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Sieben Jahre Haft: Tochter zieht Vergewaltigungsvorwürfe gegen Vater zurück
#26
Rache ist ohnein etwas Persönliches, der Begriff ist hier fehl am Platze. Das Strafrecht ist ja gerade angetreten, um Ausübung von Gerechtigkeit in die neutrale Hand eines Dritten zu legen und damit Rache zu verhindern: Nicht der Geschädigte oder sein Clan bestraft Täter, sondern der (hoffentlich) Staat. Ein Rechtsstaat übt keine Rache aus, sondern Gerechtigkeit.

So ist das selbstverständlich auch bei einer Falschbeschuldigung. Und um Ängsten entgegenzutreten, eine lange Verjährung könnte ein Problem sein: Gestaltet es als Antragsdelikt. Der Vater hätte dann entscheiden können, ob er sie dafür noch anzeigt oder nicht. Da er ja offenbar einen gewissen Frieden mit ihr gefunden hat, wäre sie vermutlich auch nicht angezeigt worden. Für Lügnerinnen wäre das trotz Verlängerung der Verjährung eine gute Motivation, einen Frieden zu erreichen. Aber dass die eigenen Handlungen auch Konsequenzen und Verantwortung bedeuten, das wäre damit deutlicher geworden.
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#27
(31-10-2013, 16:38)p schrieb: Ein Rechtsstaat übt keine Rache aus, sondern Gerechtigkeit.

Ein Rechtsstaat spricht geltendes Recht und übt keine Gerechtigkeit aus. Deswegen wissen auch Anwälte nicht mal im Ansatz, wie ein Richter entscheidet, weil das Recht alle Optionen offen läßt.
Das Männermagazin www.das-maennermagazin.com 
Mein Blog www.detlef-braeunig.com
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#28
Wichtig ist, das es der Staat übernimmt und nicht den Leuten selbst überlässt. Das tut er, um das Racheprinzip zu verhindern. Diese Idee war überhaupt der Anfang der Rechtssprechung in den ersten Staaten vor vielen tausend Jahren.
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#29
Sry, ich habe es 1:1 nur rauskopiert. Beim Lesen stockte es mir den Atem.


VERGEWALTIGUNGSVORWURF
Die Lüge ihres Lebens
Ein junges Mädchen behauptet, sein Vater habe es vergewaltigt. Psychologen und Richter haben keine Zweifel. Der Vater muss für Jahre ins Gefängnis. Jetzt, 17 Jahre später, gesteht die Tochter vor Gericht: Alles erfunden! Tochter und Vater haben, getrennt voneinander, mit uns gesprochen. Zwei Geschichten über die Wahrheit VON TANJA STELZER UND ELISABETH RAETHER
[...]

[...]
Es dauert noch einmal vier Jahre, bis die Rechtskraft des Fehlurteils am Dienstag vergangener Woche, am 29. Oktober 2013, beseitigt wird. Gill hat eine Entschädigung vom Freistaat Bayern zu erwarten. 25 Euro pro Hafttag, dazu Verdienstausfall, Anwaltskosten und einiges mehr.

Die Liste der Leute, denen Gill ihre Schuld nachsehen muss, ist lang.

Er weiß noch nicht, ob er den Bekannten aus dem Tennisclub verzeihen kann, die ihm die Hand nicht mehr geschüttelt haben, seit er aus der Haft entlassen wurde.

Er weiß nicht, ob er den fahrlässigen Gutachterinnen verzeihen kann, von denen eine immer noch als Kinder- und Jugendpsychiaterin arbeitet. Es wird ihm schwerfallen, der Memminger Oberstaatsanwältin, die den Wiederaufnahmeantrag trotz Sonjas Widerruf zunächst für unzulässig hielt, ihre Feindseligkeit nachzusehen.

Unvorstellbar erscheint es ihm, sich jemals mit dem Vorsitzenden Richter auszusöhnen, der ihn ansah, als wäre er Abschaum, und dessen vom deutschen Staat hoch bezahlte Urteilskraft durch ein paar Mädchentränen zunichtegemacht wurde.

Dieser Richter ruft am Tag nach dem Freispruch morgens um Viertel nach acht bei Gill an. Er bittet um ein Treffen, sie beide verbinde doch ein Schicksal. "Ich überlege es mir", sagt Gill. Er zittert vor Wut, als er auflegt. Er fragt sich, warum der Richter es so eilig hat. Will er seine nun erwiesene Schuld wieder loswerden? Will er Sonja dafür verantwortlich machen, dass die Justiz ihre Anschuldigungen nie überprüft hat?

