinlich sagen, ich hätte aber gern Steuerklasse 2. Weiß jemand was dazu?
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#56
Hallo zusammen. 

Mehr als 3 Jahre sind nun vergangen, und ich gebe euch mal den aktuellen Stand durch, auch um die vorangegangene Diskussion rückschauend bewerten zu können.

Die Fakten:
1) Ich hatte den neuen Job angefangen.
2) Kurz vorher bin ich ausgezogen (Trennung, neue Wohnung).
3) Psychisch ging es bergauf. Die Trennung tat mir wohlfühltechnisch sehr gut.
4) Finanziell/scheidungstechnisch fing dann der ganze Unterhalts-Ärger an.
5) Ich bin inzwischen geschieden.
6) Stand jetzt arbeite ich immer noch, und zahle immer noch Unterhalt für die Ex.

Rückblickend möchte ich daher konstatieren:
  • Die Trennung war absolut richtig, ich konnte danach mein Leben wieder genießen
  • Auch einen vernünftigen neuen Job anzufangen, war richtig, denn das gehört für mich zum Leben dazu
  • Was ich falsch eingeschätzt / unterschätzt habe, sind gewisse Realitäten des Familienrechts:
    - Scheidung dauerte ewig, bis sie durch war- Zugewinnausgleich spielte gar keine Rolle- Unterhalt ist eine einzige Katastrophe, ebenso die sonstigen Kosten (Anwaltskosten)
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#57
Hallo Corleone,

vielen Dank für die Rückmeldung und dass Du Deine Erfahrungen teilst.

Klasse, dass Du Dich wieder wohl fühlst. Damals hast Du ziemlich nach Burnout geklungen. Letztendlich ist es auch meine Erfahrung, dass ein guter, befriedigender Job das Wichtigste ist. Einer, der Dir trotz Unterhalt Freiräume für andere Pläne ermöglicht.

Aber wie kommt es, dass Du trotz kurzer Ehedauer und dem Alter Eures Kindes (müsste ja jetzt schon 4 1/4 sein) noch Unterhalt für die Mutter zahlen musst?
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#58
Schön, dass du eine Rückmeldung gibst! Danke dafür!

Leider schreibst du gar nichts zum Kind. Wie ist denn dein Anteil am Aufwachsen? Umgang oder Wechselmodell?
Oder ist das in Geldfragen untergegangen.
# Familienrechtslogik: Wer arbeitet, verliert die Kinder. Wer alleinerziehend macht, kriegt alles. Wer Kindeswohl sagt, lügt #
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#59
Ich danke euch für eure Beiträge. Schön, sich hier wieder austauschen zu können.

(01-11-2018, 21:49)Theo schrieb: Aber wie kommt es, dass Du trotz kurzer Ehedauer und dem Alter Eures Kindes (müsste ja jetzt schon 4 1/4 sein) noch Unterhalt für die Mutter zahlen musst?

Genau das frage ich mich auch, und genau um das muss ich mich jetzt kümmern. Mein Kind wird 2019 sechs und kommt in die Schule.
Im Scheidungstermin wurde ein Vergleich geschlossen, auf Basis dessen, was das Gericht als seine Rechtsauffassung zugrunde legte.
Diese Rechtsauffassung lautete (sinngemäß):
  • Die Mutter sei nicht verpflichtet, bis zum "Eintritt des Kindes in das Grundschulalter" eine Vollzeit-Beschäftigung aufzunehmen
  • Stattdessen sei bei der Unterhaltsberechnung ein "fiktives Einkommen" in Höhe einer Halbtags-Beschäftigung einzuberechnen (egal, ob diese tatsächlich ausgeübt wird)
Dabei frage ich mich schon, wie man überhaupt dazu kommen kann, über das dritte Lebensjahr des Kindes hinaus sogar bis zum 6. Lebensjahr Gatten-Unterhalt zahlen zu müssen, und das unter bereits Geschiedenen.

