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Unterhaltsminimierende Gestaltung vor Trennung
#1
Angenommen ein Mann hat ein wesentlich höheres Einkommen als seine Ehegattin, die vorsätzlich wenig arbeitet (Minijob + Schwarzarbeit, letztere vermutlich nicht nachweisbar), sich aushalten lässt, dennoch weit weniger als die Häfte der Hausarbeit übernimmt und insgesamt rücksichtslos verhält. Daher plant der Mann sich scheiden zu lassen, wobei zunächst natürlich die Trennung ansteht. Um Trennungsunterhalt und nachehelichen Unterhalt zu vermeiden erwägt er, rechtzeitig seine Arbeitsstelle zu kündigen, so dass er ab dem Monat vor der Trennung kein Einkommen mehr hat und bis zum rechtskräftigen Scheidungsurteil von Ersparnissen lebt. Erst danach soll wieder eine Erwerbstätigkeit aufgenommen werden.

Würde dies funktionieren oder würde dennoch das Einkommen aus der gekündigten Arbeitsstelle als eheprägend bewertet? 

Zusatzfrage: wie sähe es aus, wenn anlässlich der Kündigung der Arbeitsstelle eine Abfindung empfangen wird?


Leider konnte ich dazu keine Präzedenzfälle finden. Aber es muss doch auch Männer geben, die ihre Trennung von einer faulen, gierigen und bösartigen Frau strategisch angehen. Oder tappen alle in die Unterhaltsfalle?
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#2
Ohne Dir Deine Frage jetzt beantworten zu koennen, wuerde ich Dir empfehlen ev. mit der Gutsten eine Einigung zu finden, sprich Kohle auf den Tisch zu legen. Wenn es vor Gericht geht, bekommt der Anwalt die Kohle und Du hast Stress. Es koennte wesentlich guenstiger sein (und vor allem nervenschonender) sich mit der Exe zu einigen.
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#3
(04-08-2018, 20:18)chris82 schrieb: Aber es muss doch auch Männer geben, die ihre Trennung von einer faulen, gierigen und bösartigen Frau strategisch angehen. Oder tappen alle in die Unterhaltsfalle?

Solche Strategien haben schon Millionen und Generationen von Leuten probiert, die sich auf eine Unterhaltspflicht vorbereiten wollen. Verdiene weniger, damit du später weniger zahlen musst... Die Juristen hatten ebenso lange Zeit, das Unterhaltsrecht daran anzupassen und im Gegensatz zu den Pflichtigen haben sie die Macht, das zu tun, es durchzusetzen. Fang jetzt nicht wie die meisten Männer mit dieser "Idee" an, lange Listen mit Variationen und Modifikationen dieser Idee auf den Tisch zu bringen und sich langatmig erklären zu lassen, warum dieses und jenes nichts bringt. Es gibt da keine Wege um die Scheune herum, du bist nämlich schon drin. Öffne den Ausgang und verlasse sie.

Je nach Lage der Dinge wird dein handeln als simpler Unterhaltsspartrick bezeichnet und der durchsichtige Versuch, dich deinen Pflichten zu entziehen. Und es gibt negative Nebeneffekte. Unter anderem wird die Scheidung durch so einen Versuch möglicherweise um Jahre verzögert, der Zähler für den Versorgungs- und Zugewinnausgleich läuft weiter, es können neue Unterhaltsgründe hinzukommen (Krankheit Ehefrau, Alter!) und es kann gut sein, dass du auch über die Schwelle der sogenannten langen Ehe gerätst, was dir lebenslange Unterhaltspflichten einbringen kann. Und glaubst du ernsthaft, die Ehefrau merkt nicht, was du vor hast wenn du einen gut bezahlten Job reduzierst? Alle Frauen merken das und kennen auch die üblichen vorgeschobenen Gründe ("zu viel Stress, Gesundheit..."). Es gab mit Sicherheit schon Diskussionen über ihre Leistungen in Beruf und Haushalt, die weiss doch längst dass du immer unzufriedener wirst. Dann reicht sie halt die Scheidung selber ein statt deine Freizeitjahre zu ignorieren.

