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Begleiteten Umgang beantragen
#1
Hallo,

ich bitte um Ideen für eine komplizierte Situation.

Es gibt einen Umgangsbeschluss, mit der üblichen Regelung. Jedes 2. Wochenende und einen Nachmittag dazuwischen, sowie die Hälfte der Ferien.

Seit 5 Monaten boykottiert die Mutter den Umgang, indem sie vor den Umgangszeiten mit unserem Sohn wegfährt und erst nach Ende der Umgangszeit zurück kommt. Es gibt eine Umgangspflegerin die daher keine Möglichkeit sieht, den Umgang sicherzustellen. Die Mutter würde aber begleiteten Umgang zulassen.

Auf Vorschlag der Umgangspflegerin hat meine Anwältin daher als einstweilige Anordnung beantragt, dass die Kompetenzen der Umgangspflegerin dahingehend erweitert werden, dass diese den Umgang -wenn nötig- begleitet.

Den Antrag hat das Gericht abgelehnt, mit der Begründung dass die Umgangspflegerin nach § 1684 Abs. 3 S. 3 BGB nicht darüber entscheiden dürfe, ob der Umgang zu begleiten ist, oder nicht.
Die Notwendigkeit begleiteten Umgang anzuordnen sah das Gericht auch nicht, da nach Stellungnahme der Umgangspflegerin zwischen Vater und Sohn alles in Ordnung ist.

Im Ergebnis findet also gar kein Umgang statt.

Ich habe eine müngliche Verhandlung beantragt, in der mit der Mutter vereinbart wurde, dass wir gemeinsam das Jugendamt kontaktieren, um begleiteten Umgang als Jugendhilfsmaßnahme auf den Weg zu bringen.
Das wurde auch umgesetzt. Nun schreibt das Jugendamt allerdings, sie würden den Antrag ablehnen, da sie Jugendhilfe nicht als Perspektive sähen - und das Gericht eine Entscheidung treffen solle.

Nun ist meine Frage, wie ich den Umgang wieder herstellen kann?

Letzter Weg scheint zu sein, begleiteten Umgang zu brantragen - trotz eines Beschlusses für unbegleiteten Umgang.
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#2
Da kommen Erinnerungen hoch. Begleiteter Umgang ist die übliche Schikanemaßnahme. Lustigerweise hat auch die Mutter meines Sohnes begleiteten Umgang u.a. auf diese Art und Weise erzwungen. Im Prinzip müsste man ihr jetzt das Sorgerecht entziehen, de facto wird aber nichts passieren. Daran sieht man erst, wie unbeholfen alle sind und wie lächerlich das Umgangsrecht ist. Umgangspflegschaft ist natürlich schon auch eine Art Endmaßnahme, soll heißen, wenn das nicht funktioniert, dann wird der Richter irgendwann mit den Schultern zucken. Ich bin selbst noch von meinem Werdegang als entsorger Vater traumatisiert, weshalb ich dir nicht den ultimativen Tipp geben kann. Wobei es den auch nicht gibt. Zumindest ist das ein Kampf, den du nicht gewinnen kannst.
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#3
Hättest Du - zumindest theoretisch - die Möglichkeit, selbst das Kind zu betreuen?

Ich habe die Anträge immer mit dem Antrag kombiniert, das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf mich zu übertragen. Als das Kind dann 11 Jahre alt war, ist es zu mir umgezogen. Voraussetzung war, dass das Kind dazu stand, mit mir den Kontakt zu wollen.
Das Gute ist in gewissem Sinne trostlos.     Franz Kafka
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#4
Momentan geht es mir darum, überhaupt erstmal den Kontakt wieder herzustellen.
Die Frage des Lebensmittelpunktes wurde ich danach angehen.

Kennt sich denn jemand mit dem Verwaltungsrechtlichen Weg aus? Soweit ich weiss, könnte ich gegen die Ablehnung des Jugendamtes vor das Verwaltungsgericht gehen.
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#5
Das Jugendamt stellt keinen Antrag, sondern schreibt eine Stellungnahme. Deren Meinung kannst du nicht auf dem verwaltungsrechtlichen Weg ändern. Bewerte nicht über, was die sagen, der Richter kann das ernst nehmen oder komplett ignorieren.

Betreuter Umgang ist ein kurzer Übergang, um nach einer Entfremdung wieder Umgang anzubahnen. Er ist nie Dauerzustand (ausser du bist wegen Gewalt gegen das KInd verurteilt worden) und kein Heilmittel gegen Umgangsverweigerung. Das Ziel ist immer unbegleiteter Umgang.

Mütter mit schweren Störungen denken oft, sie könnten sich betreuten Umgang wünschen um ihre inneren Angstmonster in Zaum zu halten. So sieht das aber kein Richter. Dein Ziel muss es sein, unbegleiteten Umgang durchzusetzen anstatt dich zum Gehilfen der Mutter und ihren kranken Vorstellungen zu machen, wie Umgang abzulaufen hat. Deshalb muss dein Weg Richtung Durchsetzung führen. Die Mittel dafür sind die Ordnungsmittel, die in deinem Umgangsbeschluss aufgeführt sind. Beantrage die statt betreuten Umgang.
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#6
(27-04-2018, 21:59)p__ schrieb: Betreuter Umgang ist ein kurzer Übergang, um nach einer Entfremdung wieder Umgang anzubahnen. Er ist nie Dauerzustand (ausser du bist wegen Gewalt gegen das KInd verurteilt worden) und kein Heilmittel gegen Umgangsverweigerung. Das Ziel ist immer unbegleiteter Umgang.

Genau.



(27-04-2018, 21:59)p__ schrieb: Deshalb muss dein Weg Richtung Durchsetzung führen. Die Mittel dafür sind die Ordnungsmittel, die in deinem Umgangsbeschluss aufgeführt sind. Beantrage die statt betreuten Umgang.

Ordnungsmittel sind schon läger beantragt. Das Spiel kenne ich aber schon. Beim letzten mal wurden der Mutter 150 EUR auferlegt, sie ging in Berufung und damals hat das OLG das Ordnungsmittel wieder aufgehoben. Weil damals die Umgangspflegerin den Umgang wieder herstellen konnte.

Das Ganze hat ein dreiviertel Jahr in Anspruch genommen. Und ich rechne damit, dass es diesmal wieder so lange dauern wird. Auch wenn das OLG diesmal das Ordnungsmittel nicht zurücknehmen wird und ich beim nächsten ausgefallenen Umgang wieder einen Vollstreckungsantrag stellen werden, kann es ein Jahr oder länger dauern, bis die Mutter Beträge zahlen muss, die sie zum nachdenken bringen.

Das ist natürlich zu lang. Darum soll jetzt begleiteter Umgang her. Nachdem das Jugendamt sich querstellt, soll nun der Umgangsbeschluss ergänzt werden, um begleiteten Umgang zur Anbahnung des normalen Umgangs.

Hat jemand dafür gute Vorschläge zur Formulierung? Nicht, dass dadurch der unbegleitete Umgang in Frage gestellt wird.
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