Momentan muss ich diesen Vergleich als (Vollstreckungs-)Titel aus der Welt schaffen. 

(02-11-2018, 21:10)sorglos schrieb: Leider schreibst du gar nichts zum Kind. Wie ist denn dein Anteil am Aufwachsen? Umgang oder Wechselmodell?
Oder ist das in Geldfragen untergegangen.

Das liegt daran, dass ich die Geld-Fragen als das seit längerem größte Ärgernis empfinde, und nicht zu viele Themen auf einmal ansprechen möchte. Aber da du fragst: Umgang, grundsätzlich an den Wochenenden.
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#60
(02-11-2018, 23:18)Corleone schrieb: Dabei frage ich mich schon, wie man überhaupt dazu kommen kann, über das dritte Lebensjahr des Kindes hinaus sogar bis zum 6. Lebensjahr Gatten-Unterhalt zahlen zu müssen, und das unter bereits Geschiedenen.

Das musst du dich selbst fragen. Ein Vergleich bedeuet, du hast dich freiwillig dazu verpflichtet.
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#61
Wie kann man gegen Vergleich vorgehen Freiwillig verpflichten geht und freiwillig Verpflichtung aufzuheben geht nicht?
razvod.net Hilfe für Trennungsväter in russ
KU Rückstand:14.5K€ JA und ca 8K€ JC!=36K
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#62
Die Beste Methode ist, ihn nicht einzugehen. Stattdessen den Richter einen Beschluss schreiben lassen. Den muss er nämlich begründen und der ist weiter angreifbar.

Nur leider verlassen sich viele Väter auf den Rat ihres Anwalts. Und warum der zu einem Vergleich rät, möge man bitte selbst nachschlagen, Stichwort "Vergleichsgebühr" oder noch euphemistischer "Einigungsgebühr".
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#63
(02-11-2018, 23:18)Corleone schrieb: Momentan muss ich diesen Vergleich als (Vollstreckungs-)Titel aus der Welt schaffen. 

Wenn der Vergleich bezüglich Ehegattenunterhalt auf den 6. Geburtstag bzw den Schuleintritt begrenzt, dann lohnt es sich nicht mehr, jetzt noch dagegen vorzugehen. Das ist weniger als ein Jahr und die Erfolgsaussichten sind ohnehin gering bei einem Vergleich. 

Also lieber Nerven sparen und aussitzen.
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#64
Es geht auch gar nicht. Eine Begründung fehlt. Es gibt keine veränderte Situation, die sich zum Kippen des Vergleichs eignet. Keine Lust mehr zu haben, den Unterhalt zu zahlen reicht nicht.

Solche Vergleiche sind praktisch immer Mist. Und meistens legt der Anwalt noch eins drauf an Unfähigkeit. Da wird dann dann das formulieren wichtiger Klauseln und Bedingungen übersehen, weils ja Arbeit ist. Ich habe schon erlebt, dass die Ex-Dame nach einem "bedingungslosen" Vergleich mit Unterhalt für sie dann doch wieder voll arbeitete. Sie hatte dann ihr Gehalt und den Unterhalt obendarauf. Der Vater ist auch nicht mehr dagegen vorgegangen, sondern hat die Restlaufzeit zähneknischend bezahlt. Hat auch nur durch einen Zufall davon erfahren, dass sie wieder voll verdient. Sie muss das ja nicht mal von sich aus mitteilen.
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#65
Hallo zusammen, es ist nun bald soweit, dass das im Unterhaltsvergleich genannte Grundschulalter eintritt. Meine Tochter wird 6 und kommt in die Schule. Dort hat sie eine Betreuung in der offenen Ganztagsschule bis 16:30 Uhr.
Rein von den Zeiten her betrachtet, ermöglichen es die Schulbetreuungszeiten, dass meine Ex von ca. 8-16 Uhr, also 40 Std./Woche, also Vollzeit arbeiten geht. Alternativ würde ich selbst von ca. 8-16 Uhr, also 40 Std./Woche, arbeiten und mein Kind danach ebenfalls betreuen. Man muss es nur irgendwie regeln / die Betreuung aufteilen, dann können beide Elternteile Vollzeit arbeiten.
Derzeit arbeitet die Ex wohl halbtags von 9-14 Uhr und meint, dies nicht ausdehnen zu können, sondern weiter auf Unterhalt angewiesen zu sein.