Gill will versuchen, Frieden zu schließen, aber er will sich nicht drängen lassen. Er hat 17 Jahre lang gewartet, dass man ihm Glauben schenkt. Er wird jetzt derjenige sein, der das Tempo vorgibt. Er muss den Juristen nicht mehr hinterherrennen, ihre Fristen einhalten, ihre Formulare ausfüllen. Die Juristen sollen sich jetzt gedulden, während er sich überlegt, was als Nächstes kommt.

Er will damit beginnen, seiner Tochter zu vergeben. Er will, dass sie wieder eine Familie werden. Auch wenn er im Moment nicht weiß, wie das gehen soll.
[...]

http://www.zeit.de/2013/46/vergewaltigun...ettansicht

Tue so viel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber. _CD

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#30
Der nächste deftige Fall: Norbert Kuß war drei Jahre hinter Gitter, "wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in einem Fall sowie wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in drei Fällen, in allen vier Fällen in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen". Basierend auf einem katastrophalen Gutachten einer "Sachverständigen" der Uniklinik Homburg. Die wird mit Namen übrigens nicht genannt, wieso eigentlich? Richter -bis zum BGH hoch!-, die so etwas abnicken sind ebenso katastrophal.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/schm...-1.2326516

Auch er wäre im Gefängnis verrottet, wenn nicht ein Zufall geholfen hätte. Im nachfolgenden Zivilverfahren, in dem man ihm noch zigtausend Euro Schmerzensgeld abnehmen will kommt ein qualifizierter Gutachter dazu, Professor Eberhard Schulz aus Freiburg, der Fall wird schliesslich auch strafrechtlich wieder aufgerollt. Zehn Jahre nach der Anzeige dann wird er "aus tatsächlichen Gründen" freigesprochen. Ein Freispruch erster Klasse.

Wie brutal die Nebenereignisse sind, kommt im Artikel ebenfalls zur Sprache. Er war Beamter, wird hinausgeworfen, fällt auf ALG 2 zurück, und verliert damit im Gegensatz zu jedem Angestellten auch die Rentenansprüche. Dazu Prozesskosten, sein Haus steht vor der Zwangsversteigerung als er im Gefängnis sitzt, 200000 EUR kostet ihn die Sache. Ein Lehrstück ist das auch für jeden, der sich für Kinder aus schwierigen Verhältnissen einsetzt. Bleiben lassen, Abstand halten!

Natürlich gibts auch wieder das Verjährungsspiel. Ob es Schadenersatz von der unfähigen Gutachterin gibt, ist noch nicht raus - Verjährung?
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#31
Verjährung dürfte die kurze Regelverjährung sein, d.h. drei Jahre ab Kenntnis (dass Gutachten falsch ist/sein könnte).

Na wie auch immer, dann wird daraus eben ein Haftungsprozess gegen "seinen" Anwalt, denn der hätte die Verjährung erkennen müssen.

Links oder rechts rum, Madrid oder Mailand, Hauptsache eine Anspruchsgrundlage, dann eben gegen den "sehr guten" Anwalt!
remember
Don´t let the bastards get you down!

and
This machine kills [feminists]! 
(Donovan)
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#32
Tochter hat Vergewaltigung erfunden: Wegen Tochter: Sieben Jahre unschuldig im Knast (dpa, 29.10.2013 13:43 Uhr)

Einer, der dem Teufel nicht mehr von der Schippe springen konnte. Ich halte zwar nichts von Rachejustiz aber hier geht es auch darum, ähnlichen Fällen vorzubeugen. Wie lange wird es dauern, bis mal eine dieser Schlangen ebenfalls für sieben Jahre ins Gefängnis wandert?
https://www.reddit.com/r/Trennungsfragen/
https://t.me/GenderFukc
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#33
Identisches Thema mit dem Thread von 2013 vereinigt. Es gibt übrigens eine Forensuche.
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#34
(29-06-2016, 20:49)p__ schrieb: Identisches Thema mit dem Thread von 2013 vereinigt. Es gibt übrigens eine Forensuche.
ist mir bekannt, danke - ich hatte nach den falschen Stichwörtern gesucht
https://www.reddit.com/r/Trennungsfragen/
https://t.me/GenderFukc
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