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Trennungsunterhalt oder Nachehelicher Unterhalt, wie hoch?
#1
Hallo @alle,
 
Ich möchte euch heute den Fall meines Bruders vorstellen und um Einschätzungen bitten. 
Er möchte momentan nicht selber schreiben, weiß aber das ich es für ihn tue. 
 
Er ist 52 Jahre, hat drei Kinder 20/18/12 und hat die Scheidung eingereicht. 
Er lebt alleine im Haus, welches fast abbezahlt ist. 
In der Düsseldorfer Tabelle ist er in Stufe 4 oder 5 und bezahlt auch seine jüngste Tochter danach. 
Die zwei älteren sind mit der Realschule fertig, eine ist im Ausland als Au-pair-Mädchen. Die andere Jobt vor sich hin, die beiden bekommen momentan kein Geld. 
Seine Ex verdient ca. 900€ im Monat, bei ihr lebt die jüngste, für sie zahlt er momentan ca. 200€, muss ich noch mal nachfragen.
Er hat bisher keine Titel. 
Das Haus soll verkauft werden. 
 
Seine Ex weigert sich voll arbeiten zu gehen, ihr Anwalt verlangt jetzt 700€ Ehegatten Unterhalt. 
Die Anwältin meines Bruders spricht von 130€ und fiktiven Einkommen der Ex. 
Kann jemand abschätzen wie hoch der Unterhalt für die Ex nach Gerichtsurteil sein wird?
 
Wie sieht es aus wenn die beiden älteren Töchter Geld verlangen, beide sind nach Beendigung der Schule nicht in die Lehre oder haben sie abgebrochen. 
 
Könnt ihr Tipps geben?
Was wird auf ihn zukommen?
 
Danke und Gruß 
Bitas
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#2
Solange die beiden Grösseren keine weitere Ausbildung zielstrebig absolvieren, sind sie auch nicht unterhaltsberechtigt. Da sie volljährig sind, wären sich auch dann nur auf einem niedrigen Rang, hinter minderjährigem Kind und hinter Ex.

Teilzeitarbeit der Ex und sich den Rest mit Unterhalt auffüllen lassen müsste die Ex begründen. Abhängig von dieser Begründung sowie dem richterlichen Roulettespiel ist der Ergebnis für Ehegattenunterhalt völlig offen.
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#3
Üblicherweise müsste Mann von der Ex vollschichtige Arbeit verlangen.

Wie lange war der Bruder verheiratet? Ehe Von langer Dauer? Ehebedingte Nachteile?
remember
Don´t let the bastards get you down!

and
This machine kills [feminists]! 
(Donovan)
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#4
Danke!
Das heißt, das wenn die älteren doch noch eine Lehre machen bzw. weiter zur Schule gehen, muss mein Bruder zahlen, obwohl eine Lücke zwischen Schule und Ausbildung ist?
Ich dachte die wären raus. 

Mein Bruder verlangt natürlich vollschichtige Arbeit von der Ex, sie weigert sich aber, weil sie sich um die 12 jährige kümmern möchte. Sie war letztes Jahr, 6 Wochen in einer Psychosomatischen Klinik, eventuell wird sie es damit begründen, psychisch Krank. 

Die sind seit etwa 20 Jahren verheiratet. 
Was sind Ehebedingte Nachteile?

Er hat etwa 3000€ Netto, wie viel sollte er der Ex anbieten, um das Gericht zu umgehen. 
Wie gesagt, ihr Anwalt will 700€, seine Anwältin sagt ihm 130€.
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#5
(13-05-2018, 22:03)Bitas schrieb: Das heißt, das wenn die älteren doch noch eine Lehre machen bzw. weiter zur Schule gehen, muss mein Bruder zahlen, obwohl eine Lücke zwischen Schule und Ausbildung ist?

In der Regel ja. Fällt denen ein, dass Herumjobben doch ncht ihr Lebensplan ist, können sie eine Ausbildung beginnen und werden dann wieder unterhaltsberechtigt. Es gibt diverse Grenzen, auf die aber im geschilderten Fall nichts hindeutet.

Die Psychomasche der Ex ist schon etwas abgegriffen, zieht aber bei einigen Richtern immer noch sehr gut. Die Betreuung eines 12jährigen Kindes ist allerdings kein Geund mehr für Teilzeit. Gerne wird dann aber auch fürs Kind erhöhter Betreuungsbedarf geltend gemacht und dem Kind allerlei Krankheiten und Besonderheiten unterschoben.

Bei einer "langen Ehe" und das ist eine 20jähriger Ehe auf jeden Fall können aber noch andere Gründe dazukommen. Für solche Ehen besteht ein besonderer Vertrauensschutz, sagt das Familienrecht.

