Trennungsfaq-Forum
„Sie brauchte Hilfe“ – die verstörende Solidarität mit einer angeklagten Kindsmörderi - Druckversion

+- Trennungsfaq-Forum (https://www.trennungsfaq.com/forum)
+-- Forum: Diskussion (https://www.trennungsfaq.com/forum/forumdisplay.php?fid=1)
+--- Forum: Medien, Veranstaltungen (https://www.trennungsfaq.com/forum/forumdisplay.php?fid=3)
+--- Thema: „Sie brauchte Hilfe“ – die verstörende Solidarität mit einer angeklagten Kindsmörderi (/showthread.php?tid=14144)



„Sie brauchte Hilfe“ – die verstörende Solidarität mit einer angeklagten Kindsmörderi - CherryMenthol - 27-08-2026

„Sie brauchte Hilfe“ – die verstörende Solidarität mit einer angeklagten Kindsmörderin
Die US-Amerikanerin Lindsay Clancy erwürgt ihre drei Kinder und verletzt sich selbst schwer. Nun wird ihr der Prozess gemacht. Draußen beten Frauen in rosa Kleidung für sie, in Videos beweinen andere Mütter ihre eigene Überlastung.

Dieser Prozess macht aktuell in den USA Schlagzeilen: Eine Mutter schickt ihren Mann zum Einkaufen, anschließend erdrosselt sie die drei gemeinsamen Kinder des Paares (Cora, fünf Jahre alt; Dawson, drei Jahre alt; Callan, acht Monate alt) im Keller des Familienhauses. Dann versucht Lindsay Clancy, sich ebenfalls umzubringen. Sie verletzt sich selbst und springt aus einem Fenster im zweiten Stock. Seit der Tat vom 24. Januar 2023 ist die heute 36‑Jährige aus Duxbury, Massachusetts, von der Hüfte abwärts gelähmt und sitzt im Rollstuhl.

Derzeit wird ihr der Prozess gemacht, in der kommenden Woche werden die Schlussplädoyers gehalten. So traurig der Tod von drei kleinen Kindern ist, so groß ist das Echo auf den Mordfall, der in den USA eine kontroverse Debatte über Mutterschaft, Geschlechterdiskriminierung und weibliche Sorgearbeit ausgelöst hat.

Vor Gericht – das Verfahren wird im Livestream übertragen – geht es aktuell um die Frage, ob Lindsay Clancy schuldfähig war oder nicht. Ihre Verteidiger bestreiten nicht, dass sie die Kinder getötet hat. Aber ihr Anwalt Kevin Reddington gab an, dass die dreifache Mutter an einer sogenannten postpartalen Psychose litt, einer schweren, plötzlichen psychischen Notlage mit Wahnvorstellungen und Depressionen, die etwa 1 bis 2 von 1000 Müttern nach der Geburt durchleiden. Auslöser sind Stress, Schlafmangel und hormonelle Veränderungen nach der Geburt.

Ein von der Verteidigung bestellter Psychiater erklärte in seiner Stellungnahme vor Gericht, dass Clancy am Tag der Tötungen eine solche Psychose durchlitten habe: Die junge Mutter habe eine Stimme gehört, die ihr befahl, die Kinder zu töten: „Töte die Kinder, damit du dich selbst töten kannst.“

Vor der Tat war die dreifache Mutter monatelang in Behandlung
Ein von der Anklage bestellter Sachverständiger kam diese Woche jedoch zu einem anderen Ergebnis. Kirk Heilbrun bescheinigte der Angeklagten zwar eine schwere Depression, jedoch keine Psychose. „Sie schilderte den Vorfall so, dass sie eine Stimme hörte, die sie zuvor noch nie wahrgenommen hatte – eine Halluzination, die auch danach nie wieder auftrat. Sie erlebte dies jedoch nur während der etwa 18 Minuten, die die Tötung der Kinder in Anspruch nahm“, sagte der forensische Psychologe laut der Nachrichtenagentur AP aus. „Gelinde gesagt wäre das ein sehr, sehr ungewöhnliches Muster oder eine ungewöhnliche Erscheinungsform für das Zustandekommen eines solchen Geschehens. Sehr ungewöhnlich“, wird er zitiert.