(03-11-2018, 15:37)p__ schrieb: Es gibt keine veränderte Situation, die sich zum Kippen des Vergleichs eignet.


Genau das frage ich mich. Irgendwann muss es diese Situation ja geben, denn ich kann der Ex-Frau nach kurzer Ehezeit ja nicht bis in alle Ewigkeit das Leben finanzieren. Als Änderungen kommt Folgendes infrage:
  • Das Kind ist 6 und damit schon einiges reifer, kann besser damit umgehen, wenn die Mutter sonstiges zu tun hat, und es auf sich gestellt ist.
  • Offene Ganztagsschule: feste Betreuung zwischen 8 und 16:30 Uhr.
  • Ich selbst arbeite derzeit tatsächlich nur noch 40 Std./Woche, von 8 bis 16 Uhr. Dies war vorher anders und dürfte auch künftig anders sein, aber derzeit ist es jobtechnisch bei mir so. Hintergrund sind Schwierigkeiten in meinem Arbeitsverhältnis (siehe nächster Grund), ich mache daher nur noch "Dienst nach Vorschrift" und arbeite nicht länger als rechtlich notwendig.
  • Mir droht konkret Arbeitslosigkeit. In diesem Falle hätte ich selbst volle Betreuungskapazität.
Welche(n) dieser Gründe haltet ihr für zugkräftig?

Die Ex hält dagegen mit angeblicher "besonderer Betreuungsbedürftigkeit" des Kindes.

Wie seht ihr die Chancen, den nachehelichen Unterhalt loszuwerden?
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#66
Für mich ist nur relevant, was in diesem Vergleich drinsteht und was dort konkret vereinbart wurde.
Ohne Kenntnis davon ist hier munteres Rätselraten angesagt.

Wenn Du arbeitslos wirst, suchst Du Dir einfach einen neuen Job damit der Unterhalt in gewohnter Höhe fliessen kann.
Genauso wird das die Ex und jeder Richter sehen.
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#67
Die Voraussetzungen haben sich tatsächlich geändert, du könntest jetzt einen neuen Anlauf nehmen, den Exenunterhalt loszuwerden. Denk aber dran, dass diese Veränderungen tatsächlich eingetreten sein müssen. Du kannst nicht klagen mit der Begründung, dass ab nächsten Monat das Kind bei guter Betreuung in die Schule geht. Du kannst erst klagen, wenn das tatsächlich so eingetreten ist.
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#68
Hallo Corleone,

das valide Argument ist das mit der offenen Schulbetreuung. Die deckt vieles ab.

In Bezug auf die Betreuungsmöglichkeit durch Dich wegen potentieller Arbeitslosigkeit gilt das, was p geschrieben hat, analog: Du kannst erst damit argumentieren, wenn Du tatsächlich arbeitslos bist. Außerdem ist das ein vorübergehender Zustand. Also eher nicht geeignet, um ein lückenloses Betreuungskonzept darzustellen.

Deine Chancen stehen umso besser, je detaillierter Du nachweisen kannst, dass für eine durchgehende Betreuung gesorgt ist. Also: Wie weit wohnt die KM von der Schule entfernt? Kann sie tatsächlich von 8 bis 16.00 arbeiten, wenn die Schule um 8.00 beginnt? Gibt es Arbeitgeber, die Vollzeitarbeitsplätze in ihrem Beruf in der Umgebung anbieten?