Heute ist es meistens sinnvoller, die Ehedauer und damit den Vertrauenstatbestand auf weitere Finanzierung nicht zu verlängern und besser die Unterhaltsgründe anzugehen. Wenn kleine Kinder da sein, kannst du auch das vergessen. Ist die Ehe ncht zu lange und gibts keine Kinder: Sofort Scheidung vorbereiten und dann Trennung durchführen.
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#4
@p__: vielen Dank für die nüchterne Analyse! Ich fürchte Du hast Recht, das Unterhaltsmaximierungsprinzip wird vermutlich konsequenterweise auch bei dieser Strategie zum Nachteil des Mannes angewendet werden. Lange Ehe trifft bei mir schon zu, ich quäle mich schon viel zu lange damit herum. Den Job würde ich natürlich heimlich kündigen und es der Holden erst nach Vollzug, Kündigung der Mietwohnung, des Dauerauftrags auf ihr Konto usw. offenbaren, am Besten konkludent durch kommentarlosen Auszug. Aber wahrscheinlich fahre ich in der Tat am Besten mit der bei trennungsfaq empfohlenen Strategie (nimm so viel Du tragen kannst, renne so schnell Du kannst). Entspricht ohnehin eher meinem Naturell, jahrelang zuwarten und mich auf das Niveau der Rechtsverdreher herabzulassen ist nicht attraktiv. Ok, dann werde ich meine Zeit und Kraft wohl lieber darauf konzentrieren, mein Leben "im Untergrund" gut vorzubereiten, am Besten im europäischen Ausland. Könnte ohnehin genial werden: volle Freiheit, nicht nur von der Herzallerliebsten, sondern auch von Finanzamt, KV, GEZ und allerhand solchen Aasgeiern die mir seit langem die Mundwinkel herunterziehen. 

Noch eine Frage. Die Abfindung würde ich schon gerne mitnehmen, also den Job heimlich kündigen. Außerdem noch eine Immobilie liquidieren. Ich glaube das kriege ich hin, aber ich schätze 20% Restrisiko dass sie, trotz ihrer Dummheit und Lethargie, etwas mitbekommt und vorher zum Anwalt rennt. Was kann schlimmstenfalls passieren? 50% meines Vermögens habe ich, gottlob, in den letzten Jahren schon liquidiert und auf Girokonten liegen. Das könnte ich m.E. immer noch abheben wenn der erste Brief von ihrem Anwalt käme, und dann halt nur mit den jetzt bereits liquiden Mitteln abhauen. Oder sollte ich es lieber sofort in Form von Bargeld an einen sicheren Platz bringen?
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#5
Schlimmstenfalls wirst du zu fettem Unterhalt verurteilt, gefunden und gepfändet bis nichts mehr da ist. Bestenfalls wirst du nicht gefunden und behälst, was du hast.
Dass es einen europäischen Vollstreckungstitel gibt, Banken alle Finanzdaten zehn Jahre aufbewahren und ausländische Kontoinhaber automatisiert an ihr Heimatland melden, weiss du?

Lange Ehe ist ganz schlecht. Dafür wurde extra § 1578b BGB angepasst und blitzschnell wird eine Herabsetzung oder Begrenzung des Unterhalt unbillig. Ausserdem ist deine Rente Dank ausgiebigem Versorgungsausgleich heftig zusammengeschrumpelt. Da kommst du ohne drastische Massnahmen nicht heraus.