(13-05-2018, 22:03)Bitas schrieb: Er hat etwa 3000€ Netto, wie viel sollte er der Ex anbieten, um das Gericht zu umgehen. 
Wie gesagt, ihr Anwalt will 700€, seine Anwältin sagt ihm 130€.

Wie das Gericht umgehen? Es herrscht Anwalts- und Gerichtszwang für eine Scheidung. Wenn er das Thema Unterhalt raushaben will, braucht er eine Trennungsfolgenvereinbarung. Dafür wird die Ex sicher nicht unter ihre Forderung gehen. Das landet sowieso vor dem Richter, er sollte sich solche Angebote sparen und genau 0 EUR bieten. Begründung: Vollzeittätigkeit unterhaltsrechtlich obligatorisch, kein Anspruch auf finanzielle Fortführung der Ehe. Soll die Anwältin formulieren.
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#6
Kann man abschätzen wie lange Ehegatten Unterhalt gezahlt werden muss, wenn er denn gezahlt werden muss?
Die beiden leben schon über 1 Jahr getrennt.
Ja, ich glaube er hofft noch auf eine Trennungsfolgenvereinbarung.
Also kann das Trennungsgeld zwischen 0 und 700€ liegen, wenn es vors Gericht geht?
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#7
Da es eine lange Ehe war, kann der Unterhaltspruch lebenslang weitergelten.

Wenn er unbedingt Angebot machen will, würde ich folgendes versuchen: Verständnis zeigen, wenn die Ex nicht gleich auf 100% Erwerbstätigkeit gehen will, obwohl sie dies müsste. Grosszügig sein, was die Höhe anbelangt, sofern einer klaren Befristung zugestimmt wird. Dauer: Maximal zwei Jahre ab Trennungszeitpunkt.

Oft siegt die Exengier. Mehr Geld jetzt ist denen lieber statt langfristig niedrigere Monatsbeträge mit gerichtlichem Risiko.
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#8
Danke!
Das heißt, das wenn die älteren doch noch eine Lehre machen bzw. weiter zur Schule gehen, muss mein Bruder zahlen, obwohl eine Lücke zwischen Schule und Ausbildung ist?
Ich dachte die wären raus. 

Mein Bruder verlangt natürlich vollschichtige Arbeit von der Ex, sie weigert sich aber, weil sie sich um die 12 jährige kümmern möchte. Sie war letztes Jahr, 6 Wochen in einer Psychosomatischen Klinik, eventuell wird sie es damit begründen, psychisch Krank. 

Die sind seit etwa 20 Jahren verheiratet. 
Was sind Ehebedingte Nachteile?

Er hat etwa 3000€ Netto, wie viel sollte er der Ex anbieten, um das Gericht zu umgehen. 
Wie gesagt, ihr Anwalt will 700€, seine Anwältin sagt ihm 130€.
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#9
Das Thema ist komplex und mit den vorhandenen Informationen nicht zu beantworten.

Wenn sie ehebedingte Nachteile erfolgreich gelten machen kann, wenn sie erhöhten Betreuungsbedarf des Kindes geltend machen kann, wenn sie den Vertrauensschutz einer langen Ehe erfolgreich gelten machen kann, wenn sie eheprägende Krankheit erfolgreich geltend machen kann, dann hat sie lauter gültige Begründungen für sehr langen bis lebenslangen Unterhalt. Dessen Höhe liegt zwischen 0 und 3/7 des letzten Nettoeinkommens ihres Exmanns minus ihr eigenes Einkommen. Das sind die Intervalle, in denen sich die Hauptsache abspielt.
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#10
Keine Ahnung warum ein Doppelpost aufgetaucht ist, Sorry.

Ich gehe davon aus das er für die großen auch zahlen müßte, wenn sie Fachabi oder ähnliches machen, also wieder zur Schule gehen. Beide haben Realabschluss
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#11
Kind 1 ist fürs neue Schuljahr auch fast oder ganz jenseits einer Privilegierung. Damit steht es weit unten in der Rangfolge und darf sich erst mit Unterhalt bedienen, wenn minderjährige und volljährig-privilegierte Kinder sowie die Ex sich aus seinem Einkommen bedient haben.

Kind 2 könnte mit dem Fachabitur wieder höherrangig unterhaltsberechtigt werden. Das ist zu beachten, bevor er grosszügige Angebote an die Ex macht, denn in diesem Fall geht der Kindesunterhalt vor. Wenn er sich also fix verpfichtet, z.B. 500 EUR für zwei Jahre an die Ex zu zahlen und ein paar Monate später kommt das Kind an und will auch begründet 500 EUR, kann es turbulent werden.
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