Ein Kumpel von mir hat dem Gericht so nachgewiesen, dass seine Ex wirklich alle Möglichkeiten hätte, wenn sie Vollzeit arbeiten wollte.
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#69
Es gibt gute Neuigkeiten. Ich habe der KM inzwischen mitgeteilt, dass
  • ich definitiv nicht einfach so weiter zahlen werde, es also auf massiven Streit und einen Prozess hinausläuft, wenn sie nicht auf Unterhalt verzichtet,
  • ich von ihr erwarte, dass sie während der Ganztagsschule arbeitet und damit ihr eigenes Geld verdient, und
  • ich selbst ggf. ab 01.09. arbeitslos bin.
Sie scheint einzulenken. Sie sagt nun solche Sachen wie "Ich will keinen Streit", "Ich will das Geld gar nicht, mir geht es nur darum, Zeit für das Kind zu haben" und "Ich will, dass wir uns einigen". Ich hoffe nun, dass sich tatsächlich eine außergerichtliche Einigung finden lässt. Dazu müsste die Ex wohl ausdrücklich schriftlich auf Unterhalt verzichten und den Titel herausgeben. Leider ist sie anwaltlich beraten, und die Anwältin der Gegenseite verschärft den Streit, wie immer. Ich muss die Ex daher dazu bringen, sich nicht von der Anwältin weiter in den Konflikt treiben zu lassen, sondern (entgegen anwaltlichem Rat) nachzugeben.

Hat jemand Tipps, wie man das am besten anstellt?
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#70
Worauf willst Du Dich mit der einigen? Die geht arbeiten und Du zahlst nur noch für das Kind. Zumindest habe ich den Vergleich genau so verstanden.

Die Dame versucht aber gerade nachzuverhandeln und schiebt das Kind vor.

Die hat im Detail alles bereits mit der Anwältin abgestimmt. Die versucht Einigungswillen zu dokumentieren und begründet den zusätzlichen Exen-Unterhalt über Kindeswohl. Das sieht halt bei Gericht dann alles gut aus.

Ob die Faul daheim hockt oder schon längst voll arbeiten geht, scheinst Du ja auch nicht zu wissen. Die hält schön alles unter Verschluss. Typische Anwaltsempfehlung.

Die Anwältin bekommst Du nicht raus. Die hat doch nen super Job gemacht. Unterhalt bis zum 6. Lebensjahr ohne dumme fragen.

Ich würde mich an den Vergleich halten und gar nichts mehr vereinbaren. D.h. ab dem 6. Lebensjahr Kindesunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle und fertig. Dann würde ich abwarten was kommt.

Ich würde die auch mal um Offenlage bitten, um mal zu schauen was die verdient hat in den letzten Monaten. Ggf. verwickelt die sich dann schon selbst in Widersprüche mit dem notwendigen Exen-Unterhalt.

Bevor die Klagen, wird Dir die Anwältin schreiben. Dann kannst Du schauen was die an Munition haben. Ich würde da cool bleiben.

Oder habe ich das falsch verstanden?
Befristeter Titel bis zum Grundschulalter oder?
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#71
(04-07-2019, 00:39)Alles-durch schrieb:
Oder habe ich das falsch verstanden?
Befristeter Titel bis zum Grundschulalter oder?

Wenn der Titel befristet wäre, dann bräuchte es die Diskussion gar nicht. Von daher ist "einfach nicht zahlen" ein denkbar schlechter Rat.

@Corleone: Ein sinnvolles Argument sind die Rentenbeiträge. Wenn sie sich auf die Unterhaltszahlungen verlässt, mag das im Augenblick bequem sein, führt aber später in die Altersarmut. Man kann es sich heute einfach nicht mehr leisten, über einen längeren Zeitraum keine Rentenbeiträge zu zahlen (außer man hat sonstiges Vermögen)
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#72
Zukünfzige Rente soll ein Argument sein.....selten so gelacht....die EX müsste ja noch dämlicher sein als die durchschnittliche Frau, um darauf reinzufallen.
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#73
(20-06-2019, 22:04)Corleone schrieb: Die Ex hält dagegen mit angeblicher "besonderer Betreuungsbedürftigkeit" des Kindes.