Die Hauptfehler sind schon passiert. Du hast zugesehen, wie das faule Stück auf deine Kosten gammelt und geniesst. Dass das ohne Verhaltensänderung oder durch Fortsetzung der Verhältmnisse zu immer verfestigteren Unterhaltspflichten deinerseits führt, dürfte dir klar gewesen sein, aber wie die meisten Männer schiebt man die unangenehmen Konsequenzen eines Beginns der Einleitung der Trennung lieber vor sich her. Jetzt wird es noch mühsamer.
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#6
Beim Versuch eine Strategie aufzubauen, vergisst man meistens, den anderen Part nicht zu unterschätzen! Sie mögen faul sein, renitent, schmarotzend,dämlich und ungebildet, um es ganz hart auszudrücken. Aber das, was genau diese gewollte und bequeme Basis begründet, ist das Geld der anderen. Und um da ran zu kommen, wissen sie, dass sie genau hier clever verfahren müssen.

Und wenn auch die Cleverness beinhaltet, dass sie an allen Ecken Hilfe bekommen - und sie wissen das. Vom Anwalt angefangen und bei der Frauengesprächsgruppe aufgehört. Sie ist sofort nach Deinem Auszug in der Opferrolle und genau die, wird sie ausspielen.

Ganz plötzlich wird man psychisch krank. Natürlich in der Ehe. Da ist die lebenslange Alimentierung schon gesichert. Ich weiß nicht, was man raten soll. Es kann funktionieren. Es kann zum Rohrkrepierer werden. Man kann es nujr versuchen.
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#7
Ok, aber das Verurteilen und Pfänden geht doch nicht ganz so schnell und überraschend, solange ich noch ganz brav zu Hause bei ihr lebe. Wenn ich abhaue natürlich konsequent, da bleibt kein Groschen auf einem europäischen Konto. Bei der Vorsorge habe ich auch vorgesorgt, ich konnte es tatsächlich vor 3 Jahren so gestalten dass mir alle Rentenansprüche ausgezahlt werden falls ich kündige (sehr spezielle Konstruktion, kann ich momentan leider nicht erklären ohne meine Anonymität zu gefährden). Also, ganz unbedarf bin dann doch nicht ... Ansonsten trifft Deine Vorhaltung (Hauptfehler) mich aber schon. Erstaunlicherweise ist die edle Dame durch die Vollversorgung im Lauf der Zeit noch dümmer und boshafter geworden, statt sich durch die hervorragenden Bedingungen positiv zu entwickeln. Naja, immerhin habe ich die letzten, schlechten, Jahre genutzt um mir ein schönes Startvermögen für den Weg in die Freiheit aufzubauen.
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#8
Wenn du wirklich von der Ehebildfläche verschwinden willst, mach es gründlich und unerwartet. Deine Hauptsicherheit ist die Unkenntnis deines Aufenthalts, jetzt und in Zukunft.
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#9
50% der Überlegungen des TS werden so nicht funktionieren. Mindestens.
Und die Tatsache, dass er in einem Forum nachfragen muss, wie er Unterhalt prellt sind nicht unbedingt die besten Vorraussetzungen für einen grösseren Erfolg.
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#10
Hallo

Ich habe mir auch meine Abfindung auszahlen lassen habe alle Konten abgeräumt und alles zu Geld gemacht und bin seit über 6 Jahren weg aus D ( bin aber sehr oft zu besuch).

Das geht nur wenn du alles heimlich machst. Wenn du so ins Ausland gehst wie es Dino beschrieben hast wird alles gut und du hast auch noch deinen Spass.
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#11
@ Chris82

Nur so als Denkanstoss: solange ihr weder getrennt noch geschieden seit, seid ihr eine güterrechtliche Gemeinschaft. Deine Schulden sind auch ihre Schulden.
Was, wenn du deinen Job behälst, aber ein zweites Haus kaufst, so als Spekulationsobjekt. Die Spekulation geht nach hinten los, die Pleite droht. Dann wird sich entweder dein faules Miststück zur Vollzeit-Erwerbstätigkeit motivieren lassen, oder sich vom Acker machen. Und kurz vor dem Auszug noch eine Scheidungsfolgenvereinbarung unterschreiben, die sie von den Schulden freistellt.
Kaum ist sie weg, erweist sich die ursprünglich so erscheinende Fehlspekulation als Glücksgriff......