Erst stach sie ihrem Baby in den Oberkörper, dann neunmal in den Hals
Aktenkundig ist, dass Lindsay Clancy sich in den Monaten vor der Tötung ihrer Kinder wegen psychischer Probleme mehrfach bei Ärzten vorstellte. Sie klagte dabei über schwere Depressionen, Schlaflosigkeit und Suizidgedanken. Die gelernte Geburtshelferin bekam deswegen zahlreiche Medikamente verschrieben und wurde auch auf freiwilliger Basis klinisch behandelt. Auch ihre Schwiegermutter – das Ehepaar Clancy ist mittlerweile geschieden – bestätigte psychische Belastungen. „Lindsay hatte große Schwierigkeiten – wir waren alle besorgt“, sagte Susan Clancy aus.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hat die Mutter die Tötungen geplant und ihren Ehemann gezielt aus dem Haus geschickt, indem sie ihn an dem besagten Abend beauftragt hatte, Medikamente für eines der Kinder sowie das Abendessen für die Familie zu besorgen. Handy-, Bewegungs- und Zeitdaten belegen auch, dass Patrick Clancy zum Tatzeitpunkt nicht zu Hause war. Nach seiner Rückkehr war er es, der den Notruf alarmierte.

Die Schlussplädoyers werden in der kommenden Woche gehalten. Die 36-jährige Lindsay Clancy hat auf „nicht schuldig“ plädiert.

Die Unterstützerinnen der Angeklagten, in rosa gekleidet, und teils mit den eigenen Kindern angereist

Bei TikTok beweinen andere Mütter ihre Überlastung
Inmitten dieser persönlichen Tragödie ist der Fall Lindsay Clancy auch zu einem Kristallisationspunkt einer gesellschaftlichen Debatte über Geschlechterrollen und geschlechtliche Diskriminierung geworden. Vor dem Gerichtsgebäude in Massachusetts versammeln sich regelmäßig Frauen, die ihre Solidarität für die dreifache Mutter bekunden. Viele von ihnen sind in Rosa gekleidet und tragen Transparente, die Clancy als Opfer darstellen. Die Schilder trugen etwa Aufschriften wie „Believe“ (Glaubt ihr), „She Needed Help“ (Sie brauchte Hilfe) und „Peace For Lindsay“ (Frieden für Lindsay).

In den sozialen Medien häufen sich zudem Solidaritätskundgebungen, die auf Beobachter teils pietätlos und geradezu geschmacklos wirken: Mütter, die selbst Videos für die sozialen Medien erstellen, in denen sie, teils in Anwesenheit ihrer ebenfalls kleinen Kinder, vor der Kamera in Tränen ausbrechen, über ihre Überlastung durch die „Sorgearbeit“ klagen oder darüber sprechen, wie sie selbst in psychischen Ausnahmesituationen schon einmal daran dachten, zum Äußersten zu gehen – sprich, ihre Kinder oder sich selbst zu verletzen. Die Unterstützerinnen nutzen bei TikTok und Instagram Hashtags wie „Same, Lindsay“ oder „Me Too, Lindsay“ um sich untereinander zu solidarisieren.

Andere Schreiberinnen und Schreiber kritisieren genau diese Frauen als durchgeknallte Feministinnen, als prototypische „white liberal women“, die einem zumeist städtischen, weißen Akademikermilieu entstammen, in dem Frauen und insbesondere Mütter häufig als Opfer von physischer und struktureller männlicher Gewalt dargestellt werden. Lindsay Clancy sei in dieser Interpretation quasi ein „Opfer“ eines berufstätigen Mannes, der sich lieber um die eigene Karriere kümmerte als um Frau und Kinder. Kritiker dieser „These“ verweisen darauf, dass die Familie tageweise ein Kindermädchen beschäftigte und Clancy auch Hilfe von anderen Familienmitgliedern wie ihrer Schwiegermutter bekommen hätte.

Bemängelt wird auch eine Art Täter-Opfer-Umkehr – die wahren Opfer in diesem tragischen Fall seien doch wohl die drei unschuldigen Kinder, die ihr Leben verloren hätten. Längst ist der Fall Lindsay Clancy auch zwischen die politischen Lager geraten. Anhänger der Demokraten und der Republikaner, insbesondere der Maga-Bewegung von Donald Trump, differieren grundlegend in der Bewertung des Falles.