Schon das war ein typischer Anwaltsrat. Standardversuch Nr. 1, um Unterhalt für sich selber zu verlängern. Mal sehen, wie lange die Dame einsieht, dass eine Einigung besser wäre wie neue Klagen.

Ansonsten lässt sich ein vor Gericht geschlossener Vergleich jederzeit im Einvernehmen der Vergleichsparteien ändern. Sie muss zunächst explizit auf den Titel verzichten, der aus dem letzten Vergleich herrührt und ihr trefft eine neue schriftliche Vereinbarung, also einen Vertrag. Darauf muss auf den Vergleich Bezug genommen werden, man ersetzt also den bestehenden Vergleich durch eine neue Vereinbarung.

Erst wenn kein Einvernehmen herrscht, muss man vor Gericht - das ist dann eine Abänderung nach §323 ZPO.

Die Rente ist vielleicht kein Argument für sie, vielleicht aber doch. Es schadet jedenfalls nichts, auch dieses Eisen ins Feuer zu legen. Vielleicht nicht als ersten Punkt. Der erste Punkt ist ein langes und teures Verfahren für beide Elternteile (also auch sie) mit dem Risiko eines fetten Verlusts. Besondere Betreuungsbedürftigkeit wird nicht einfach so durchgewunken. Das muss sie nachweisen, manchmal gibts sogar ein Gutachten. Solltest du arbeitslos werden, kannst du mehr Betreuungsanteile übernehmen. Die Mutter muss sich zwar nicht auf eine Betreuung des Vaters verweisen lassen, aber es kommt trotzdem schlecht vor Gericht, Geld von einem arbeitslosen, betreuungsbereiten Vater herausklagen zu wollen, weil das Kind so betreuungsbedürftig wäre.
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#74
(02-11-2018, 23:18)Corleone schrieb: * Die Mutter sei nicht verpflichtet, bis zum "Eintritt des Kindes in das Grundschulalter" eine Vollzeit-Beschäftigung aufzunehmen
* Stattdessen sei bei der Unterhaltsberechnung ein "fiktives Einkommen" in Höhe einer Halbtags-Beschäftigung einzuberechnen (egal, ob diese tatsächlich ausgeübt wird)

!Nach! dem Eintritt des Grundschulalters wäre die Mutter damit zur Vollzeit-Beschäftigung verpflichtet oder es wäre zumindest vom Beschluss nicht erfasst. Ich verstehe das als zeitliche Befristung.

Aber da muss der gerichtliche Beschluss mal richtig gelesen werden. Ggf. von einem Juristen.

Ich würde die eventuelle Befristung des Titels mal durchprüfen lassen bevor ich mit der Ex in die Verhandlungen einsteige. Ggf. bist Du aus der Nummer automatisch mit eintritt des Grundschulalters raus oder kannst diese Rechtsauffassung zumindest vertreten

Anders sähe die Sache aus, wenn im Beschluss bspw. stehen würde "!mindestens! bis zum Eintritt des Grundschulalters" - aber so hat es Corleone nicht geschrieben
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#75
(04-07-2019, 09:04)Alles-durch schrieb: Anders sähe die Sache aus, wenn im Beschluss bspw. stehen würde "!mindestens! bis zum Eintritt des Grundschulalters" - aber so hat es Corleone nicht geschrieben

Der genaue Wortlaut: "Das Gericht ist der Auffassung, dass jedenfalls bis zum Eintritt [des Kindes] in das Grundschulalter eine höhergradige Verpflichtung der Antragsgegnerin zur Aufnahme einer Beschäftigung als 50% einer vollschichtigen Beschäftigung nicht besteht."

Ich sehe da keine Befristung, das dürfte juristisch eindeutig sein.
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