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Normale Version: Freitod Gunter Sachs: "Typisch männliche" Reaktion
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Gunter Sachs, seines Zeichens der letzte Playboy, hat sich ja kürzlich erschossen. Grund: Er hatte Alzheimer in Anfangsstadium. Deswegen hat er sich das Leben genommen und noch einen Abschiedsbrief verfasst, in dem er seine Gründe dargelegt hat. Die Reaktion in der Sueddeutschen ist sowas von erbärmlich. Sein Verhalten wird als "typisch männlich" abgewertet und das wiederum ist schon ein starkes Stück. Man sollte doch respektieren dass ein Mensch seines Formats nicht sabbernd und verblödet dahinsiechen wollte. Stattdessen wird die weibliche Tugend des Ausharrens gepriesen. Als ob schon mal jemals etwas weltbewegendes durch Ausharren erreicht worden wäre (das Erlangen von Witwenrenten zähle ich mal nicht dazu).

Stattdessen wird fröhlich post mortem auf dem Mann herumgetrampelt, zu Lebzeiten konnte man ihm ja wenig vorwerfen. Obwohl der Artikel auch da inkonsequent ist. Dem Gunter Sachs wirft man seinen Freitod als Macho-Allüre vor, dem Walter Jens hingegen wirft man vor, er habe den richtigen Zeitpunkt sich umzubringen, verpasst. Ja, um Himmels willen, was wollen die denn? Egal wie man sich verhält, als Mann macht man's immer falsch.
(09-05-2011, 18:17)expat schrieb: [ -> ]Ja, um Himmels willen, was wollen die denn?
Fragst du dich das wirklich noch? Ich bin eine Stufe weiter und es ist mir schnurzpiepegal!

(09-05-2011, 18:17)expat schrieb: [ -> ]Egal wie man sich verhält, als Mann macht man's immer falsch.
So ist es und ich hab mich mit dieser Tatsache angefreundet Tongue
Jeder Mensch sollte das Recht haben, seinen Stecker selbst ziehen zukönnen. Jeden Hund würde man bei schlimmen Krankheiten einschläfern aber wir Menschen sollen bis zur letzten Sekunde leiden, ja oftmals wird die Zeit der Qual noch unnötig verlängert.
Ob es nun eine typisch männliche Tat ist sei dahingestellt. Vielleicht denken Männer rationaler und Frauen emotionaler?

Welche rechtlichen Folgen hat sein Freitod? Falls er eine Lebensversicherung hatte, wird sie in so einem Fall Geld auszahlen?
Ich habe Respekt vor so einer Tat, nicht jeder hätte den Mut dazu. Der Mann muss verzweifelt gewesen sein bei so einer Diagnose und bei seiner Krankheit.
Gruss
Heinrich

karlma

(12-05-2011, 05:55)Heinrich schrieb: [ -> ]Ob es nun eine typisch männliche Tat ist sei dahingestellt.

Was wäre daran auszusetzen?

Ich weigere mich, mir das als negativ verkaufen zu lassen!
Tausendfach passiert das in Deutschland.
Nur weil das einer macht, der als Berufserbe nie einen Finger krumm machen mußte, ist das nichts besonderes.
Wahrscheinlich ist auch das das Problem, der wusste gar nicht wie gut es ihm geht.
Da habe ich wesentlich mehr Respekt vor einem Arbeitnehmer, der von seiner Hände Arbeit sich bis ins hohe Alter durchgebracht hat.
Der auch bis zum Ende durchhalten muss, weil er gar nicht die Möglichkeit hat, sich so komfortabel ins Jenseits zu befördern.

Wäre er wirklich ein Mann gewesen, hätte er noch versucht etwas positives in der Welt zu bewegen, indem er sein Vermögen dazu benutzt, Gutes an Deutscher verarmter Bevölkerung zu tun.
So hätte er etwas von dem zurückgeben können, was seine Vorfahren an Gier und Blutzoll der arbeitenden deutschen Bevölkerung abgenommen haben.
Vielleicht hätte er so seinen Seelenfrieden finden können, indem er in Bescheidenheit lebend etwas zurück gibt.
Mit einem Freitod sicher nicht.
Der Kern der europäischen Aufklärung und des Humanismus ist die Freiheit des Individuums. Diese Freiheit ist das höchste der Güter, sie geht einher mit der Freiheit, selbstbestimmt und würdevoll zu leben und dazu gehört auch, selbstbetimmt und würdevoll zu sterben. Den Freitod selbst oder die Art und Weise desselben als typisch männlich zu (dis)qualifizieren zeugt von mangelndem Respekt oder vom mangelndem Intellekt des Verfassers oder der Verfasserin oder von beidem...
@neuleben
Zitat:"Nur weil das einer macht, der als Berufserbe nie einen Finger krumm machen mußte, ist das nichts besonderes."
- man kann ihm ja vieles vorwerfen, aber das klischee vom faulen erbensohn hat er ja nun in keiner weise erfüllt. dass er von einem anderen niveau startete als der normalbürger, unbestritten. aber dass er etwas aus seinem leben gemacht hat und im sport, in der kunst (jaja, dazu zählen auch die fotos von den nackten weibern Wink und auch wirtschaftlich was bewegt hat, ist eine tatsache. und dafü musste er sich schon selbst in bewegung setzen. europameister im bob wirst du als träger schluffi auch nicht. also man muss den mann deswegen nicht mögen, aber der hatte schon was auf dem kasten und sich auch engagiert.

Zitat:"Der auch bis zum Ende durchhalten muss, weil er gar nicht die Möglichkeit hat, sich so komfortabel ins Jenseits zu befördern."
- sowohl der legale erwerb einer großkalibrigen schusswaffe als auch entsprechendes training wie man mit ihr umzugehen hat ist dank der in deutschland sehr gut organisierten schützenvereine ohne weiteres möglich und auch für normalbürger zu bezahlen. das weiss man ja spätestens seit dem amoklauf von erfurt. also diese möglichkeit aus dem leben zu scheiden hat jeder von uns Smile
Bezieht das Threadthema auf den Selbstmord allgemein oder auf die Art seines Selbstmordes?
Ich denke, dass sich eine Frau eher "sanft" umbringen würde. Also durch eine Überdosis Schlaftabletten oder Insulin (eine Krankenschwester sagte mir, man würde dadurch einfach einschlafen und sterben). Na ja, so weit ist es zum Glück noch nicht, davon Gebrauch zumachen.

Generell finde ich solche Menschen wie den Sachs, den Mut in dieser aussichtslosen Situation sich Umzubringen, gut.
Wieso verwehrt die Gesellschaft den Todkranken diese Möglichkeit?
Wie hat er sich erschossen? Hat er sich die Knarre an den Kopf oder ans Herz gesetzt? Selbst einen Kopfschuß könnte man schwerstbehindert überleben. Männer erschießen oder erhängen sich anscheinend sehr gern. In Thailand springen viele Selbstmörder von Hochhäusern (manchmal mit Hilfe....). Frauen greifen gerne zu Alkohol und Schlafmitteln.