Für die Angeklagte sind mehrere Spendenaktionen durchgeführt worden. Allein bei der Spendenplattform GoFundMe wurde bereits eine Million Dollar für die Angeklagte gesammelt. Das Medieninteresse an dem Fall ist längst riesig, auch die in Rosa gekleideten Unterstützerinnen kamen in US-Medien bereits zu Wort: „Frauen werden abgetan, vernachlässigt und ignoriert, wenn sie sich zu Wort melden“, erklärte etwa April Vincent, eine Rechtsanwaltsgehilfin aus Providence (Rhode Island) den Reportern. „Wir haben Angst, weil uns niemand ernst nimmt.“

https://www.welt.de/vermischtes/article6a8d4fd0d8b561d618970e5a/usa-sie-brauchte-hilfe-die-verstoerende-solidaritaet-mit-der-angeklagten-kindsmoerderin-lindsay-clancy.html


RE: „Sie brauchte Hilfe“ – die verstörende Solidarität mit einer angeklagten Kindsmörderi - Nappo - 29-08-2026

Zum Ko....en. Ich habe in vielen Postillen der deutschen Kritzelfritzen gelesen, wie man versucht, die Mulle irgendwie in Schutz zu nehmen. Hätte das ein Mann gemacht... Oh weh! Kindbettpsychose. das ich nicht lache liegt nur daran, dass ich hier nicht lachen kann.
Die tritt nämlich nur wenige Wochen oder direkt nach der Geburt auf und wäre sofort erkannt worden. Das jüngste Kind war aber 8 Monate al. Sie soll eine Nanny gehabt haben und die Schwiegermutter war auch in der Nähe. Also nix mit alleine gelassen und so...

Der Vater soll woanders gewohnt haben. Was nun stimmt, weiß ich nicht. Besonders eklig das nicht näher verifizierbar gelesene, dass der ältere Bub sich noch versteckt haben soll. Beim Tippen bekommt man schon Schmerzen, wenn man sich das vorstellt.

Man hat bislang 1 Million für die Keule gesammelt. Ein weiteres Indiz für mich, dass die "westliche Wertegesellschaft" kaputt ist. Ich lese nichts mehr über diesen Fall. Soll sie mit ihrem Rollstuhl im Knast dahin siechen oder sabernd in der Klapse. Mir egal. Hauptsache weg mit der.


RE: „Sie brauchte Hilfe“ – die verstörende Solidarität mit einer angeklagten Kindsmörderi - CherryMenthol - 30-08-2026

Was ich immer so faszinierend finde insgesamt ist das es bei so wenig Männern "Klick" bei der Anhäufung von solchen Vorfällen kommt.

Die meisten Männer, die solche Geschichten oder andere Stories wie im TrennungsFAQ Forum üblich, hören, denken, dass es sie selbst nicht treffen wird, weil sie ja 
  • an Gleichberechtigung glauben
  • die gleiche "Care Arbeit" bringen
  • über ihre Gefühle offen und klar kommunizieren, der Frau den "Mental load" abnehmen.

Fast schon amüsant und kosmische Gerechtigkeit, wenn man trotz der Checkliste oben dann doch getroffen wird.


RE: „Sie brauchte Hilfe“ – die verstörende Solidarität mit einer angeklagten Kindsmörderi - p__ - 30-08-2026

Die liebende Mutter, die Psycho-Mutter... wie das entgegen aller Medienstereotypen läuft, kommt doch täglich auf Seite 3. Jetzt wieder: https://nypost.com/2026/08/28/us-news/mom-shot-11-month-old-son-in-the-face-so-dad-could-never-have-custody/

Eine Mutter entführte ihren 11 Monate alten Sohn und schoss ihm ins Gesicht, weil sie nicht wollte, dass der Vater des Jungen das Sorgerecht für ihn erhält – und erklärte den Ermittlern auf erschreckende Weise, sie halte den Mord für „es wert“.

Die 36-jährige Madeline Veronique Daly wurde diese Woche wegen der Tötung des Babys Basil Stoner in einem Wohnmobil im ländlichen New Mexico verurteilt, als die Polizei sie einkreiste, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Die Behörden waren zu dem Wohnmobil ausgerückt, nachdem die Mutter den Jungen entführt und unter Verstoß gegen eine gerichtliche Anordnung über die Staatsgrenze gebracht hatte.



RE: „Sie brauchte Hilfe“ – die verstörende Solidarität mit einer angeklagten Kindsmörderi - p__ - 31-08-2026

Hier noch eine, die mit der "Ich bin irre" Karte auf nichtschuldig plädiert: https://www.gjsentinel.com/news/western_colorado/woman-accused-of-penis-mutilation-murder-pleads-insanity/article_0cc053d0-8ae7-4ba3-83b8-c036870f7142.html


RE: „Sie brauchte Hilfe“ – die verstörende Solidarität mit einer angeklagten Kindsmörderi - expat - 31-08-2026

Entweder sie machen auf irre, oder sie behaupten es sei Notwehr gewesen. Damit kommen diese mörderischen Damen auch häufig durch.