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Wenn der Vater die Kinderbetreuung übernimmt
#1
Ausgerechnet in T-Online, sonst nicht gerade ein Hort des Verständnisses für Väter, erscheint der folgende Artikel:

"Männer können alles, was Frauen können – außer stillen"


Ich zitiere mal den Schluß:

Zitat:Welchen Tipp haben Sie für Väter?

Ganz grundsätzlich: Ich trete gar nicht dafür ein, dass das alle Väter so wie ich machen sollten. Aber ich wünsche mir, dass junge Eltern das überhaupt als Option sehen. Und als Tipp würde ich weitergeben: Lasst eure Frauen arbeiten, schickt sie weg und macht so viel wie möglich alleine mit euren Kindern. Man ist keine bessere Mutter, aber auch keine schlechtere.

[Bild: grinsende-smilies-0220.gif]

Simon II
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#2
Auch wieder so ein Bücherschreiber. Ohne das obliagtorische Buch gehts wohl nie ab :-) Aber schön, dass er der Vernunft bei der Kinderbetreuung gefolgt ist und seine Frau ihn das tun liess. Sowas klappt nur von Fraus Gnaden. Will sie nicht, hat er verloren.
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#3
(11-10-2017, 17:51)p__ schrieb: Sowas klappt nur von Fraus Gnaden.

Kommt - zumindest in meinem Bekanntenkreis - durchaus öfters vor.

Simon II
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#4
Wie oft erfährst du es, wenn es von der Dame abgelehnt wurde? Meiner Erfahrung nach sprechen die Männer dann sehr ungern darüber und man erfährt es gar nicht.
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#5
Was hast Du gegen Bücherschreiber ;-)
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#6
Ohne Buch gehts längst nicht mehr ab :-) Vor allem nicht über die Grosstat, die Muttererlaubnis für in ein paar Vätermonate zu haben.
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#7
(11-10-2017, 19:31)p__ schrieb: Wie oft erfährst du es, wenn es von der Dame abgelehnt wurde?

Wenn die Damen das Haupt- bzw. Alleineinkommen verdienen, haben sie wenig Möglichkeiten, anders zu handeln.

Und im Bekanntenkreis bekommt man das schon mit, wenn sich da etwas grundsätzlich ändert.

Tongue 

Simon II
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#8
Über so was wird wenig öffentlich gesprochen, aber ich habe jetzt zweimal in allernächster Umgebung erlebt, dass auch das Einkommensargument ignoriert wird. Oder so verdreht, dass es "passt". Bei meinen direkten Nachbarn läuft es jetzt gerade auch so. Frau ist Beamtin, da läuft finanziell alles wie auf Schienen. Er ist Angestellter in einer Kleinfirma mit sehr anstrengenden Arbeitszeiten, verdient die Hälfte. Aufgrund von Erbschaft hat man aber sowieso keine Armutsprobleme. Man glaubt kaum, wie sehr die sich drehen und winden, um Mutti möglichst lange beim Kind zu lassen und Vati möglichst kurz. Das Einkommen wird einfach in die Zukunft verlagert: Schliesslich hat Papi ja vielleicht tolle Aussichten, er könnte ja mal gross rauskommen und wenn er jetzt aussteigt wäre das sein Ende. Übrigens hat er einen Beruf, in dem man jederzeit längere Pausen machen kann, ohne dequalifiziert zu sein.

So läuft das auch bei Anderen. Noch so ein Trick: Er hat einen unsicheren Job, sie einen guten sicheren Job: Also darf er nicht weg dort und zum Kind, damit es keinen unterschwelligen Ärger mit dem Chef gibt, schliesslich ist sein Job ja unsicher.

Es wird gedreht und argumentiert, dass sich die Balken biegen. Die Männer spielen dabei meist die Rolle der kleinlauten Allesversteher. Meine Ex hat sich übrigens auch genau in dem Moment verabschiedet, als ihr klar wurde dass ich das Kind ebenso gerne betreue wie sie und das auch tatsächlich mache. Wehe, wann Papi wirklich mal das tut, was Muttis festgemauertes Erbrecht ist.

Die Rolle, in die Väter gedängt werden ist dann doch wieder das Etikett des Alphamännchens, das sich im Beruf zu verschleissen hat. Grad so wie in der Natur. Die Alphamännchen sind fast immer die Gruppe mit der geringsten Lebenserwartung, denn sie sind im Dauerstress mit den Mühen, ihren Status zu halten. Und wehe, sie sind mal vom Thron gestossen, dann sie fast schon tot.
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#9
(12-10-2017, 11:07)p__ schrieb: Es wird gedreht und argumentiert, dass sich die Balken biegen. 

Sogar von Fachleuten, Gutachtern, Psychologen. Mein Vaterdasein wurde vom Gutachter wegargumentiert und auf die Rolle eines bestenfalls guten Freundes (des Kindes) reduziert, dass mir sogar jetzt noch die Beine zittern. Und das obwohl mein Kind nach der Geburt 2 Stunden auf MEINER Brust lag und nicht auf der Mutter. Er ist mein Ein und Alles, aber ich hatte gegen diese Übermacht keine Chance. Es war sogar so, je mehr ich festhielt und dagegen argumentierte, desto mehr wurde mir unterstellt, ich sei egoistisch und würde nicht ans Kindeswohl denken. Man schaltet dann irgendwann ab, wird taub, fühlt sich machtlos und vergewaltigt, wird wie eine Hülle ohne Inhalt, verleugnet die eigene Liebe zum Kind (vermutlich aus Schutz), trauert still und leise, man stirbt irgendwie auf eine bestimmte Art und Weise. Wie muss sich erst das Kind fühlen?

Und man fühlt sich schuldig ohne Ende. Der Gutachter hatte es geschafft mir die Schuld zu geben, weil ich die meisten Gerichtsverfahren wegen Umgang beantragte.
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