Ich würde über so ein Konstrukt nachdenken.
Bibel, Jesus Sirach 8.1

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#12
Die Zugewinngemeinschaft, der Standard-Güterstand in Deutschland, kennt kein Gemeinschaftsgut. Nur der Wert des Zugewinns wird am Ende der Ehe ausgeglichen.
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#13
Ich kann und will hier keine detaillierte Handlungsanweisung geben, nur mal einen Denkanstoss. Chris82 denkt (wie die meisten von uns damals auch) an die Zeit NACH der Scheidung. Anstatt sich vorbereitend auf den Zeitraum DAVOR zu konzentrieren. In dieser Phase nämlich werden die Weichen gestellt für das Scheidungsverfahren und die Jahre danach....
Bibel, Jesus Sirach 8.1

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#14
Wenn Du kündigen oder Arbeitszeit reduzieren willst, benötigst Du ein wasserdichtes Alibi. z.B. Krankheit, Fortbildung/Studium

Wenn Du alles Vermögen, das Du besitzt liquidieren und unsichtbar machen kannst, hast Du gewonnen. Das ist die Voraussetzung für Unterhalt prellen.

Gibt es Kinder? Falls ja: Wer keinen Unterhalt zahlt, bekommt die Kinder als Retourekutsche entzogen.

Welche beruflichen Qualifikationen hat Deine Frau? Wie geht es Ihr gesundheitlich? Wie alt ist sie? Wieviel Kohle könnte sie in Vollzeit verdienen?
Das spielt mit rein in die Unterhaltsfrage.

Wichtig sind auch Dokumente. Gibt es welche, die Du gegen Deine Frau verwenden könntest?

Sauge Dich voll mit Schulden und schließe möglichst viele fixe Verträge ab, die über Jahre bespart werden müssen, diese wirken unterhaltsmindernd.

Wenn es Dir gelingt, bis zur Scheidung keinen Unterhalt zu bezahlen, geht der Trennungsunterhalt direkt in den Zugewinnausgleich und Du musst nur die Hälfte davon zahlen.

Es kommt darauf an, wieviel und ca. wie lange Du Unterhalt abdrücken musst, ob sich der Wechsel in den Dino-Modus lohnt. Wink

Unterhaltspflicht ist wie Gefängnis und fühlt sich an wie Strafe.
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#15
Ich hatte seinerzeit mehrere Konten im außereuropäischen Ausland und in Steueroasen angelegt. Man muss das Geld über mehrere Länder transferieren. Natürlich darf man nicht seine Wohnadresse als Postadresse angeben und bei erfolgreicher Durchführung muss man die Banken sofort über die neue Adresse informieren. Solange ich nicht in Deutschland steuerpflichtig war, hat es niemanden interessiert wieviel Geld ich in Hongkong oder sonst wo liegen hatte. Der Dino hat da eine gut Anleitung wie man sich verabschiedet. Still und heimlich alles zu Bargeld machen und kontinuierlich ins Ausland transferieren. Den Hausrat und den restlichen Mist lässt Du der Alten, da dies ohnehin nur Ballast ist und es reist sich angenehmer mit kleinem Gepäck. Nachdem meine Exe dann festgestellt hatte, dass ihre Forderungen nicht mehr beantwortet werden, war die Scheidung reine Formsache. Allerdings hat mich die Richterin noch zu einer kräftigen Geldstrafe in Abwesenheit verdonnert. Man muss schon sorgfältig planen, dann klappt das auch. Anwälte sind übrigens keine Hilfe, da sie keinerlei Hinweise geben dürfen gegen geltendes Recht und natürlich nur auf die eigene Kohle schauen. Meiner Erfahrung nach ein geldgieriges Gesindel.

Viel Erfolg

Gruß Pennfred


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#16
Da sind wir halt mitten in einer Veränderung der Verhältnisse. Einiges darüber steht hier und in den Beiträgen drumrum: http://www.trennungsfaq.com/forum/showth...#pid171014
Hongkong nimmt zum Beispiel ab diesem Jahr am Datenaustausch teil.
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